Kick auf der Kickboardtour, Insider Familienausflugstipp,

Kick auf der Kickboardtour, Insider Familienausflugstipp,

Heute verrate ich euch einen Insider-Familienausflugstipp: mein Mann und ich unternehmen manchmal trotz unseres fortgeschrittenen Alters noch Ausflüge mit Kick. 😀 So fuhren wir diesen Monat (Juni 2017) per Postauto ab Bahnhof Sarnen ins Melchtal, bis Station „gedeckte Brücke“.

Blick aus dem Postautofenster:

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Wir fuhren per mitgebrachten Kickboards über diese alte Brücke Richtung Flüeli Ranft. Die Strasse stieg nur gemächlich an, um dann längere Zeit genauso bergab zu führen. Es war eine gemütliche Fahrt und dennoch schmerzten mir mit der Zeit die Füsse, weil ich immer genau gleich auf dem Kickboard stand und doch etwas bremsen musste. 😉 Nachdem wir den Wald hinter uns gelassen hatten, gings etwas rasanter hinunter, aber man kann ja auch absteigen, das Kickboard zusammen klappen und mittragen.

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Auf diese Weise fährt man gemütlich etwa eine halbe Stunde bis zum Wallfahrtsort Flüeli Ranft und kann das Postauto Richtung Sarnen zurück besteigen. Ein schöner, etwas abenteuerlicher Familienausflug. Gewisse Walfahrer haben uns zwar bestaunt, wie wenn wir Aliens wären, obwohl wir rücksichtsvoll fuhren und keine eigentliche Andachtsstätte mit den Kickboards befuhren.

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Tipp: es ist eine Strasse, also rechts fahren. Uns begegnete zwar nur ein Velofahrer, der dieselbe Richtung wie wir fuhr, aber es könnte einem auch ein Auto oder Forstwirtschaftsfahrzeug entgegen kommen. Auch ein Helm und evtl. Knie- und Handgelenkschoner wären nicht schlecht, habe ich unterwegs erst gedacht…. Muss jeder selber wissen, ich lehne an dieser Stelle einfach jede Haftung ab, wünsche aber jedem vernünftigen Fahrer viel Spass. Es ist ein wirklicher Insidertipp, überhaupt nicht bekannt… 😉

Non arrivederci Italia – nicht Aufwiedersehen Italien

Non arrivederci Italia – nicht Aufwiedersehen Italien

Es sollten gemütliche Ostertage werden in Olgiate Olona, Italien für uns als fünfköpfige Familie plus dem Freund der mittleren Tochter. Es wurde ein Alptraum, der uns 6 zum Schluss kommen liess: nie mehr Italien!

„Warum um Himmels willen, verreist ihr über die Ostertage in den Süden?“ fragten uns Verwandte und Bekannte. Von wegen Stau und so. Es war der Wunsch meines Mannes, den Comersee zu erleben. Er suchte ein auf booking.com gut bewertetes Hotel geographisch in der Mitte zwischen Como und Mailand gelegen aus.

Um den Osterstau in den Süden zu umfahren, starteten wir am Karfreitag früh mit zwei Autos um 5.30 Uhr. Vor Erstfeld verliessen wir die Autobahn und genossen unsere Pässefahrt über den Oberalp und Lukmanier. Die ersten Sonnenstrahlen auf den Bergen, die Natur – alles war traumhaft. Nur mein Mann neben mir musste sich noch von der letzten Chemoeinheit erholen. Es war ihm etwas übel – aber nicht mehr so stark wie am Gründonnerstag und er war sehr müde.

