27. Juli bis 2. August 17, 5. und letzter Teil, Amerika. San Francisco

27. Juli bis 2. August 17, 5. und letzter Teil, Amerika. San Francisco

Donnerstag, 27. Juli

Wir können doch noch den Indoorpool des KOA Williams benutzen und fahren anschliessend in etwa 3 Stunden zum KOA Camping Laughlin, in der Nähe des Lake Mead, der unser erster Stopp auf unserer Campertour war.

In der direktesten Linie wären wir in 2.5 Std. am neuen Übernachtungsort. Wir wählen aber die Route 66 und nehmen so einen Umweg von einer halben Stunde auf uns. Es ist „speziell“, auf der berühmten Route 66 zu fahren. Wir sind enttäuscht darüber, wie touristisch vermarktet Seligman ist. Der berühmte Coiffeur Angels ist nicht vor Ort, aber wir erfahren, dass er kürzlich bei bester Gesundheit seinen 90. Geburi feiern konnte. Seligman ist ein kleines „Disneyland“, genauso wie die „Geisterstadt“ (alte Goldgräberstadt) Oatman. Die Route 66 dorthin führt über eine abenteuerliche Passfahrt. Doch der Ort selber ist nicht mehr eine Geisterstadt, ausser man bezeichnet die allzuvielen Touristen und Esel, welche sich dort aufhalten so. Die „Kulissen“ der Stadt sind hübsch, aber die vielen Menschen und Souvenirläden in jedem Haus, zerstören den historischen und authentischen Eindruck.

Um 16.50 Uhr erreichen wir den Campingplatz Laughlin. Doch um 16.30 Uhr schliesst der Campingempfang bereits seine Pforten und wir müssen ein kompliziertes Eincheckprozedere durchlaufen bei der unfreundlichsten Amerikanerin, welche ich auf unserer Reise traf (AVI Resorts und Casino-Hotels, das zum Camping gehört). Doch das Positive an diesem Camping ist, dass wir den Coloradoriverbeach und den Pool dieses Hotels mitbenutzen können. Der Pool ist zwar mehr ein Kinderplanschbecken, als wirklich tief genug zum Schwimmen, aber für eine einzige Benutzung ist es ok. Auch das Schwimmen im Colorado River ist ein tolles Erlebnis. Der River hat mehr Zug als erwartet.

Freitag, 28. Juli

Wir stehen früh auf, denn um 10.30 Uhr müssen wir den Camper abgegeben haben, unser mobiles Zuhause, das uns zwei Wochen lang ein Zuhause war. Ich hätte es schon noch länger ausgehalten darin, obwohl ich mir mindestens 5 Mal den Kopf am einen Kästchen angeschlagen habe. Für uns drei war er gross genug, war leicht zu fahren und gut eingerichtet. Ich schätzte es, dass wir unsere Koffer auspacken und beim Wohnwagenvermieter deponieren konnten. Wir fahren etwa 2.5 Std. bis nach Las Vegas, packen beim Campervermieter unsere 7 Sachen in unsere Koffer, putzen dem Camper grob und müssen uns doch noch beeilen, um die Abgabezeit einhalten zu können. Ein Shuttlebus des Camperanbieters fährt uns gratis zum Flughafen.

Unser Flug nach San Francisco geht erst abends. Wir müssen leider 2 Std. warten, bis wir die Koffer einchecken können und fahren per Flughafenshuttle zum anderen Teil des Flughafens, um etwas zu essen. Als wir endlich einchecken können, vergisst Tobias dabei seine Kamera auf dem Apparat und als wir es 10 Minuten später entdecken, ist sie weg. Das Fundbüro hat zu, obwohl es eigentlich offen haben sollte und so suchen wir zusammen die Polizeistation auf. Schon wieder ein Polizeipostenbesuch im Ausland. Im Gegensatz zur italienischen Polizei ist es hier eine bessere Erfahrung. Der Polizist ist derart einfühlsam, dass mir später, als er uns erklärt, wie hoch die Kriminalitätsrate in Las Vegas ist und uns Bilder von Polizisten zeigt, welche jung im Dienst gestorben sind, die Tränen kommen. Er meint, er wollte mich nicht traurig machen, plaudert mit uns über amerikanische Erziehung, Lebensweise und dass er uns Schweizer dafür bewundert, wiesehr wir Ordnung, Disziplin, Sauberkeit, Anständigkeit, Respekt etc. hoch halten würden und dies unsere Kriminalitätsrate gering halte. So nebenbei erledigen wir das mit dem Rapport für die Diebstahlversicherung. Schade und traurig wegen der sehr guten und neuen Sonykamera, aber es war klar Fahrlässigkeit von unserer Seite und zum Glück hat Tobias am Vorabend alle Bilder auf der Festplatte gespeichert. Wir schaffen es dann nicht mehr, die Stadt nochmals zu besuchen – es wäre auch zu teuer gekommen mit dem Transport hin- und retour und so verbringen wir die Zeit bis zum Abflug  halt am Flughafen.

Der Flug Las Vegas – San Francisco dauert nur etwas mehr als eine Stunde. Per Metro fahren wir zum Opalhotel. Es ist 110 Jahre alt und mir gefällt diese authentische Nostalgie. Wir haben mit Frühstück gebucht, aber dieses wurde in den Social Media zussehr kritisiert. So hat das Management dieses Angebot, welches im Grunde genommen gratis war für die Gäste, gestrichen. Doch weil wir noch vor dieser Änderung gebucht hatten, kommt uns das Hotel entgegen, indem es das Zusatzbett für Tobias nicht berechnet. Auf der anderen Strassenseite befindet sich ein Trendrestaurant, das wir zum Abendessen aufsuchen. Der Receptionist meint, es gäbe Leute, die würden extra im Opal übernachten, weil sie in der Nähe von Tommy’s Joynt logieren möchten. Wir sind dann auch wirklich super zufrieden.

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Samstag, 29. Juli

Wir frühstücken im Restaurant, das sich Tür an Tür zum Opal befindet. Es ist sehr fein, aber etwas teuer.

Zu Fuss erkunden wir den nördlichen Teil San Franciscos. Im Chinatown halten wir uns etwas länger auf, weil gerade irgendein chinesisches Fest stattfindet. Diese fremdländischen Aktivitäten faszinieren uns. Wir wähnen uns nicht in den USA, sondern in China. Wir kaufen eine Gopro und ein Weitwinkel und Makroobjektiv für die Nikon. Beides weit unter dem Katalogpreis.

Die Stadt fasziniert uns. Sie ist bunt, freakig, pulsierend und gleichzeitig sind die Leute easy drauf. Mir kommt es so vor, dass jeder ein Stück weit origineller sein will, als sein Mitmensch. Wir Landeier staunen einfach nur noch über soviele interessante, ausgefallene Menschentypen. Leider sind auch viele Homeless (Obdachlose) in dieser Stadt. Wir beobachten, dass sie einander viel helfen und es lustig untereinander haben trotz ihrer schwierigen Lebenslage. Ob ihnen jemand hilft, Unterstützung gibt? Wir haben nicht herausgefunden, was die Stadt oder Christen für die wirklich auffallend vielen Obdachlosen tut.

Am Pier 39 lachen wir über die trolligen Seelöwen, ein Automatikmuseum am Pier mit Gratiseintritt fasziniert, aber die Preise, um was zu essen, erscheinen uns zu überrissen. Wir frieren trotz Daunenjacken, fahren per Bus zurück zum Hotel und essen bei Tommy’s Joynt wieder z’Nacht.

