Non arrivederci Italia – nicht Aufwiedersehen Italien

Non arrivederci Italia – nicht Aufwiedersehen Italien

Es sollten gemütliche Ostertage werden in Olgiate Olona, Italien für uns als fünfköpfige Familie plus dem Freund der mittleren Tochter. Es wurde ein Alptraum, der uns 6 zum Schluss kommen liess: nie mehr Italien!

„Warum um Himmels willen, verreist ihr über die Ostertage in den Süden?“ fragten uns Verwandte und Bekannte. Von wegen Stau und so. Es war der Wunsch meines Mannes, den Comersee zu erleben. Er suchte ein auf booking.com gut bewertetes Hotel geographisch in der Mitte zwischen Como und Mailand gelegen aus.

Um den Osterstau in den Süden zu umfahren, starteten wir am Karfreitag früh mit zwei Autos um 5.30 Uhr. Vor Erstfeld verliessen wir die Autobahn und genossen unsere Pässefahrt über den Oberalp und Lukmanier. Die ersten Sonnenstrahlen auf den Bergen, die Natur – alles war traumhaft. Nur mein Mann neben mir musste sich noch von der letzten Chemoeinheit erholen. Es war ihm etwas übel – aber nicht mehr so stark wie am Gründonnerstag und er war sehr müde.

Im Hotel angekommen, waren wir zu früh dran mit Einchecken. Die Zimmer waren noch nicht bezugsbereit. Die Dame an der Rezeption empfahl uns, per Park and Rail ins Zentrum von Milano/Mailand zu fahren. Lampugnano hiess der empfohlene Parkplatz. Er war günstig und überwacht per Kamera, Schranke und Parkdienstmitarbeitern vor Ort. Im Zentrum von Milano angekommen, hielten wir uns nur in der Viktor – Emanuel – Passage und dem Domplatz auf, wo wir etwas zu Mittag assen. Mein Mann schlief dabei ein und wir entschlossen, zu Zweit das Hotel aufzusuchen, wo man mittlerweile einchecken konnten. Die anderen 4 wollten noch etwas in Milano verbleiben. Auf dem Parkplatz angekommen, fielen uns sofort alkoholisierte, verwahrloste Menschen auf. Einer drängte sich uns auf als „Hilfe“ beim Parkticket bezahlen, gegen Almosen. Beim Auto angekommen, sahen wir die „Bescherung“: die Autoscheibe war eingeschlagen und unser grosser Koffer fehlte.

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Seltsamerweise haben die Diebe nicht alles mitgenommen. So lagen noch Sandwiches, die Nackenrolle meines Mannes, seine Medikamente (!!), das Badezeugs (Tücher und Badebekleidung) im Auto. Auch das fahrlässig zurückgelassene iPad unseres Sohnes übersahen sie, wahrscheinlich, weil es in einem unscheinbaren Stoffsack verpackt war. Es musste wohl schnell gehen bei denen, denn ein T-Shirt unseres Sohnes lag noch vor dem Auto draussen herum. Dasselbe mit eingeschlagener Scheibe war auch bei unserem zweiten Auto der Fall. Ich dachte in diesem Moment nur noch: „Schnell weg hier, der Ort ist mir zu ungeheuer und mein Mann soll sich im Hotelzimmer ausruhen können. Unser Hotel ist ein 4 Sternhotel, da wird man sich vollumfänglich um uns kümmern. Die Polizei rufen, uns beraten wegen dem Autoschaden. Sich um seine Gäste zu kümmern, das gehört sich doch für ein 4 Sternhotel.“ So dachte ich jedenfalls. Damals.

Unterwegs telefonierte ich unseren Kindern und schilderte ihnen den Vorfall. Sie machten es mir später zum Vorwurf, dass wir nicht zusammen das weitere Vorgehen besprochen hatten und miteinander die Polizei und eine Garage aufgesucht hatten. So musste jede Partei dies selber erledigen. Ich handelte im Schockzustand und mein Mann war gesundheitlich eh angeschlagen.