Im Hotel angekommen, waren wir zu früh dran mit Einchecken. Die Zimmer waren noch nicht bezugsbereit. Die Dame an der Rezeption empfahl uns, per Park and Rail ins Zentrum von Milano/Mailand zu fahren. Lampugnano hiess der empfohlene Parkplatz. Er war günstig und überwacht per Kamera, Schranke und Parkdienstmitarbeitern vor Ort. Im Zentrum von Milano angekommen, hielten wir uns nur in der Viktor – Emanuel – Passage und dem Domplatz auf, wo wir etwas zu Mittag assen. Mein Mann schlief dabei ein und wir entschlossen, zu Zweit das Hotel aufzusuchen, wo man mittlerweile einchecken konnten. Die anderen 4 wollten noch etwas in Milano verbleiben. Auf dem Parkplatz angekommen, fielen uns sofort alkoholisierte, verwahrloste Menschen auf. Einer drängte sich uns auf als „Hilfe“ beim Parkticket bezahlen, gegen Almosen. Beim Auto angekommen, sahen wir die „Bescherung“: die Autoscheibe war eingeschlagen und unser grosser Koffer fehlte.

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Seltsamerweise haben die Diebe nicht alles mitgenommen. So lagen noch Sandwiches, die Nackenrolle meines Mannes, seine Medikamente (!!), das Badezeugs (Tücher und Badebekleidung) im Auto. Auch das fahrlässig zurückgelassene iPad unseres Sohnes übersahen sie, wahrscheinlich, weil es in einem unscheinbaren Stoffsack verpackt war. Es musste wohl schnell gehen bei denen, denn ein T-Shirt unseres Sohnes lag noch vor dem Auto draussen herum. Dasselbe mit eingeschlagener Scheibe war auch bei unserem zweiten Auto der Fall. Ich dachte in diesem Moment nur noch: „Schnell weg hier, der Ort ist mir zu ungeheuer und mein Mann soll sich im Hotelzimmer ausruhen können. Unser Hotel ist ein 4 Sternhotel, da wird man sich vollumfänglich um uns kümmern. Die Polizei rufen, uns beraten wegen dem Autoschaden. Sich um seine Gäste zu kümmern, das gehört sich doch für ein 4 Sternhotel.“ So dachte ich jedenfalls. Damals.

Unterwegs telefonierte ich unseren Kindern und schilderte ihnen den Vorfall. Sie machten es mir später zum Vorwurf, dass wir nicht zusammen das weitere Vorgehen besprochen hatten und miteinander die Polizei und eine Garage aufgesucht hatten. So musste jede Partei dies selber erledigen. Ich handelte im Schockzustand und mein Mann war gesundheitlich eh angeschlagen.

Im Hotel angekommen, lächelte der Rezeptionist bloss die ganze Zeit, als wir ihm unser Schreckerlebnis erzählten. Selbst als ich ihn darauf ansprach, dass es nichts zum Lachen gäbe, lächelte er weiter. Ich glaube, der ist so trainiert, auf dieses Dauersmiley. Er teilte uns mit, dass die Carabinieri in Italien nie, aber auch wirklich nie an den Ort eines Geschehens komme, sondern wir müssten eine Polizeiposten aufsuchen. Nochmals 15 Minuten Autofahrt – und mein Mann wäre gern einfach aufs Bett gelegen, zeigte dies aber leider nicht vor dem Rezeptionisten. Ich wäre beharrlicher gewesen, dass Hilfe zu uns hätte kommen sollen. Oder zumindest, dass das Hotel einen Dolmetscher für uns aufgeboten hätte. Denn der lächelnde Herr am Hotelempfang beschied uns, dass auf dem Polizeiposten wohl ausschliesslich Italienisch gesprochen werde. Ich sagte ihm, dass ich zwar un pochettino (ein kleines Bisschen) Italiano verstehe und noch weniger sprechen würde, aber dass meine Sprachkenntnisse niemals ausreichen würden, um so ein Geschehen zu schildern. Seine Antwort? Ihr errät es: ein Lächeln. Er gab uns die Adresse des Carabinieripostens bekannt – das war dann seine ganze Hilfe. Dort auf dem Posten war man zwar nett zu uns, aber es war gleichzeitig auch eine Katastrophe. Der Computer dieser Carabinieri war wohl seit Tagen oder gar Wochen nicht aufgeschaltet worden, denn nach dem Starten (!) waren eine Reihe an Updates dran. Dieser Prozedere brach der freundliche Carabinieri nach etwa 5 Minuten ab und begann mit zwei Fingern den Rapport zu tippen. Zwischendurch zeigte er mir ganz stolz ein Stoffabzeichen. Dies hätte er sich verdient, weil er im Tessin einen Englischkurs belegte. Er war der einzige der Belegschaft, der un pochettino Englisch sprach. Wo die nächste Garage sei, welche uns das Fenster provisorisch abdecken könne, konnte er uns nicht sagen. Er verstand die Frage auch beim fünften Mal auf jede erdenkliche Variante gestellt, nicht. Wir fanden dann selber eine und das Fenster wurde gegen 80 Euro sehr gut provisorisch mit Plexiglas gedeckt.