Sonntag, 30. Juli

Wir frühstücken bei Jane und nehmen eine Warteschlange in Kauf. Wir staunen darüber, wie oft Amerikaner bereit sind, anzustehen. Aber sie tun das diszipliniert und fair. Bei uns entsteht schnell ein Gedränge und ein „Ellbögeln“. Der Stärkere ist der Geschwindere. Hier kann man eine Wartezeit eher abschätzen und stresslos abwarten, bis man an der Reihe ist. Wir wären aber nie bereit gewesen, so lange in einer „Line“ zu stehen, wie es Leute taten, um mit einem Cabelcar zuunterst zu starten. Die standen um etwa 3 Häuserblocks und ich schätze, mindestens 3 Stunden lang!

Jane bietet sogar Ruchbrot an und wir sind mit dem Preis- Leistungsverhältnis sehr zufrieden.

Nachdem wir unterdessen ein paarmal die Ubertaxis ausprobiert haben, fahren wir nun das erste Mal per Lyft. Es ist kein wirklicher Unterschied. Die beiden Systeme funktionieren tadellos. Innert weniger Minuten nach Onlinebuchung ist ein Taxi vor Ort. Je mehr Personen man ist, umso eher rentiert es sich, gegenüber dem öffentlichen Verkehr und man spart im Durchschnitt die Hälfte an Zeit. Wir lassen uns zur Bethel Church bringen und besuchen dort einen Gottesdienst. In den Freikirchen, welche unser Sohn und Andy und ich besuchen, singen wir deren Lieder und es ist für uns etwas ganz Besonderes, am Ursprungsort dieser Lieder zu sein. (Jedenfalls fast am Ursprungsort. Sie werden in Reddings komponiert, einem anderen Ort in San Fran, aber die beiden Orte gehören zu einer einzigen Bethelchurch.) Die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit, was unsere weitere Tagesplanung betrifft. Der Gottesdienst unterscheidet sich in seiner Art nicht von unseren freikirchlichen in der Schweiz.

Nach dem Gottesdienst mieten wir Velos im Golden Gatepark. In 4 Stunden per Velo erkundigen wir einen weiteren Teil der Stadt, u.a. die Golden Gate Brücke. Es ist ein grandioses Erlebnis. Wir hätten nicht erwartet, dass wir per Velo so lange haben, bis wir am anderen Ende der Brücke ankommen. Wie lange dauert es wohl zu Fuss? Das Velofahren in der Stadt ist insofern anstrengend, weil es oft hinauf geht. Die Stadt ist ja an einen Hügel gebaut. Ich muss das Velo oft stossen, was Tobias an seine Geduldsgrenze bringt. Aber wir haben halt keine E Bikes. 😉 Aber das Velo ist dennoch eine gute Art, in der Stadt unterwegs zu sein. Per öffentlichen Verkehr hat man einfach zu lang und obwohl Uber oder Lyft günstig ist, geht es mit der Zeit doch auch ans Budget….

Wir essen dieses Mal indisch z’Nacht, sind aber nur mässig zufrieden.

Montag, 31. Juli

Wir fahren per Fähre nach Sausalito. Das ist ein wunderschönes Erlebnis, denn die Stadt mit der Golden Gate Brücke und die Alcatraz-Gefängnisinsel, sehen vom Wasser her einfach toll aus.

Per Lyft lassen wir uns zum Muir Woods National Monument fahren. Ein würzig-süsslicher Geruch liegt in der Luft. Wir kommen grad rechtzeitig, um einen Rangervortrag über diese seltenen, uralten Bäume anzuhören. Auf gut ausgebauten Wegen erkundigten wir diesen Park. Zurück bringt uns gratis ein Bus (er wäre sonst nicht gratis, aber der Fahrer liess uns einfach so mitfahren). Er fährt aber eben statt der 20 Minuten per Lyft 45 Minuten. Wieder in Sausalito fahren wir per Lyft bis zur Hoteltüre und essen wieder bei Tommy’s Joynt.

Dienstag, 1. August

Frühmorgens bringt uns Uber an den Flughafen. Wir starten am Nationalfeiertag der Schweiz unseren Flug von den USA nach Hause und kommen (Zwischenhalt in New York)  am

Mittwoch, 2. August 

todmüde eine halbe Stunde vor dem Fahrplan in Zürich Kloten an. Geschlafen haben wir alle nicht viel. Vielleicht 2-3 Std. Wir fahren per Zug nach Luzern. Tochter Petra chauffiert uns von da nach Beckenried.

Wir haben Mühe wach zu bleiben, trotzdem wir im See schwimmen gehen.

Um 20 Uhr gehen wir schlafen. Andy beginnt am anderen Tag mit der Arbeit. Tobias hat noch einen Tag länger frei. Ich bin am

Donnerstag, 3. August

trotz 14 Stunden Schlaf tagsüber immer noch müde und schreibe diesen Blog.

Fazit unserer Ferien: es war ein total spannendes, lohnendes, unvergessliches Erlebnis. Wir haben ja unseren 30. Hochzeitstag und Andys 20. Arbeitsjubiläum beim RAV auf diese Weise gefeiert. Dass wir die Reise antreten konnten, war ein Riesengeschenk. Denn er leidet ja unter CLL und wir wussten lange nicht, ob er überhaupt verreisen darf.

Amerika ist in vieler Hinsicht soviel anders als die Schweiz oder gar Europa. Am meisten beeindruckt hat uns die unverbaute Weite der Landschaft, die Grosszügigkeit, Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und schnelle Kontaktaufnahme der Amerikaner. Staunenswert waren alle Nationalparks, welche wir besucht haben. Wir sind uns einig: der Antelope Canyon war am faszinierendsten von allen. Mit seinen orange-gelb-braunen-grauen Farben. Soviel anders als alles, was wir bisher gesehen oder erlebt haben. Auf zweitem Platz folgt bei mir das Goblin Valley, bei Andy der Bryce und bei Tobias entweder das Valley of Fire oder auch der Bryce. Aber jeder Nationalpark ist einzigartig und im Grunde genommen unvergleichlich anders. Beim einen faszinieren die Farben, beim anderen die Tiefe, in die man blickt, beim anderen Felsbrücken und beim weiteren Strukturen und Formationen, von Wind und Wetter geformt wie von Künstlerhand. Und je nach Menschentyp faszinieren den einen halt ungeheure, nicht abschätzbare Tiefen, Weiten, Formen oder Farben. Generell hat es uns dort besser gefallen, wo nicht Massen an Touristen vor Ort waren und man ein bisschen das Gefühl hatte, selber etwas entdecken zu können, als im Gegensatz dazu, ein Touristenbild präsentiert zu bekommen, das schon soviele vor uns abgelichtet hatten. Und manchmal störte die Masse an Menschen einfach auch die Ruhe und Erhabenheit eines Naturortes.

Gefreut haben wir uns darüber, dass wir soviele Wildtiere gesehen haben: Vögel, welche wir hier nicht kennen, zweierlei Typen von Hasen, Rehe und Hirsche, jede Menge Eichhörnchen, Raten, welche zur Famile der Känguruhs gehören, ein Erdmännchen, eine Luchsfamilie, eine Seelöwenkolonie, grosse Eidechsen, Wildpferde, aber leider keinen Bären. 😉 In Seligman haben wir wilde Esel gesehen. Es hingen Schilder, wir sollten sie nicht füttern, denn sie seien wild und könnten beissen, aber in jedem Souvenirgeschäft konnte man Eselsfutter kaufen. Ein paar wurden dann tatsächlich wild, stoben auseinander und einer jagte Tobias nach! :-O

Wir haben erst vor Ort gemerkt, dass wir noch soviel Lohnenswertes hätten anschauen können an der Westküste. Ich dachte vorher wirklich, wenn wir die bekanntesten Nationalparks wie Bryce, Arches, Grand Canyon gesehen hätten, dann hätten wir alles gesehen von der Gegend. Aber es gäbe noch soviel Sehenswertes. Nur die Reise ist halt wirklich etwas lang. 😉

Was uns total schockierte und erschütterte, waren die vielen Obdachlosen, vor allem in San Fran. Und was uns nervte, war der schlechte Ausbau im öffentlichen Verkehr. Wir sind wieder neu dankbar für das gute Liniennetz in der Schweiz. Auf die andere Seite funktioniert dort Uber oder Lyft sehr gut, welche bei uns überhaupt noch nicht bekannt sind. Viele Menschen können mit Taxidiensten ohne komplizierte Lizenzen ein Zusatzbrot verdienen. Wir würden ein anderes Mal viel häufiger auf Uber/Lyft zurückgreifen, statt den ÖV zu benutzen in den USA. Aber am Anfang hatten wir halt noch nicht überall Internet und so konnten wir sie leider nicht immer dann buchen, wenn wir Bedarf hatten. Erst im zweiten Walmart wurden wir wegen einer SIM Karte für Tobias Handy, das zwei Karten aufnehmen kann, gut beraten. Wenn wir Uber benutzt hätten, dann wäre in LA viel mehr an Programm drin gelegen.