Im Hotel angekommen, lächelte der Rezeptionist bloss die ganze Zeit, als wir ihm unser Schreckerlebnis erzählten. Selbst als ich ihn darauf ansprach, dass es nichts zum Lachen gäbe, lächelte er weiter. Ich glaube, der ist so trainiert, auf dieses Dauersmiley. Er teilte uns mit, dass die Carabinieri in Italien nie, aber auch wirklich nie an den Ort eines Geschehens komme, sondern wir müssten eine Polizeiposten aufsuchen. Nochmals 15 Minuten Autofahrt – und mein Mann wäre gern einfach aufs Bett gelegen, zeigte dies aber leider nicht vor dem Rezeptionisten. Ich wäre beharrlicher gewesen, dass Hilfe zu uns hätte kommen sollen. Oder zumindest, dass das Hotel einen Dolmetscher für uns aufgeboten hätte. Denn der lächelnde Herr am Hotelempfang beschied uns, dass auf dem Polizeiposten wohl ausschliesslich Italienisch gesprochen werde. Ich sagte ihm, dass ich zwar un pochettino (ein kleines Bisschen) Italiano verstehe und noch weniger sprechen würde, aber dass meine Sprachkenntnisse niemals ausreichen würden, um so ein Geschehen zu schildern. Seine Antwort? Ihr errät es: ein Lächeln. Er gab uns die Adresse des Carabinieripostens bekannt – das war dann seine ganze Hilfe. Dort auf dem Posten war man zwar nett zu uns, aber es war gleichzeitig auch eine Katastrophe. Der Computer dieser Carabinieri war wohl seit Tagen oder gar Wochen nicht aufgeschaltet worden, denn nach dem Starten (!) waren eine Reihe an Updates dran. Dieser Prozedere brach der freundliche Carabinieri nach etwa 5 Minuten ab und begann mit zwei Fingern den Rapport zu tippen. Zwischendurch zeigte er mir ganz stolz ein Stoffabzeichen. Dies hätte er sich verdient, weil er im Tessin einen Englischkurs belegte. Er war der einzige der Belegschaft, der un pochettino Englisch sprach. Wo die nächste Garage sei, welche uns das Fenster provisorisch abdecken könne, konnte er uns nicht sagen. Er verstand die Frage auch beim fünften Mal auf jede erdenkliche Variante gestellt, nicht. Wir fanden dann selber eine und das Fenster wurde gegen 80 Euro sehr gut provisorisch mit Plexiglas gedeckt.

Der ganze Aufwand kostete uns 3 Stunden Zeit und Nerven. Den anderen Familienmitgliedern 4 Stunden und noch mehr Nerven. Denn auf dem Polizeiposten, welchen sie aufsuchten, konnte niemand auch nur ein bisschen Englisch sprechen. Alles Verständigen geschah via Google Translator. Wirklich Hilfe erfuhren sie bloss, indem sie der Schweizer Polizei anriefen. Das gibt eine teure Telefonrechnung. Wie kann es sein, dass die Polizei in Italien keine Fremdsprache beherrscht? Bei uns muss für so einen Posten Mehrsprachigkeit vorgewiesen werden.

Mittlerweile wurde es spät. Aber das Hotelpersonal fragte nicht, ob sie uns mit Zahnbürsten und dem Nötigsten für eine Nacht aushelfen könnten. Als wir ihnen schilderten, wie es uns auf der Polizei und Garage ergangen war und nochmals unser Verständnis darüber ausdrückten, dass die Polizei nicht an den Ort des Geschehens ausrückte, meinte der Angestellte bloss, Italien habe ganz andere Probleme. Mag sein. Aber wenn sie sich nicht um die Probleme ihrer Gäste kümmern können, haben sie keine Touristen verdient.

Die Nacht war laut. Auf dem Flur unterhielten sich italienische Familien mit kleinen Kindern lautstark bis weit nach Mitternacht hinaus. Erst als ich „Silenzio per favore!“ (Ruhe!) in den Gang schrie, klappte es plötzlich mit der Ruhe. Nur, um 7 Uhr wieder mit demselben Palaver zu starten. Es ist mir ein Rätsel, warum man den Flur nicht benutzt, um einfach schnell in sein Zimmer zu kommen und nicht daran denkt, dass andere vielleicht schlafen möchten.

Das Frühstücksbuffet hatte bis 10.30 Uhr offen. Eine Stunde vorher mussten wir uns etwas zusammenkramen aus den unappetitlichen Resten. Kein Brot, keine Rühreier, keine Gläser für Orangensaft waren vorhanden.