Der ganze Aufwand kostete uns 3 Stunden Zeit und Nerven. Den anderen Familienmitgliedern 4 Stunden und noch mehr Nerven. Denn auf dem Polizeiposten, welchen sie aufsuchten, konnte niemand auch nur ein bisschen Englisch sprechen. Alles Verständigen geschah via Google Translator. Wirklich Hilfe erfuhren sie bloss, indem sie der Schweizer Polizei anriefen. Das gibt eine teure Telefonrechnung. Wie kann es sein, dass die Polizei in Italien keine Fremdsprache beherrscht? Bei uns muss für so einen Posten Mehrsprachigkeit vorgewiesen werden.

Mittlerweile wurde es spät. Aber das Hotelpersonal fragte nicht, ob sie uns mit Zahnbürsten und dem Nötigsten für eine Nacht aushelfen könnten. Als wir ihnen schilderten, wie es uns auf der Polizei und Garage ergangen war und nochmals unser Verständnis darüber ausdrückten, dass die Polizei nicht an den Ort des Geschehens ausrückte, meinte der Angestellte bloss, Italien habe ganz andere Probleme. Mag sein. Aber wenn sie sich nicht um die Probleme ihrer Gäste kümmern können, haben sie keine Touristen verdient.

Die Nacht war laut. Auf dem Flur unterhielten sich italienische Familien mit kleinen Kindern lautstark bis weit nach Mitternacht hinaus. Erst als ich „Silenzio per favore!“ (Ruhe!) in den Gang schrie, klappte es plötzlich mit der Ruhe. Nur, um 7 Uhr wieder mit demselben Palaver zu starten. Es ist mir ein Rätsel, warum man den Flur nicht benutzt, um einfach schnell in sein Zimmer zu kommen und nicht daran denkt, dass andere vielleicht schlafen möchten.

Das Frühstücksbuffet hatte bis 10.30 Uhr offen. Eine Stunde vorher mussten wir uns etwas zusammenkramen aus den unappetitlichen Resten. Kein Brot, keine Rühreier, keine Gläser für Orangensaft waren vorhanden.

Als wir zwei Tische zusammenstellten, damit wir 6 beisammen sitzen konnten und das weitere Vorgehen besprechen konnten, schnauzte uns ein Kellner an. Doch diese zwei Tische behinderten überhaupt niemanden. Jeder konnte problemlos an uns vorbeikommen. Der Kellner schmiss uns das Besteck hässig auf den Tisch. Ich konnte es kaum glauben! „Wir sind hier in einem 4 Sternhotel?“ fragte ich ihn. Er bejahte. „Nein, das sind wir nicht“, antwortete ich. Von da an ignorierte er mich komplett.

Wir waren auch sonst nicht rundum zufrieden mit dem Hotel. Eine ausführliche Bewertung findet ihr mittlerweile auf Tripadvisor, Booking.com, Google, Facebook und holidaycheck. Das Kommentieren und Bewerten auf Social Media wollten mir Damen von der Rezeption verbieten!