Andys Planung war perfekt. Ich kann unsere Route gern weiter empfehlen. Die Fahrzeiten waren sogar weniger lang, als berechnet. Und dies per Camper.

USA

Es war gut, dass wir einen Camper hatten. Der Vorteil ist, dass man sein Zuhause immer dabei hat und nicht aus dem Koffer leben muss. Der Nachteil ist, dass man damit nicht überall durchkommt. Es wäre auch möglich per PW zu fahre und in Motels zu übernachten für dieselbe Strecke. Wir fuhren in 14 Tagen 1800 Meilen, also rund 2’900 Kilometer, was für uns eine gute Streckenlänge war. Wir hatten nie Stress. Die durchschnittlichen 2 bis 3 Stunden Fahrzeit waren gut zu bewältigen. Und nicht jeden Tag fuhren wir, sondern wir hatten auch noch Zeit, die Ferien einfach zu geniessen, mit Lesen, baden, fein essen, einfach „sein“. Aber gleichzeitig haben wir jeden Tag etwas Spezielles erlebt, keinen einfach so „verplämpert“.

Wir hatten voll Wetterglück und danken Gott dafür. Denn wie wir zum Beispiel von einem Mann erfuhren, der im Shuttlebus des Grand Canyon mit uns plauderte, konnten sie die geplante Antelope Tour nicht machen, aufgrund schlechten Wetters. Die Canyons waren abgesperrt. Wo wir hinkamen, verzog sich der Regen schnell oder trat nach uns ein. Auch vom Arches hörten wir von Touristen aus der Schweiz, welche am selben Abend wie wir dort waren, dass sich ein so starkes Gewitter über den Nationalpark entlud, dass nur noch Leute mit PW oder Allrad den Park verlassen konnten. Mit dem Camper konnte man den Heimweg nicht mehr antreten und musste im Park übernachten.

Die Karte unserer besuchten Orte in den USA sieht nun so aus:

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An dieser Stelle danke ich unserem Reisebüro Preisig Reisen in Stansstad. Sie haben uns im Vorfeld geduldig und fachkundig beraten. Die Flüge (auch Las Vegas-San Fran) und den Camper buchten wir über sie. Alles hat tip top geklappt und bei Problemen wären sie rund um die Uhr für uns da gewesen. Das gab ein beruhigendes Gefühl. Wir hoffen, noch so manche Reise zusammen unternehmen zu können. Und buchen gern wieder über Preisig Reisen. P.S. Dies ist ein nicht gesponserter Beitrag. 😉

Und last but not least danken wir Gott für seine Bewahrung vor Unfällen und Krankheiten und allen Betern. ❤ Wir sind überglücklich, dass wir diese Reise unternehmen durften und es vor allem Andy so gut ging. Wir konnten dieses Abenteuer voll geniessen und liessen alle Sorgen hinter uns. Der Alltag hat uns wieder und Andy beginnt nächste Woche wieder eine Chemoeinheit….

Wir werden noch lange zehren von den superschönen Erinnerungen. Die kann uns niemand nehmen, auch keine Krankheitszeit.

 

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Bryce Canyon – USA, 2. Teil, 17. bis 18. Juli 2017

Bryce Canyon – USA, 2. Teil, 17. bis 18. Juli 2017

Montag, 17. Juli

Die Fahrt vom Camping am Zion Nationalpark bis zum Bryce Canyon dauert 2.5 Stunden. Wir nehmen dabei nicht den Weg über den Tunnel beim Zion Nationalpark, sondern die Autobahn. Unterwegs tanken wir das erste Mal, was uns 90 US Dollar kostet und kaufen erneut beim Walmart ein. Überrascht stellen wir fest, dass man in Amerika in einem normalen Supermarkt Waffen kaufen kann. Wir kochen meistens selber in unserer Wohnwagenküche.

Der Himmel wird immer dunkler und so sind wir ganz verunsichert, als wir das Eingangstor zum Bryce Canyon passieren. Sollen wir die geplante Wanderung wagen oder nur per Wohnmobil oder Gratisshuttle eine Sightseeingtour durch den Park unternehmen? Wir packen unsere Regenjacken und Regenschirme ein und steigen mal in den Shuttle ein. Dies sei ein Happybus, lacht der Chauffeur. Und Regen würde ihm persönlich nichts machen. Auch als die Tropfen heftiger gegen die Scheiben trommeln und wir unterwegs durchnässte Nationalparkbesucher zusteigen lassen, reisst der Fahrer weiterhin ununterbrochen seine Witzchen. Er ist von derselben „Natur“ wie unser Reitführer – ihr erinnert euch? Wir steigen bei der Sunset-Station (Sonnenuntergang-Station) aus. Nachdem wir vorher durch einen ebenen Wald gefahren sind, ist der erste Blick in den Bryce Canyon hinunter überwältigend schön. Sowas Grandioses habe ich noch nie in meinem über 50 ig jährigen Leben gesehen. Klar auf Fotos – aber das ist was komplett anderes, als wenn man mitten in dieser Naturkulisse steht, das wird mir jetzt klar. Anders als beim blossen Betrachten von Bildern oder Filmen, nimmt man beim persönlichen Erleben die Naturschönheit mit allen Sinnen auf und der Rundumblick lässt sich mit keiner Kamera wirklich festhalten. Noch nie in meinem Leben war ich mir der Grenze so bewusst, was es heisst, Erinnerungen in Bildern und Worten festhalten zu wollen. Ich habe ein Foto im Buch „Dieser Moment“ veröffentlicht via Vidal Verlag. Da schrieb ich: „Halte diesen Moment nicht fest – geniesse ihn.“ Ja, solch kostbare Augenblicke wollen einfach nur genossen und im Herzen verinnerlicht werden. Dennoch knipsen Sohnemann und ich unzählige Fotos. 😉 Letzterem hat zwar das Valley of Fire besser gefallen. Nicht zuletzt auch deswegen, weil wir dort (im Valley of Fire) fast alleine inmitten der puren Natur unterwegs waren und nach der Fahrt durch eine Wüstenlandschaft völlig perplex waren ob der Felsen, welche morgens beim Aufwachen in vielen Farbtönen strahlten. Hier im Bryce Canyon sind wir nicht alleine. Warum müssen Asiaten immer so aufgeregt hin- und her wuseln und einander anschreien, wenn sie sich was erzählen wollen? Ok – ist etwas fies – ist wohl einfach ihre Kultur und auch sie sind geliebte Geschöpfe Gottes. Dennoch nervt dieses Getue und wir steigen den Wanderweg in die Schlucht herunter und lassen diese vielen Touristen nach und nach hinter uns. Zuerst müssen wir die Regenschirme aufspannen und der Weg ist etwas glitschig. Wir sind froh um unsere Wanderschuhe und schütteln erneut die Köpfe über die paar Asiaten, welche hinaufsteigen und dabei Sandaletten und Ballerinas tragen. Bald schon scheint die Sonne wieder von einem wolkenlosen Himmel.