Als wir zwei Tische zusammenstellten, damit wir 6 beisammen sitzen konnten und das weitere Vorgehen besprechen konnten, schnauzte uns ein Kellner an. Doch diese zwei Tische behinderten überhaupt niemanden. Jeder konnte problemlos an uns vorbeikommen. Der Kellner schmiss uns das Besteck hässig auf den Tisch. Ich konnte es kaum glauben! „Wir sind hier in einem 4 Sternhotel?“ fragte ich ihn. Er bejahte. „Nein, das sind wir nicht“, antwortete ich. Von da an ignorierte er mich komplett.

Wir waren auch sonst nicht rundum zufrieden mit dem Hotel. Eine ausführliche Bewertung findet ihr mittlerweile auf Tripadvisor, Booking.com, Google, Facebook und holidaycheck. Das Kommentieren und Bewerten auf Social Media wollten mir Damen von der Rezeption verbieten!

An diesem ersten Morgen verliess uns der Freund unserer Tochter. Ihm war das Ganze verleidet. Wir als Kernfamilie verblieben. Denn wir wussten, dass in der Schweiz Dauerregen herrschte. Unser Zeugs war weg, daran liess sich nichts ändern. Wir wollten das Beste aus der Lage machen und versuchen, die südliche Sonne zu geniessen. Deshalb nahmen wir uns ein grosses Taxi und liessen uns nach Como transportieren. Unser Auto konnten wir ja nicht brauchen, denn die Scheibe hätte sich leicht eindrücken lassen und wer weiss: weitere Diebe hätten noch das Autoradio ausbauen können oder die Sitze aufschlitzen aus Wut darüber, dass wir kein Gepäck dabei hatten. Wir kauften in Como Zahnpasta, Zahnbürsten, Unterwäsche, Pijamas, T-Shirts, Jeans etc. ein und erlebten in einem Café leider nochmals die italienische Mentalität eher nicht so positiv.

Wenigstens klappte der Taxidienst hervorragend. Zurück im Hotel erlebten wir den Paukenschlag: mein Sohn hat vom Raub aus den Autos grad noch eine neue Jogginghose und einen teuren Bademantel übrig gehabt. Die wurden nicht geklaut. Dafür aber von jemandem des Hotelpersonals. Aus dem Hotelzimmer! Ich meine – das Zimmer war leer – da befanden sich keine anderen Kleider und Habseligkeiten unseres Sohnes. Es gab mit einer einzigen Hose und einem Bademantel kein unübersichtliches Teeniechaos im Zimmer. Er wusste genau, dass er beides über die Sofalehne gelegt hatte. Sie waren weg! Doch uns wurde nicht geglaubt am Hotelempfang. Was das Schlimmste ist für ein Hotel, nämlich Diebstahl aus dem Zimmer, darf nicht sein und folgedessen findet es ganz einfach nicht statt. Wer sowas behauptet, ist ein Lügner! Wir vermuteten, es könnte ein Angestellter gewesen sein, der ins Zimmer treten musste, um den Safe zu reparieren, welcher nicht funktionierte. Dieser wurde übrigens nicht repariert, obwohl die Mitarbeiter behaupteten, er sei repariert worden. Es war kein Strom drauf. Unser Sohn ist Stromerlehrling und versteht was davon. Die Mitarbeiter seien befragt worden, hiess es und keiner habe etwas entwendet. „Ja natürlich würden die sofort einen Diebstahl zugeben“, war meine ironische Antwort. Wir müssten den Diebstahl beweisen. „Also, dann wertet die Überwachungskameras aus“, forderte unser Sohn. Nein, das würden sie nicht tun. Ok – wie sonst können wir den Diebstahl beweisen? Die Polizei hätte natürlich kommen müssen, aber uns wurde ja vorher mehrmals versichert, dass die nie kommen werde, denn sie hätten grössere Probleme im Land.

Nun fühlten wir uns nicht mehr sicher. Es war zu spät, um in die Schweiz zu fahren und so übernachteten wir nochmals dort. Doch am Sonntag verliessen wir diese ungastliche Stätte. Eine Nacht vor der geplanten Abreise. Zuerst wollten sie uns diese Nacht nicht vergüten, später taten sie es doch. Nur, um uns noch später ein Mail zu schicken, mit dem doppelten Betrag, den wir vorher bestätigt bekamen. Unsere Verwirrung war komplett und wir werden die Kreditkartenabrechnung genau checken. Notfalls haben wir einen Rechtsschutz.