An diesem ersten Morgen verliess uns der Freund unserer Tochter. Ihm war das Ganze verleidet. Wir als Kernfamilie verblieben. Denn wir wussten, dass in der Schweiz Dauerregen herrschte. Unser Zeugs war weg, daran liess sich nichts ändern. Wir wollten das Beste aus der Lage machen und versuchen, die südliche Sonne zu geniessen. Deshalb nahmen wir uns ein grosses Taxi und liessen uns nach Como transportieren. Unser Auto konnten wir ja nicht brauchen, denn die Scheibe hätte sich leicht eindrücken lassen und wer weiss: weitere Diebe hätten noch das Autoradio ausbauen können oder die Sitze aufschlitzen aus Wut darüber, dass wir kein Gepäck dabei hatten. Wir kauften in Como Zahnpasta, Zahnbürsten, Unterwäsche, Pijamas, T-Shirts, Jeans etc. ein und erlebten in einem Café leider nochmals die italienische Mentalität eher nicht so positiv.

Wenigstens klappte der Taxidienst hervorragend. Zurück im Hotel erlebten wir den Paukenschlag: mein Sohn hat vom Raub aus den Autos grad noch eine neue Jogginghose und einen teuren Bademantel übrig gehabt. Die wurden nicht geklaut. Dafür aber von jemandem des Hotelpersonals. Aus dem Hotelzimmer! Ich meine – das Zimmer war leer – da befanden sich keine anderen Kleider und Habseligkeiten unseres Sohnes. Es gab mit einer einzigen Hose und einem Bademantel kein unübersichtliches Teeniechaos im Zimmer. Er wusste genau, dass er beides über die Sofalehne gelegt hatte. Sie waren weg! Doch uns wurde nicht geglaubt am Hotelempfang. Was das Schlimmste ist für ein Hotel, nämlich Diebstahl aus dem Zimmer, darf nicht sein und folgedessen findet es ganz einfach nicht statt. Wer sowas behauptet, ist ein Lügner! Wir vermuteten, es könnte ein Angestellter gewesen sein, der ins Zimmer treten musste, um den Safe zu reparieren, welcher nicht funktionierte. Dieser wurde übrigens nicht repariert, obwohl die Mitarbeiter behaupteten, er sei repariert worden. Es war kein Strom drauf. Unser Sohn ist Stromerlehrling und versteht was davon. Die Mitarbeiter seien befragt worden, hiess es und keiner habe etwas entwendet. „Ja natürlich würden die sofort einen Diebstahl zugeben“, war meine ironische Antwort. Wir müssten den Diebstahl beweisen. „Also, dann wertet die Überwachungskameras aus“, forderte unser Sohn. Nein, das würden sie nicht tun. Ok – wie sonst können wir den Diebstahl beweisen? Die Polizei hätte natürlich kommen müssen, aber uns wurde ja vorher mehrmals versichert, dass die nie kommen werde, denn sie hätten grössere Probleme im Land.

Nun fühlten wir uns nicht mehr sicher. Es war zu spät, um in die Schweiz zu fahren und so übernachteten wir nochmals dort. Doch am Sonntag verliessen wir diese ungastliche Stätte. Eine Nacht vor der geplanten Abreise. Zuerst wollten sie uns diese Nacht nicht vergüten, später taten sie es doch. Nur, um uns noch später ein Mail zu schicken, mit dem doppelten Betrag, den wir vorher bestätigt bekamen. Unsere Verwirrung war komplett und wir werden die Kreditkartenabrechnung genau checken. Notfalls haben wir einen Rechtsschutz.