Der Weg hinunter ist spektakulär, aber super und breit angelegt. Unterwegs freuen wir uns an den vielen neugierigen, putzigen Eichhörnchen. Einen blauen Vogel wollen wir fotografieren, aber er meint, ich solle es eben lernen, den Augenblick nicht festhalten zu wollen, sondern zu geniessen. 😉 Er lässt das Fotografieren jedenfalls nicht zu. Die Felsstrukturen inspirieren die Fantasie. Es ist wie eine Märchenlandschaft und man könnte soviel in den Säulen und Formationen sehen. Foto- und Trinkpausen eingerechnet, sind wir zwischen dem Sunset- und dem Sunriseplace 2 Stunden unterwegs. Wir wählen den längeren Aufstieg, der nicht so steil ist, wie ein anderer, direkter. Es wird heiss….

Bevor wir zu unserem Campingplatz fahren, suchen wir das Visitorcenter auf und sind enttäuscht über die schlechte Filmqualität, welche uns dort vorgesetzt wird. Eine monotone Stimme lullt uns ein. Die Bilder sind zu dunkel und unscharf. Schade, denn mit kleinem Aufwand und Budget liesse sich doch etwas viel Moderneres, Ansprechendes produzieren. Aber die Touristen kommen halt so oder so – Werbung hat dieser Nationalpark wohl nicht nötig. Der Rest der Ausstellung ist – hm – soso lala. Man hat nichts verpasst, wenn man das Visitorcenter auslässt. Leider.

20 Autofahrminuten vom Bryce Canyon entfernt, liegt der Camping KOA Bryce Valley Cannonville. Unser Zuhause für zwei Nächte. Ein schöner Platz mit Pool, auf Wunsch mit Frühstück, Waschmaschinen und Tumbler, Propangastankstelle, kleiner Shop, wie schon der Camping beim Zion. Leider wurden wir direkt an der etwas vielbefahrenen Strasse platziert.

Wir baden im Pool und sind dabei nicht allein. 😉 Das erste Mal sehen wir Mormonen. Oder sind es Amish People? Sie sind jedenfalls so gekleidet und frisiert, wie ich es von Filmen kenne, aber ich war mir nicht bewusst, dass sie ein Wohnmobil steuern dürfen. Die Kinder und nur diese durften im Pool mit Kleidern (….) schwimmen.

Ein heftiges Gewitter zieht erneut auf – und wir gehen früh schlafen, denn wir haben uns entschlossen, morgen noch früher als sonst schon aufzustehen. Also, ich bin ja keine Frühaufsteherin in der Schweiz. Aber hier entwickle ich mich geradezu zu einer solchen. Haha.

Dienstag, 18. Juli

Der Wecker klingelt, wie von uns gewünscht 😉 bereits um 5 Uhr und wir fahren um halb 6 ohne Frühstück zum Bryce Canyon. Weil wir ein RV Fahrzeug haben, dürfen wir nur bis zum Northern Parkplatz fahren. Autos dürfen weiter in den Park hinein fahren. Wir parkieren also dort und wandern – man erinnere sich: ohne Frühstück (!) zackigen Schrittes eine Viertelstunde zum Sunrise Punkt. Wir dachten, dass wir als einzige die Idee hatten, so früh aufzustehen, um den Sonnenaufgang dort zu erleben. Haha! Die Asiaten sind auch schon auf den Beinen – und auch französisch sprechende Besucher. Wir finden dennoch einen Platz ganz für uns allein und sind etwa eine Viertelstunde vor dem eigentlichen Sonnenaufgang (Sonnenaufgang 6.20 Uhr) dran. Zeit genug also, um die Kamera einzustellen und schön zu positionieren. Zeit auch, zur Ruhe zu kommen und die Stimmung zu geniessen. Die Luft ist noch kühl und wir sind froh um unsere langen Hosen und Jacken. Ein paar andere Leute um uns herum frieren in ihren Jäckchen und Shorts. Sonst haben wir halt schon eine Durchschnittstagestemperatur von um die 40 Grad. Es wird immer romantischer… Die aufgehende Sonne setzt die Felsstrukturen in ein immer wieder anderes Licht, je höher sie steigt. Traumhaft und unvergesslich! Die ganze Schlucht ist in diesem ersten Morgenlicht noch viel schöner anzusehen, als bei praller Sonne.

 

 

Wir frühstücken auf der Retourfahrt zum Campingort in der Ortschaft Tropic im Bryce Pioneer Village Motel Restaurant. Auch als Nicht-Übernachtungsgäste können wir uns für 4 Dollar pro Person vom Frühstücksbuffet „all you can eat“ bedienen. Es ist ein einfaches Zmorge aus Pappgeschirr, aber für den Preis ganz gut.

Den Rest des Tages geniessen wir auf dem Camping mit Lesen, Baden, Nickerchen machen, diesen Blogbeitrag schreiben, Whatsapp, Messenger, Facebook, Twitter, Instagram checken…. 😉

Morgen gehts zu einem Nationalen Monument: den Grand Staircase-Escalante. Wir rechnen mit ein bisschen mehr als 2 Std. Fahrt.

 

 

 

Welche Bergpredigt und Seligpreisungen brauchen wir für die Zukunft?

Die Gesellschaft nimmt das Thema Glaube/Christen heute nur dann wahr, wenn es um den Tod geht oder wenn die Christen gegen etwas sind. Gegen Homosexualität, gegen den Islam, gegen Sex vor der Ehe. Dr. Andreas Walker ist Zukunftsforscher. Er berät Politiker und Wirtschaftsleute zu Fragen zukünftiger Chancen und Risiken. Im Rahmen des Community Weekend der Vineyard, am 8. April 17, warf er Fragen auf wie: „Können christliche Kirchen ihr „Kerngeschäft“ noch erklären in einer Sprache und mit Bildern, welche heute verstanden werden? Was ist christliche Hoffnung?“

Unter der Leitung von Dr. Andreas Walker und Dr. Andreas Krafft hat Swissfuture in Zusammenarbeit mit 20minuten und BILD dieses Jahr zum achten Mal eine Umfrage lanciert. Mit den Ergebnissen wurde das „Hoffnungsbarometer 2017“ erstellt – als hoffnungsvolle Antwort auf die seit über 40 Jahren publizierten «Sorgenbarometer» und «Angstbarometer». Die Fragen gingen in diese Richtung: „Was erwarten Sie vom kommenden Jahr? – Was wünschen Sie sich? Ihre grossen Hoffnungen 2017? Aktivitäten zur Erfüllung dieser Hoffnungen?“ Auf der Rangliste der Hoffnungen ganz zuoberst stehen bei Herr und Frau Schweizer die persönliche Gesundheit, gefolgt von der Hoffnung auf eine glückliche Ehe, Familie, Partnerschaft. Ganz zuunterst auf der Liste rangiert die Hoffnung darauf, religiöse und spirituelle Erfahrungen zu machen.

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Um sich Hoffnungen zu erfüllen, denken die Schweizer gern nach, analysieren Zusammenhänge, übernehmen Selbstverantwortung, sprechen mit Freunden darüber. Nur eine verschwindend kleine Minderheit der Schweizer, besucht eine Kirche, einen Tempel oder Kraftort, um Hoffnung zu schöpfen.

WhatsApp Image 2017-04-08 at 12.08.32.jpegAuch als Hoffnungsträger besetzen Pfarrer/Pfarrerinnen, Priester, Geistliche, Mönche oder Nonnen den Schlussrang, noch hinter den Bankern, Finanz- und Versicherungsfachleuten. Als erste Hoffnungsträger werden Ehepartner oder Lebenspartner genannt. Als zweites setzen die Schweizer ihre Hoffnung auf sich selber.

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Die Umfrageergebnisse lassen den Schluss zu, dass die schweizerische Gesellschaft von uns Christen nichts erwartet. Man setzt keine Hoffnungen auf uns und das Thema Glaube interessiert nicht. Haben wir unseren Mitmenschen, der Schweizer Gesellschaft wirklich nichts zu geben als Christen?