Fazit: wir haben so übergenug von der italienischen Mentalität von: uns ist es so egal, wie es euch geht, denn es geht euch immer noch besser als uns. Und davon, dass die wenigsten Englisch beherrschen. Und von den Langfingern in Italien. Und davon, dass die italienische Polizei nicht da ist, wenn man Hilfe vor Ort benötigt. Sich dafür lieber um Musiker kümmern und sie wegweisen, wenn sie schön in Como auf einem Platz spielen. Ein Raub aus dem Auto kann überall passieren. Das ist das eine. Das könnte man verkraften. Aber dass dann niemand da ist, der Interesse hat, zu helfen, das gibt einem ein Gefühl der Hilflosigkeit und Wut. Ein Gefühl der Sicherheit zu haben, ist das grundlegendste, menschliche Bedürfnis. Dies wurde uns entzogen. Gefolgt vom Grundbedürfnis nach menschlicher Zuwendung. Auch dies wurde uns nicht gewährt. Auch die menschlichen Grundbedürfnisse für eine Nacht wurden vom Hotel nicht abgedeckt. Und dann noch nicht mal das Grundbedürfnis nach Nahrung so wirklich. Krümel liessen sie uns grosszügigerweise. Aber wie gesagt: es war ein 4 Sternhotel. Wie es zu den guten Bewertungen gekommen ist, weiss nur die Hotelleitung. Ok – Italiener sind natürlich mit einem Espresso zum Frühstück zufrieden. Nein – nie mehr Italien.Wir haben genug. Basta!

Auch auf eine Intervention von booking.com hin, gab das Hotel dieselbe Antwort, welche mich nicht überrascht:

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An dieser Stelle ein Tipp für den menschlichen Umgang: es hilft einem in dieser Situation nicht, wenn man uns in irgend einer Weise belehrt. Es hilft auch nicht, zu hören: „dann verreist doch nicht mehr und baut euch eine Mauer rund um euch, dann seid ihr in Sicherheit. Lasst sie euch von den Nachbarn bezahlen.“ Es hilft nicht, Italien verteidigt zu bekommen. Wir haben es nun mal so erlebt, wie wir es erlebt haben und möchten uns nicht mehr dieser Gefahr und dem Gefühl der Unsicherheit aussetzen und dem Wissen, dass einem bei einem schlimmen Erlebnis nicht geholfen wird. Solche Kommentare benötigt man in diesem Moment einfach nicht. Sie wirken verletzend. Nicht gedacht, hm? Dann habt auch ihr was zum Zwischenmenschlichen gelernt. Was einem hilft in so einer Situation ist zu hören: och, das war mühsam für euch, wir verstehen eure Wut. Ganz einfach nur das. Mehr braucht man nicht an Reaktion. Ausser ein bisschen Verständnis.

Nachtrag, 5.5.17: Habe nochmals auf Google nachgeschaut, ob sich bei den Bewertungen was Neues ergeben hat beim MO.OM Hotel. Und was sehe ich da? Bereits vor 10 Monaten schrieb jemand was von Diebstahl aus dem Zimmer! Das war also nicht das erste Mal bei uns.

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Kroatienferien 5. – 19. Juli 2014

Kroatienferien 5. – 19. Juli 2014

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Wie war ich nervös auf unser geplantes Wohnwagenabenteuer! Ich bekam im Vorfeld Magenbeschwerden, ja wurde richtig krank… Würde unser Auto den Anhänger tatsächlich ziehen können? Wie würde Andy mit dem Fahren zurechtkommen? Seine Erfahrungen, beim Autofahren einen Wohnwagenanhänger mitzuziehen, lagen mindestens 30 Jahre zurück! Hoffentlich werden wir keinen Unfall bauen, keine Panne und ruhige, coole Campingplätze haben, einander zu dritt (mein Mann, unser Jüngster und ich) auf engem Raum nicht in die Haare geraten, nicht ausgeraubt werden….Ich gab den Fragen und Ängsten keinen Raum, was sich aber in Magenkrämpfen rächte….