Fazit: wir haben so übergenug von der italienischen Mentalität von: uns ist es so egal, wie es euch geht, denn es geht euch immer noch besser als uns. Und davon, dass die wenigsten Englisch beherrschen. Und von den Langfingern in Italien. Und davon, dass die italienische Polizei nicht da ist, wenn man Hilfe vor Ort benötigt. Sich dafür lieber um Musiker kümmern und sie wegweisen, wenn sie schön in Como auf einem Platz spielen. Ein Raub aus dem Auto kann überall passieren. Das ist das eine. Das könnte man verkraften. Aber dass dann niemand da ist, der Interesse hat, zu helfen, das gibt einem ein Gefühl der Hilflosigkeit und Wut. Ein Gefühl der Sicherheit zu haben, ist das grundlegendste, menschliche Bedürfnis. Dies wurde uns entzogen. Gefolgt vom Grundbedürfnis nach menschlicher Zuwendung. Auch dies wurde uns nicht gewährt. Auch die menschlichen Grundbedürfnisse für eine Nacht wurden vom Hotel nicht abgedeckt. Und dann noch nicht mal das Grundbedürfnis nach Nahrung so wirklich. Krümel liessen sie uns grosszügigerweise. Aber wie gesagt: es war ein 4 Sternhotel. Wie es zu den guten Bewertungen gekommen ist, weiss nur die Hotelleitung. Ok – Italiener sind natürlich mit einem Espresso zum Frühstück zufrieden. Nein – nie mehr Italien.Wir haben genug. Basta!

Auch auf eine Intervention von booking.com hin, gab das Hotel dieselbe Antwort, welche mich nicht überrascht:

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An dieser Stelle ein Tipp für den menschlichen Umgang: es hilft einem in dieser Situation nicht, wenn man uns in irgend einer Weise belehrt. Es hilft auch nicht, zu hören: „dann verreist doch nicht mehr und baut euch eine Mauer rund um euch, dann seid ihr in Sicherheit. Lasst sie euch von den Nachbarn bezahlen.“ Es hilft nicht, Italien verteidigt zu bekommen. Wir haben es nun mal so erlebt, wie wir es erlebt haben und möchten uns nicht mehr dieser Gefahr und dem Gefühl der Unsicherheit aussetzen und dem Wissen, dass einem bei einem schlimmen Erlebnis nicht geholfen wird. Solche Kommentare benötigt man in diesem Moment einfach nicht. Sie wirken verletzend. Nicht gedacht, hm? Dann habt auch ihr was zum Zwischenmenschlichen gelernt. Was einem hilft in so einer Situation ist zu hören: och, das war mühsam für euch, wir verstehen eure Wut. Ganz einfach nur das. Mehr braucht man nicht an Reaktion. Ausser ein bisschen Verständnis.

Nachtrag, 5.5.17: Habe nochmals auf Google nachgeschaut, ob sich bei den Bewertungen was Neues ergeben hat beim MO.OM Hotel. Und was sehe ich da? Bereits vor 10 Monaten schrieb jemand was von Diebstahl aus dem Zimmer! Das war also nicht das erste Mal bei uns.

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#SchweizImHerzen Fotowettbewerb von Schweizer Radio und Fernsehen SRF

#SchweizImHerzen Fotowettbewerb von Schweizer Radio und Fernsehen SRF

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Das Schweizer Radio und Fernsehen SRF schrieb im Herbst auf Twitter einen Fotowettbewerb aus. Gesucht waren Fotos von schönen Orten in der Schweiz. Bilder, welche von Herzen kommen und zeigen, wie wir die Schweiz im Herzen haben.

6 Teilnehmer haben gewonnen – und mein Foto, aufgenommen auf dem Bürgenstock war dabei. Als Preis gab es am Freitag, 17. März 2017 eine Führung durchs Fernseh- und Radiostudio, und ein feines Apéro.

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Jeder von uns Gewinnern durfte bis zu zwei Begleitpersonen mitnehmen. Zum Glück konnten mein Mann und Sohnemann an der Arbeit frei nehmen.

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Foto von Karin Mayerhofer Dobler

Geplant gewesen wäre ein Treffen mit Nick Hartmann. Doch der Pechvogel liegt im Spital. An dieser Stelle: gute Besserung. Im Fernsehstudio trafen wir Sandra Boner und Thomas Bucheli von Meteo.