Dr. Andreas Walker hat zusammen mit anderen Zukunftsforschern aus Wirtschaft und Politik festgestellt, dass folgende 4 Schwerpunkte uns in der nahen Zukunft herausfordern werden:

  • Angst/Hoffnung

Der Mensch hat noch nie so lange gelebt, wir haben noch nie soviel Geld gehabt wie heute, aber auch noch nie soviel Angst. Arbeitslosigkeit, Gewalt, Fake News, Attentate, IS, Rechtspopulismus, Angst davor, ob das AHV Geld für die eigene Rente reichen wird, flössen den Schweizern Angst ein. Die Welt verändert sich, aber der Durchschnittschweizer will um jeden Preis die Gegenwart festhalten und nichts verändern.

Dabei haben wir Christen eine Botschaft der Hoffnung. Die Bibel sagt in Johannes 16,33: In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Wir müssen nichts bekämpfen, nicht jammernd gegen etwas sein, hingegen vielmehr überwinden. Als Christen sind wir herausgefordert, unseren Mitmenschen zuzuhören, zu erfahren, was ihre Ängste sind und tragen zu helfen. Die christliche Botschaft, welche wir den Menschen zu geben haben, lautet: „Du musst nicht alleine sein!“

Die Bibel sagt: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung und Liebe“ 1. Korinther 13, 13 Christen haben in der Vergangenheit laut Aussage von Dr. Walker zu lange und zu rechthaberisch und aggressiv über theologische Unterschiede gestritten. Darüber, was „richtiger“ Glaube ist, wurde zu Genüge diskutiert. Das Thema Glaube ist wie das dritte Standbein eines Dreihöckers. Weil wir uns zu lange auf dieses Thema konzentrierten, sind wir Christen aus der Balance geraten.

WhatsApp Image 2017-04-08 at 12.08.37.jpegDeshalb sollten wir uns in Zukunft stärker auf die Hoffnung und die Liebe konzentrieren, um die Balance wieder herzustellen. Die Hoffnung sagt, wir bleiben dran, wir stehen auf und gehen weiter. Geduld und Langmut sind Geschwister der Hoffnung. „Glaube an das Morgen, auch wenn das Heute dich überfordert“, sagt Walker. Dies ist die christliche Botschaft an unsere angstgeplagte Schweizer Mitbevölkerung.

  • Langlebigkeit

Zwischen 1880 bis heute hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung eines Menschen verdoppelt.

WhatsApp Image 2017-04-08 at 12.08.41.jpegIm Jahr 2030 werden ein Drittel der Schweizer Bevölkerung 60 Jahre und älter sein. Sah ein Leben früher so aus, dass man 15 Jahre lang ein Kind war, dann bis 65 arbeitete und etwa 70 Lebensjahre zu erwarten hatte, sieht ein Lebenszyklus heute so aus: 30 Jahre bis der Mensch mit dem Studium fertig und bereit zur Elternschaft ist, 30 Jahre Berufs- und Familienleben und 30 Jahre lang ein fittes Alter geniessen. Dr. Walker meint, wir sollten für die Zukunft mehr Senioren- statt Jugendpastoren ausbilden, denn die Fragen, Sorgen, Bedürfnisse aber auch Möglichkeiten dieser Gesellschaftsmehrheit werde uns als Christen herausfordern.

  • Globale Migration

Dieses Thema fordert uns Christen heraus, Versöhnung zu leben. Trennendes soll überwunden werden. Es wird eine Globalisierung des Christentums geben, eine Herausbildung eines grenzsprengenden, überkonfessionell christlichen Milieus. Die Christengemeinschaft wird neu herausfinden müssen, was „christlich“ ist, ohne sich ausschliesslich in der „Dagegen-Form“ zu definieren. (Gegen den Koran, gegen…)

  • Digitalisierung

Die Digitalisierung ist sowohl Chance wie Auftrag für uns Christen. Die Frage: „Ist ein Roboter der bessere Mensch?“, stellt Christen vor eine Herausforderung. Was macht den Menschen zum Menschen, im Gegensatz zum Roboter? Was ist der Sinn des Lebens? Wer kennt und versteht mich? Was ist ein Gott? Was ist ein Herz – ich habe doch für alles meinen Computer? Was macht meine Identität aus? Warum sollte ich Gott brauchen, wenn doch der Computer alles für mich erledigen kann, wenn die „künstliche Intelligenz“ alles weiss – bis hin zur perfekten Partnerwahl?

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Die Abschlussfrage Walkers: „Wie schafft ihr „christliche Kompetenzen“ für gesellschaftsrelevante Zukunftsfragen?“ ist nicht so auf die Schnelle zu beantworten, sondern wird eine Knacknuss für die Zukunft sein.WhatsApp Image 2017-04-08 at 12.08.46.jpeg

Blogparade Dankbarkeit

Blogparade Dankbarkeit

Via Twitter wurde ich auf auf eine Blogparade zum Thema Dankbarkeit aufmerksam.

Ich bezeichne mich selber als dankbare Frau. Ich muss mich dazu nicht extra bemühen, sondern es ist seit langem mein Lebensstil. Und selbst in der schwierigen Zeit, in der wir aktuell stehen, gibt es viel Grund zur Dankbarkeit.

Ich bin Gott dankbar dafür, dass:

  • ich IHN (Gott) mit 18 Jahren kennenlernen durfte und seitdem ganz bewusst als sein Kind auf dem Lebensweg unterwegs sein darf. Er ist mein bester Freund, hält, trägt, tröstet, stärkt, ermutigt, fördert, berät und kennt mich.
  • mein Mann und ich in diesem Jahr unseren 30. Hochzeitstag feiern dürfen. Er ist mein Lieblingsmensch und ich hoffe, dass wir uns noch lange geniessen können.
  • Andy und ich drei gesunde, zwäge Kinder haben, welche alle einen guten Weg gehen.
  • wir so schön wohnen. Wir haben See- und Bergsicht, wohnen in einem ruhigen Quartier und pflegen gute und teilweise freundschaftliche Kontakte zu unseren Nachbarn. Im Sommer sind wir in 5 Gehminuten am See und können jeden Tag ein paarmal schwimmen. Im Winter erreichen wir die Talstation zum Hausberg der Klewenalp, wo man toll Wintersport ausüben kann, innert 10 Gehminuten.
  • unser Kater Minouch seit 5 Jahren zu unserer Familie gehört. Er entlockt uns hie und da ein herzliches Lachen oder ein „jöööö“.
  • wir so gute Jobs haben, welche wir gerne ausüben. Seit August 16 habe ich eine zweite Stelle als Freelancerin beim Nidwaldner Blitz (die erste beim SCM Bundes-Verlag Schweiz). Beim Blitz erhalte ich viele spannende Aufträge und das kommt unserem Familienbudget sehr zugute.
  • wir gute Freunde haben, welche in jeder Not für uns da sind, aber auch mit uns die schönen Seiten des Lebens teilen, denn „geteilte Not ist halbe Not, geteilte Freude ist doppelte Freude.“
  • er uns die Musik geschenkt hat. Wie oft stellt mich ein Lied auf und wie wohl tut das Singen. Bald startet zum Glück wieder das Ennetbürger Chorprojekt. Dieses Jahr zum Thema „Mundartlieder“.
  • ich über Facebook, Twitter, Blog und Co. soviele wertvolle Kontakte knüpfen konnte.
  • mir das danken nie ausgeht und ich hier noch zehntausend andere Gründe aufzählen könnte. Danke Gott, dass eine gute Perspektive gibt. Danken zieht nach „oben“. Deshalb habe ich das Beitragsbild gewählt: Wofür kann ich danken – dies zu fokussieren, ins Visier zu nehmen, tut gut.