Um es gleich vorweg zu nehmen: meine Befürchtungen waren allesamt unbegründet! Wir fuhren unfallfrei, obwohl plötzlich der Linksblinker seinen Dienst versagte, Andy fuhr tip top sicher mit dem Gefährt, welches wir nachzogen, wir verloren den Anhänger unterwegs nie, hatten keine Panne, die Campingplätze lagen allesamt ruhig, ohne Partys bis in die Morgenstunden, wir hatten keinen Streit zusammen, wurden nicht ausgeraubt, sondern lernten durchs Band hinweg freundliche, hilfsbereite Mitcamper kennen. Ich schlief zwar nicht soviel wie zuhause, konnte es aber diese 14 Tage grad so aushalten.

Wir nahmen die Hinfahrt gemütlich unter die Räder, starteten erst um 15 Uhr ab Beckenried und konnten dafür staufrei fahren. Wir übernachteten nach 5 Std. Autofahrt das erste Mal auf einem Autoparco in Brescia, Italien. Dies ist kein Camping, sondern ein grosser, gesicherter Parkplatz mit sanitären Einrichtungen und Restaurant.

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Und schon machten wir das erste Mal unsere erste, wunderschöne Bekanntschaft mit lieben, hilfsbereiten Menschen! Wir standen vor der Eingangsschranke, welche sich auf keine Art und Weise zum Öffnen bewegen liess. Hilflos stieg ich aus und schaute mich nach Hilfe um. Da kam uns bereits eine Frau entgegen. Wie es sich herausstellte, war sie eine deutsche Truckerin, was ich der zierlichen Gestalt nie gegeben hätte. 😉 Ihr Lebenspartner und sie teilen sich jeweils den Auftrag und sind in der Türkei, Bulgarien, Italien und weiss-nicht-noch-wo-überall unterwegs. Sie hat uns gezeigt, dass wir auf Lastwagenhöhe einen Knopf drücken müssen, um ein Eingangsticket zu erhalten, dass die Réception etwas versteckt in einem Aussenhof liegt, wie wir Jetons lösen können, um zu duschen…. Sie kam mit und hat uns überall alles gezeigt. Am nächsten Tag hat sich ihr Lebenspartner erkundigt, ob für uns alles ok gewesen sei. Wir fühlten uns, wie wenn wir in die grosse Truckerfamilie aufgenommen worden wären. So herzliche, liebe, hilfsbereite Menschen! Ich bewundere sie für ihre strenge Arbeit. Am Morgen verabschiedeten wir uns, indem ich sie zu uns nach Hause einlud, denn sie fahren auf der Nord-Süd-Achse fast an unserem Haus vorbei…. Hoffentlich finden sie mal Zeit, bei uns einen Stopp einzulegen.

Die Fahrt über Venedig (Umfahrung) verlief zügig, aber die Umfahrung Triest zog sich unendlich dahin. Immer wieder hiess es „Triest“ und ich hatte das Gefühl, wir würden auf der Stelle treten, bzw. im Kreis fahren, was wir natürlich nicht taten. Endlich liessen wir dann Triest doch hinter uns. In Slovenien mussten wir für eine kurze Strecke eine Autobahnvignette lösen, da wir die empfohlene Ausfahrt verpasst hatten. Die Autobahn war dann plötzlich zu Ende und die Strecke kam mir vor, wie der Brünigpass bei uns in der Schweiz. :-O Und plötzlich standen wir an der kroatischen Grenze – völlig überrumpelt von den barschen Zöllnern, welche ungeduldig unsere Ausweise verlangten. Wir kamen uns fast vor wie irgendwelche Verdächtige, weil wir zuerst in der Handtasche und im Autofächli kramen mussten, um die Ausweise hervorzunehmen. Wir hatten sie halt nicht auf Anhieb parat. Als wir dann unsere CH-ID’s vorwiesen, reagierten die Uniformierten auf einmal ganz zerknirscht, wie wenn sie ihre Brüskheit bereuen würden… 😉

Der Weg bis zu unserem ersten Campingort Funtana zog sich in die Länge, obwohl wir die Strecke wie geplant in ca. 5.5 Std. schafften. Wir fuhren halt nie mehr als 80 Std./Kilometern mit unserem Wohnwagenanhänger und teilweise gab es keine Autobahn.

Der Campingplatz Puntica war so ruhig gelegen, wie es mir mein Mann im Vorfeld versprochen hatte. Denn ich mag keine laute Barmusik bis morgens um drei Uhr und habe es einfach gern, wenn die Nachtruhe eingehalten wird. Habe in dieser Hinsicht viele negative Erfahrungen gemacht, aber Gott-sei-Dank nicht, während unserer Kroatienferien. Wir hatten Glück und konnten unseren Wohnwagen in zweiter Reihe vom Meer entfernt aufstellen.