Ich bin gespannt auf eure Dankbarkeitsberichte. Ich denke, es ist wie ein Ping-Pong-Spiel: wenn ich aufzähle, wofür ich dankbar bin, löst das beim Gegenüber auch Dankbarkeit aus. Es hilft, sein Leben nach Dankbarkeitsgründen zu durchforschen – und wenn man dies teilt, wirkt es ansteckend. Also: wofür bist du dankbar? Mach doch auch mit.

 

LIEBSTER BLOG AWARD

LIEBSTER BLOG AWARD

Schön, dass Zora mich für den Liebster Blog Award vorgeschlagen hat. Danke für die Nominierung!

Hier meine Antworten auf Zoras Fragen:

1. Warum hast du angefangen, diesen Blog zu schreiben?

Nachdem ich auf Facebook hie und da längere Texte oder Fotos postete, wurde ich ermutigt, doch alles mal zu „verbloggen“. Diese Ermutigungen stammten hauptsächlich von Zora und Karin Mayerhofer Dobler. Lange Zeit sträubte ich mich gegen diese Idee und dachte: „Ach, wer wird schon Interesse an meinem Blog haben?“ Irgendwann hatte ich genügend Schreibmaterial zusammen und startete, einfach nur für mich selber. Egal, ob es andere lesen würden… Heute ist es mir nicht immer egal, ob ich nur für mich selber schreibe. Es wäre schön, es würden ein paar mehr mitlesen.

2. Wie kommst du zu deinen Texten? Was inspiriert dich?

Ausflüge, Reisen, Wanderungen, Ferien mit der Familie, aussergewöhnliche Erlebnisse. Es kann aber auch vorkommen, dass mich was beschäftigt, das in der weltweiten Welt grad so abgeht, sei es politisch, religiös, weltanschaulich. Dann zwickt es mich in den Fingern, meine Meinung zu verbloggen.

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3. Würdest du gerne vom Schreiben leben? Oder, wenn dies bereits der Fall ist: was musstest du unternehmen, damit du vom Schreiben leben kannst?

Ich lebe zu einem Teil vom Schreiben. Aber nicht vom Blog. Das heisst, wir sind als Familie auf mein Einkommen angewiesen, welches ich als Freelancerin beim SCM Bundes-Verlag und dem Nidwaldner Blitz verdiene. Wir sind vor 1.5 Jahren umgezogen und ich habe die Stellen als Hundesitterin und Hauwarting dabei verloren. Die neue Miete beträgt aber Fr. 500.– mehr als vorher. Der Lohn, den ich bei beiden Stellen verdiene plus mein Engagement als Testkundin und als Kindergottesdienstmitarbeiterin der Reformierten Kirche decken in etwa diese Lücke.

Klar wäre es schön, auch mit dem Blogschreiben etwas zu verdienen. Ich könnte mir vorstellen, für die SBB oder andere Unternehmen gegen Bezahlung von unseren Reisen zu erzählen. Ich habe bei den zuständigen Stellen schon ein paarmal angeklopft deswegen. Wer weiss, vielleicht klappt es irgendwann? 😉

4. Wie sähe dein perfekter Tag aus?

Ich erlebe viele perfekte Tage. 😉 Ich bin zufrieden und glücklich, wenn meine Liebsten einschliesslich Katze Minouch und ich gesund sind, wenn ich das tun kann, was ich am liebsten mache: schreiben. Wenn meine Schreibergüsse dazu noch beachtet werden, ist mein Tag perfekt. Sahnehäubchen sind sonniges, warmes Wetter, eine tolle Unternehmung mit der Familie und interessante Fotosujets.

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5. Wer hat dich in deinem Leben massgeblich geprägt?

Meine Eltern. Sie haben mir viel an Werten mitgegeben. Später Predigten und das Leben in diversen Freikirchen. Sowohl im Positiven wie leider auch im Negativen. Auch das Leben mit eigenen Kindern hat mich geprägt. Ich lernte viel durch sie und mit ihnen zusammen. Vor allem lernte ich mich selber durch meine Kinder von einer anderen Seite her kennen.

6. An welches Erlebnis aus deiner Kindheit denkst du gerne zurück?

Ich denke viel und gern an gemeinsame Wanderferien in der Schweiz zurück. Mit meinen Eltern war ich nie im Ausland, lernte aber wohl jeden Ecken im eigenen Land kennen. Ich bedauerte zwar, dass meine 8 und 10 Jahre älteren Geschwister meistens nicht mit uns in die Ferien fuhren, hatte aber viel Spass mit meinen Eltern zusammen. An den Abenden lachten wir beim Spielen zusammen, bis uns die Bauchmuskeln schmerzten und die Augen tränten. Nie erlebte ich meine Eltern glücklicher als an solchen Ferienabenden.

7. Dürrenmatt oder Frisch?

Weder noch. Ich musste Werke von beiden in der Töchterhandelsschule Luzern lesen, konnte mich aber persönlich nie erwärmen – weder von der einen noch der anderen Literatur.

8. Welche Gegend magst du am liebsten und warum?

Ich mag die Schweiz und das Leben hier. Die abwechslungsreiche Landschaft und die ruhige, politische Lage, welche mir Sicherheit vermittelt.

Als wir als Familie in Australien waren, sagte ich an der Ostküste: „Falls Auswandern einmal ein Thema wäre, könnte ich mir ein Leben hier vorstellen.“ Dies, weil im Atherton Tableland sowohl Berge, Seen wie in der Schweiz vorkommen, aber auch Regenwald, Städte und das Meer. An ein und demselben Tag könnte man in den Bergen wandern und im Meer baden.

9. Wenn du nicht bloggen würdest (und es kein Internet gäbe), was würdest du dann tun?

Ich würde Tagebuch und Briefe schreiben. Die Wahrscheinlichkeit, ein Buch zu schreiben, wäre ohne Internetanschluss grösser, als es aktuell ist. Vielfach verbringe ich zu viel Zeit bei Facebook, Twitter, Instagram. Diese fehlt mir dann, um mich fantasievoll der Entwicklung einer Geschichte anzunehmen. Ich habe im Rahmen des Novemberschreibens einen Roman verfasst mit dem Titel „Die Liebe ist rot“, der aber leider keinen Verlag fand. Zudem ein Kinderbüchlein. Ein weiterer Roman liegt irgendwo unvollendet auf einer externen Speicherplatte.

Ich würde mich wahrscheinlich zudem vermehrt dem Fotografieren widmen und Kurse belegen.

10. Glaubst du an das Gute im Menschen? Falls ja, warum? Falls nein, warum nicht?

Ich bin ein naiver Typ. Wurde mir schon oft gesagt. Ich gehe immer davon aus, dass es mein Gegenüber gut mit mir meint. Ausschliesslich gut. Und falle dann halt vielfach auf die Nase. Dennoch möchte ich mir diese Art der Naivität nicht nehmen lassen, denn ich würde mir gleichzeitig viele schöne Erlebnisse mit völlig Unbekannten nehmen lassen.

Von meinem Glauben und persönlichen Lebenserfahrungen her weiss ich, dass jeder Mensch zum Egoismus tendiert. Doch weil ich mich selber mit Schwachheiten erlebe, bin ich grundsätzlich gnädig mit meinen Mitmenschen. Ich kann mich zwar schnell aufregen, teile dann das auch mit, vergebe und vergesse aber genauso schnell wieder.

11. Welchen Tipp würdest du jemandem geben, der bloggen möchte? 

Probieren geht über studieren!