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Auf diesem, wie auf jedem Campingplatz halfen uns Menschen mit einem Kabel und Adapter aus, damit wir überhaupt Strom hatten. Unser Wohnwagenanhängervermieter hat nämlich behauptet, solche Kabel würden in jedem Camping zur Verfügung gestellt werden! Damit hat er uns ein rechtes „Ei“ gelegt, aber Gott hat vorgesorgt und uns bei allen unseren Übernachtungsstationen, ausser beim Autoparking Brescia an Menschen herangeführt, welche ein zweites Kabel bei sich hatten. Das ist ja wirklich eine Seltenheit!

Wir logierten in Funtana, Camping Puntica eine Woche lang (Sonntag, 6. Juli bis Sonntag, 13. Juli) Poreč, liegt etwa 20 Autominuten von Funtana entfernt und ist eine wunderschöne, malerische Stadt.

Was uns bei diesem und auch beim anderen Campingplatz etwas mulmig und seltsam vorkam war, dass wir unsere Identitätskarten an der Réception abgeben mussten! Und dies ohne Quittung. Sie hätten also behaupten können, dass sie uns diese retourniert hätten – und wir wären machtlos gewesen, das Gegenteil zu beweisen!

Einmal unternahmen wir eine Schiffstour in den Limskikanal und besichtigten die hübschen Dörfer Vrsar und Rovinj.

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Der absolute Höhepunkt war, dass Tobias und ich völlig überraschend einen Delfin erblickten! Ein anderes Mal besichtigten wir Pula per Kickboards, was wir gerne als sehr guten Tipp weitergeben, denn die Stadt mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten ist weitläufig. 😉

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Damit der Junior auch mal auf seine Rechnung kam und nicht bloss immer mit uns alte Städte besichtigen „musste“ (er tat es zwar nicht ungern), taten wir ihm den Gefallen und besuchten mal den Acquapark Istralandia. Etwa eine Stunde vor Torschluss zog eine dunkle Wolkendecke auf, es wurde leider kühl. Aber bis dahin genossen wir unsere Zeit. Es hatte dank des unsicheren Wetters auch überhaupt nicht zuviele Besucher im Park.

Das Wetter in dieser ersten Woche war etwas wechselhaft. Wir konnten zwar jeden Tag schwimmen im Meer und bis auf eine Ausnahme immer draussen essen, aber teilweise entluden sich ganz heftige Gewitter über uns. Ich habe Gummistiefel eingepackt und meine Männer haben mich zuhause ausgelacht. Aber das Auslachen verging ihnen, als sie durch Pfützen zum WC springen mussten, währenddem ich ganz gemütlich in meinen hübschen Stiefelchen rüberplatschen konnte…. 😉

Die sanitären Anlagen wurden häufig geputzt. Ich habe sie bloss etwa um Mitternacht rum hie und da etwas schmutzig erlebt, aber noch jedesmal eine saubere Toilette gefunden. Das Männerabteil war neuer renoviert, als bei den Frauen, was mir etwas ungewöhnlich erschien, legen doch Frauen mehr Wert auf hübsche Kacheln etc. Oder ist das bloss ein Klischee? Nun – ich fand es hingegen ganz interessant, die Schwalben in ihren Nestern über meinem bevorzugten Lavabo zu beobachten und jeden Abend sass derselbe Vogel über meiner ebenfalls bevorzugten Toilette auf dem Stängeli gerade oberhalb von mir. Aber er hat nie auf mich geschissen, dass muss ich ihm hoch anrechnen. 😉

Am Sonntag, 13. Juli fuhren wir etwa drei Autostunden (immer mit dem Wohnwagenanhänger gerechnet) über Rijeka weiter zu unserem nächsten Campingziel, nämlich Selce. Dort hatten wir wiederum Glück mit dem Stellplatz, denn auch hier waren wir nahe an den sanitären Anlagen und in Meernähe mit schönstem Ausblick.

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Auch dieser Campingplatz war ruhig und gepflegt. Hier liess ich einmal meine Sonicare Philips Zahnbürste liegen – aber eine aufmerksame Reinigungsfachfrau hat sie für mich auf die Seite gelegt und sich umegamässig gefreut, als ich ihr dafür Guetzli und ein paar Euro gab.

Wie bereits beim ersten Campingplatz, so fanden wir auch hier ein Restaurant, auf dem wir via Grossleindwand die Fussball-WM mitverfolgen konnten. Der Jubel der Deutschen rund um uns herum war überwältigend. 😉

Von diesem Campingplatz aus waren es zwei Autostunden bis zum Nationalpark der Plitwitzer Seen, Schauplatz der Karl May Verfilmungen. 😉 Hier wurden wir auf unserer Wanderung trotz guter Ausrüstung total verregnet. Doch nachdem wir wir zurückkehrten zum Auto, hellte das Wetter auf und wir wagten einen erneuten Versuch, dieses Mal statt in Wanderschuhen mit Badeschlappen an den Füssen und in Badehosen. Mein Mann hat mir seine freundlicherweise zur Verfügung gestellt, währenddem er in nassen Hosen weiterlief. Es wäre schade gewesen, wenn wir durchnässt, wie wir waren, sofort heimgefahren wären, denn dieses Naturspektakel zu bewandern lohnt sich auf jeden Fall. Wir hatten das Glück, dass mit uns zusammen nicht viele Touristen unterwegs waren – eben auch wieder aufgrund der unsicheren Wetterlage…

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Einen Ausflug wert war auch der Besuch der Nachbarinsel Krk.

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Bereits am Donnerstag, 17. Juli, begaben wir uns so langsam in Richtung nach Hause. Dies über Slovenien, wo wir die weltbekannten Höhlen Postojna Jama besichtigen. Wir haben in unseren Leben schon viele Tropfsteinhöhlen besichtigt, aber diese Grösse überwältigte uns! Zuerst fährt man mit einem Zug 10 Minuten lang in die Höhle hinein und dann erwandert man sie in einer einstündigen Führung.

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Den Übernachtungsplatz in Oesterreich (ab Kroatien, Selce ca. 6 Std. Autofahrt mit Wohnwagenanhänger) hatten wir als Einziges nicht vorreserviert, fanden aber mit Durchfragen problemlos den schönen Campingplatz in Radstadt Forellenhof. Radstadt beherbergt eine faszinierend schöne Altstadt.

Am nächsten Tag (Freitag, 18. Juli) fuhren wir wiederum etwa 5.5 bis 6 Std. lang bis zum nächsten Übernachtungsort am Bodenseee. Wir hätten sowohl nach Oesterreich wie die zweite Strecke in die Schweiz weniger lang gehabt, wenn wir nicht dauernd in Staus oder stockenden Kolonnenverkehr geraten wären. Dies war auf der Hinfahrt ein Fremdwort für uns… Alles in allem war für mich die Strecke Beckenried-Kroatien doch etwas eine zu lange Autostrecke. Vor allem mit dem Wohnwagen, welcher uns eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern auferlegte. Wir erlebten zwar wunderschöne Ferien, aber eine so weite Strecke möchte ich in Zukunft nicht mehr mit dem Auto zurücklegen.

Wir fuhren über München zum Campingplatz der Mansers auf dem Bauernhof in der Nähe von Arbon/CH, welcher uns von einem Twitterfreund empfohlen worden ist. Ein sehr guter Tipp! Danke, Giunando auch hier an dieser Stelle nochmals. 😉

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Am Abend trafen wir einen Facebookfreund, namens Joe Stalder, welcher uns eine Privatführung im Planetarium und der Sternwarte Kreuzlingen zukommen liess. Es war so schön, ihn mal persönlich zu treffen und der Einblick in die faszinierende Himmelswelt war sehr interessant.

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Am Samstsg, 19. Juli gaben wir den gemieteten Wohnwagenanhänger in Rothenturm zurück. Das gesamte Inventar luden wir in den PW um und wie wir es bereits im Vorfeld ahnten, fanden Tobias und ich keinen Platz mehr im Auto. 😉 Deswegen fuhr Andy alleine mit dem Auto heimwärts und Tobias und ich kehrten per Bus via Schwyz, Gersau und Dampfschiff (!) heim nach Beckenried.

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Was für eine wunderschöne Art, heimzukommen! Zuhause erwartete uns Minouch, während dem die eine Tochter an der Arbeit war und die andere „ausgeflogen“. 😉

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Hier gratis das Album dazu herunterladen (nur bis 23. August):

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