Ich habe mir kein Konzept erstellt, über was ich bloggen möchte, sondern einfach begonnen, von meinem Leben zu erzählen. Von dem, was ich tue und denke. Die Handhabung via WordPress war zu Beginn eine grosse Herausforderung. Ich habe einfach ausprobiert, nichts darüber gelesen, mich durchgeklickt – und es hat funktioniert. Ich mag es nicht, wenn ich für etwas, das ich tun möchte, zuerst Bedienungsanleitungen und Bücher studieren und wenn möglich noch Seminare besuchen muss. Wenn ich etwas tun möchte, dann muss es subito geschehen können. Nicht nur in dieser Beziehung bin ich ein ungeduldiger Mensch. 😉 Fang einfach an. Tu den ersten Schritt. Und bei konkreten Fragen bin ich für dich da.

Die Regeln, wenn ihr nominiert wurdet:

1. Bedankt euch bei der Person, die euch nominiert hat, und verlinkt sie auf eurer Seite.

2. Kopiert das Emblem oder holt euch ein zu euch passendes aus dem Netz und stellt es sichtbar auf die Award-Seite. (Ich sah keines bei meiner Vorgängerin und habe deshalb auch keines verwendet. Könnt diesen Punkt also streichen.)

3. Beantwortet die 11 Fragen, die euch gestellt wurden und veröffentlicht sie auf eurer Seite.

4. Denkt euch 11 neue Fragen für die Blogger aus, die ihr nominieren wollt und stellt die Fragen auf eurem Blog.

5. Kopiert die Regeln und stellt sie ebenfalls auf euren Blog, damit die Nominierten wissen, was sie zu tun haben.

6. Nominiert zwischen 2 und 11 neue Blogger, die ihr gerne weiter empfehlen wollt. Das sollten möglichst solche sein, die noch wenig bekannt sind, aber empfehlenswerte Inhalte bieten.

7. Stellt die neuen Nominierungen auf eurer Seite vor und gebt den jeweiligen Bloggern eure Nominierung persönlich bekannt.

Meine 11 Fragen an euch (die ihr gerne mittels Worten oder auch Bildern beantworten dürft)

  1. Wo siehst du den Vorteil eines Blogs gegenüber von Facebook oder anderen Social Medien?
  2. Würdest du deinen Blog auch dann weiter führen, sollte kein einziger Mensch ihn lesen?
  3. Was würdest du bei Gmerkigs gern lesen?
  4. Verdienst du mit deinem Blog Geld? Falls nein – wäre das dein Wunsch, strebst du es an? Falls ja: wie hast du das zustande gekriegt?
  5. Wann hast du mit deinem Blog gestartet? Gab es dafür einen bestimmten Grund?
  6. Gibt es etwas, das deinen Blog speziell macht, ihn abhebt von anderen mit ähnlichen Themen?
  7. Könntest du dir vorstellen, auszuwandern? Falls ja: wohin und weshalb dort hin? Falls nein: warum nicht?
  8. Liest du regelmässig andere Blogs, hie und da oder gar nicht?
  9. Bist du mit deinem Leben zufrieden? Oder was fehlt dir zum Glücklichsein?
  10. Wie häufig veröffentlichst du einen neuen Blogbeitrag?
  11. Welche Rolle spielt Gott in deinem Leben?

Hier die Blogger, die ich nominiere:

Karsten Socher, ein Fotograf, den ich über das Projekt der 99 ig Fotografen persönlich kennen gelernt habe. Heike und er haben uns schon ein paarmal besucht. Das Treffen zwischen Weihnachten und Neujahr entwickelt sich schon fast zu einer lieben Tradition. 😉

Am Twittertreffen mit SBB CEO Andreas Meyer, lernte ich Andreas Schweizer kennen. Er ist einer der SBB-Servicescouts und ich lese hauptsächlich sehr gerne über Twitter, was er alles zu erzählen hat.

Markus Schmid ist mein treuster Leser. Sei es auf Facebook, Twitter oder über diesen Blog. Er beachtet mich, kommentiert, interessiert sich. Dafür möchte ich dir, Markus einmal danke sagen.

Johannes Mairhofer war der Initiant der 99Fotografen. Ich habe dort mit Begeisterung mitgemacht und bin ihm dankbar für dieses Projekt. Denn erstens lernte ich enorm viel über die Fotografie und zweitens erweiterte sich mein Bekanntenkreis um einige interessante Persönlichkeiten.

Benno hat mich ermutigt, die alten Kameras, welche beim Zügeln zum Vorschein kamen, auszuprobieren. Es wäre schön, Benno, wenn du obige 11 Fragen beantworten und bei dieser Blogparade mitmachen würdest.

Andrea Jerger hat das SBB SOME organisiert, ist wie Andreas Schweizer, SBB Sevicescout und ich bin ihr sehr dankbar für das unvergessliche SBB Twittertreffen.

Auch Martin Rechsteiner lernte ich am SBB SOME kennen. Ich lese gerne mit, wenn er über seine Ausflüge mit der Familie berichtet. Vielleicht magst du zur Abwechslung obige 11 Fragen verbloggen?

Gaby Rudolf – ist dein Blog noch aktiv?

Gaby, Benno und Johannes Mairhofer lassen sich entschuldigen – keine Lust oder Zeit, hier mit zu machen. Vielleicht magst du, Sven? Bist der Erste und bisher Einzige Liker hier. 😉

Inter-nette Bekanntschaften #Blogparade #webseidank

Inter-nette Bekanntschaften #Blogparade #webseidank

Johannes Mairhofer war es, der mich via Twitter auf diese Blogparade aufmerksam machte. Johannes kenne ich von einer Twitteraktion der sogenannten 99 iger Fotografen. (Hat nichts mit den 99iger Jahren zu tun. 😉 ) Eine Woche lang durfte ich einen Wechselaccount von Berufs- und Hobbyfotografen betreuen. Darauf aufmerksam wurde ich durch Sascha, einen Berufsfotografen, den ich durch ein Internetforum kennenlernte. Und schon bin ich mitten im Thema der Blogparade „Was hat das Web dir Gutes gebracht?“ 😉

Am einfachsten ist es wohl, ich beginne chronologisch mit meiner Interneterfahrung:

Eine Internetverbindung zuhause begann damals noch mit dem Einwählen via Modem und dem damals bekannten zugehörigen Geräusch. Das WWW eröffnete mir eine ganz neue, im wahrsten Sinn des Wortes weltweite Welt. Es gibt in meinem Leben wirklich eine Zeit vor und nach dem Internet. Vor dieser „Zeitwende“ beschränkten sich meine Kontakte auf meine engere und weitere Familie/Verwandtschaft, Nachbarschaft, Freikirche, Eltern von Gspändli (Schulkameraden/Freunden) unserer Kinder und ein paar wenigen Brieffreundschaften, denen ich alle paar Wochen oder Monate mal eine Postkarte oder einen handgeschriebenen Brief schickte. Mit dem Internetanschluss öffnete sich meine Welt in einem Augenblick!

Als Erstes schloss ich eine langjährige Freundschaft mit einer Frau, welche mir beruflich in einem PC Spiel weiterhalf. Aus anfänglichen kleinen Tipps entwickelte sich eine private Emailfreundschaft, welche später leider im Sand verlief.

Dann entdeckte ich ein gesundheitliches Themenforum, welches mich sehr ansprach, da ich zu jener Zeit unter Depressionen litt. Jeden Tag war ich fortan aktiv bei Depri.ch Die Kontakte in diesem Forum halfen mir zusammen mit einer Selbsthilfegruppe vor Ort, fachlicher Betreuung und Gottes Hilfe schliesslich aus dieser schwierigen Krankheitszeit heraus. Einzelne Kontakte, welche ich über Jahre in diesem Forum pflegte, zähle ich bis heute zu meinem engeren Freundeskreis. Über Facebook, Twitter, Whatsapp, aber auch durch Besuche hüben und drüben bleiben wir eng verbunden. Eine Frau aus Deutschland besuchte mich gar für ein paar Tage in der Schweiz.

Meine persönliche Entdeckung von Facebook kam für mich im richtigen Moment – nämlich, als für mich der Austausch in jenem Forum nicht mehr so „aktuell“ war, weil ich zwar noch Menschen beistehen konnte, diese schwere Zeit aber lieber endgültig hinter mir lassen wollte. Es war so wohltuend, auf Facebook viele Bekannte aus dem Forum wieder zu finden.

Dann kam das Jahr 2006, in dem ich das sogenannte „Novemberschreiben“ entdeckte. Es galt, innerhalb des Monats November eine gewisse Anzahl Wörter zu schreiben – mein erster Roman „Die Liebe ist rot“ formte sich und ich gewann die erste virtuelle Goldmedaille. Wichtig war mir der Austausch im Schreibszeneforum und vielleicht tippte ich dort parallel zu meinem Manuskript viel mehr Wörter. Ich lernte Fatima Vidal, Karin Mayerhofer Dobler, die Krimiautorin Ina HallerGerhard Falk (der mich später auch mal besuchte) und viele andere Menschen nicht nur übers Web, sondern auch in persönlichen Begegnungen kennen. Einem Mann, den ich vom Depriforum her kannte, gab ich den Tipp, doch beim Novemberschreiben mitzumachen – wo er seine Lebenspartnerin Zora Debrunner kennenlernte – und auch ich bin seither freundschaftlich mit ihnen beiden verbunden. In Fatima Vidals Verlag erschien kürzlich das Buch „Dieser Moment“ mit einem Fotobeitrag von mir drin.

Dieser Moment

Zu Karin pflege ich mittlerweile eine Freundschaft, welche diese Bezeichnung wirklich verdient. Wir besuchen einander hie und da, gehen zusammen an Buchvernissagen, sie stand mir an der Beerdigung meines Vaters bei und besuchte mich an mehreren Konzerten des Chorprojekts Ennetbürgen. Wir nehmen gegenseitig Anteil am Leben der anderen und das hat sich aus einer „inter-netten Bekanntschaft“ so entwickelt. Durch das Schreibszeneforum des Novemberschreibens lernte ich auch Blanca Imboden persönlich kennen, welche noch keine mehrfache Schweizer Bestsellerautorin war, aber schon damals tolle Bücher schrieb.

Manchmal ist man übers Web mit jemandem verbunden und hat einen tieferen Austausch, weiss aber gar nicht mehr, wie der Kontakt eigentlich zustande kam. So geschah es mir mit Joe Stalder. Die Sternwarte Kreuzlingen, bei der er sich sehr aktiv engagiert, durften wir als Familie schon zweimal besuchen und Joe persönlich kennenlernen. Ich finde es immer wieder spannend, wenn ich jemanden, den ich bis anhin ausschliesslich übers Web kannte, dann endlich mal Auge und Auge gegenüberstehe. So war es bei Joe und so war es auch, als mich viele Internetbekannte an meinem 50 igsten Geburtstag zuhause besuchten und mit mir feierten.

An einem Twittertreffen, organisiert von  Andrea Jerger, welche ich bis anhin auch nur über die sozialen Medien kannte, stand ich dann grad mehreren Menschen gegenüber, mit denen ich bis dato nur schriftlich kommunizierte. Wie faszinierend!

Die eingangs erwähnte Beziehung zu den 99 ig Fotografen brachte mir eine freundschaftliche Beziehung zu mehreren Fotografen in der Schweiz. Einmal organisierte ich deswegen ein kleines 99iger Treffen im Papiliorama Kerzers. Und auch Karsten Socher und Heike lernte ich durch die 99 iger kennen. Sie haben unsere Familie bereits zweimal besucht – einmal waren wir zusammen auf dem Vierwaldstättersee und einmal unternahmen wir einen Schlittelplausch zusammen. Es darf ruhig zu einer schönen Tradition werden, Karsten und Heike, dass ihr uns jährlich besuchen kommt – dann, wenn du beruflich in der CH zu tun hast.

Fast genau heute vor 4 Jahren besuchte mich eine Facebookbekannte. Eine Schweizerin, jetzt wohnhaft in Oesterreich. Immer wenn ich ein Gebetsanliegen habe, ist sie für mich da. Danke für deine Treue, Myriam! ❤

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Das Web hat mir auch geholfen, alte Bekannte wieder zu finden. So wäre es ohne Internetrecherche undenkbar gewesen, dass ich als Hauptinitiatorin ein Klassentreffen der Primarschule zustande gebracht hätte. Mit vielen alten Schulgspändli, aber auch anderen Altbekannten, welche ich aus den Augen verloren hatte, bleibe ich nun via Facebook wieder ganz neu verbunden.

Last but not least lernte ich meine neuen Nachbarn zuerst per Zufall über eine Tausch- und Verkaufsbörse per Facebook kennen, da ich dort Dinge vor dem Umzug loswerden wollte.

Unter das Thema „Was mir das Web gebracht hat“, gehört aber auch, dass es mich vielleicht etwas abgeklärter gemacht hat. Ich musste erfahren, wie schnell Freundschaften geschlossen werden  – und wie schnell sie mit einem Klick auch wieder beendet werden können. Es gab da eine Frau, welche ich via Schreibszene kennengelernt hatte. Wir besuchten miteinander ein Musical, einen Weihnachtsmarkt und einander zuhause. Eines Tages stand sie überraschend vor der Türe, weil ich mich über das triste Wetter und meine Stimmungslage beklagt hatte. Sie brachte mir eine Tageslichtlampe und ich beschenkte sie im Gegenzug mit Bio-Früchten aus Spanien, welche wir zu dieser Zeit vertrieben. Die Tageslichtlampe hilft mir bis heute über trübe Wochen hinweg. Die Freundschaft aber zerbrach vor ein paar Jahren, weil jene Frau sich in einer meiner Lebenssituationen anders verhalten hätte als ich es tat. Sie konnte nicht akzeptieren, dass ich ihren Rat nicht beherzigen mochte – und klickte mich weg. Eine andere Frau kommentierte keinen meiner Beiträge auf Facebook, Twitter oder hier auf dem Blog, besuchte mich nie, hatte aber scheinbar das Gefühl, wir seien engste Freundinnen. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass sie tief verletzt war, als ich sie aus dem Grund aus meiner Freundesliste kippte, weil sie mich öffentlich aufgrund einer Meinungsäusserung kritisierte. Allein die Tatsache, dass sie alles mitlas, verband sie wohl mit mir – ohne mir dies aber je mitzuteilen. Für mich hingegen war sie bloss eine der vielen Bekanntschaften auf Facebook, welche kommen und gehen. Selbst wenn es dort offiziell „Freundesliste“ heisst, gehört für mich zu einer Freundschaft mehr dazu, als still bei jemandem mitzulesen.

So – Zeit sich wieder Erfreulicherem zuzuwenden: aufs morgige Mittagessen erwarte ich Miriam Schaffner aus Basel, welche ich über Facebook kennenlernte. Keine Ahnung mehr wie dieser Kontakt zustande kam. Sie war unter den erwähnten Geburtstagsgästen an meinem 50 igsten, ich habe sie auch schon ein paarmal in Basel besucht, als sie als Mitinitiantin von „Basel farbartig verstriggt“ Fähren einstrickte und ich diese bewundern ging. Morgen nun besucht sie mich das erste Mal seit unserem Umzug, aber das dritte Mal, seit unserem Kennenlernen und ich freue mich riesig auf sie.

Nachtrag, 6. Juli 2016: es war ein schönes, entspanntes, anregendes Zusammensein mit Miriam. Sie hat mir auf den 50 igsten eine Meerjungfrau geschenkt, welche eine der eingestrickten Fähren in Basel schmückte und heute gesellten sich ein paar alte Freunde der Meerjungfrau dazu. Von diesem Strickprogramm hatte Miriam per Facebook erfahren. Diese Fabelwesen mit ihren Freundschaften sind also wie ein Symbolbild dieses Blogparadethemas: ohne das Web gäbe es sie und ihre „Freundschaften“ nicht. 😉

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