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Foto von SRF

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Als wir im Radiostudio eintrafen, beendete Bernhard Schär grad ein Telefonat mit Roger Federer und teilte uns die „Breaking News“ mit: Roger Federer ist eine Runde weiter, weil sein Gegner Kyrgios aufgrund einer Magenverstimmung aufgeben muss. Man lerne daraus: iss nie dasselbe Menü wie dein sportlicher Gegner. 😉

Bildschirmfoto 2017-03-19 um 13.36.30.pngIm Radiostudio durften wir Livesendungen moderiert von  Joschi Kühne, Bernhard Schär, Mario Torriani und Marco Thomann mit erleben.

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Zwischen den Ansagen gab es ab und zu ein paar freie Minuten, während denen wir die SRF Mitarbeiter mit Fragen löchern konnten. Zudem stiegen wir ins tiefste Archiv hinunter,

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sahen einen Schallplattenreiniger

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und auch das Hörspielstudio. Das einzige Studio schweizweit, in dem für ein Radio Hörspiele live aufgenommen werden. Die Geräusche stammen nicht alle aus „digitalen Konserven“, sondern werden auch heute noch oft selber produziert. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn das, was der Schauspieler spricht, mit einem Geräusch untermalt wird. Zum Beispiel bei Schritten im Schnee während eines Gesprächs. Dieses Studio kann übrigens gemietet werden.

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Während der Führung erfuhren wir ein paar interessante Fakts über SRF:

  • Pro Monat erreichen ca. 10’000 schriftliche Feedbacks die Redaktion von SRF. Sie alle wollen möglichst schnell und kompetent beantwortet werden.
  • Die Moderatoren werden nicht geschminkt, um vor die Kamera zu treten, sondern weil das TV HD-Qualität zeigt und bei normaler Theaterschminke immer noch Hautunreinheiten sichtbar werden, erhält das Gesicht mit einem Airbrush das perfekt geeignete Erscheinungsbild. Die Schminke wird also ganz fein aufgesprüht.
  • Die Moderatoren tragen nicht ihre Privatkleider im Fernsehstudio oder auf dem Meteodach, sondern werden von Profis eingekleidet.
  • Für Fr. 1.20 pro Tag kann jeder Bewohner der Schweiz rund um die Uhr 17 Radio- und 7 Fernsehsender, sowie das Onlineangebot von SRF benutzen.Dies ergibt einen jährlichen Betrag von 451 Franken an Gebühren pro Person.
  • Eine solche Führung, wie wir sie erleben durften, kann jeder buchen. 23’000 Menschen blicken jedes Jahr auf Studioführungen hinter die Kulissen von SRF. Es ist auch möglich, im Publikum Sendungen vor Ort mit zu verfolgen. Diese Möglichkeit nutzen 24’000 Menschen pro Jahr.

Mein Mann, Sohn und ich danken SRF für diesen interessanten Einblick, welchen wir an diesem Tag geniessen durften.

Intensive Chemowoche

Intensive Chemowoche

Die 1. Chemoeinheit liegt hinter „uns“. Es war eine emotional und körperlich anstrengende Zeit. Jetzt wissen wir etwas besser, was Chemo heisst. Bisher konnte ich persönlich mir nie so recht ein Bild machen, wie genau so eine Therapie vor sich geht. Und so sieht Chemo also nun aus:

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Während ein paar Stunden tröpfeln verschiedene Medikamente in den Körper des Patienten. Im Kantonsspital Luzern ist es so, dass entweder Zweierzimmer oder eine Art Lounge für die Tagesklinikpatienten zur Verfügung stehen.

Unsere Woche sah so aus:
Am Montag, 6. März 17 fährt mein Mann per ÖV auf 8 Uhr ins Kantonsspital und erhält über 9.5 Stunden eine Immuntherapie, als Vorbereitung auf die Chemo. Diese erträgt er ohne Nebenwirkungen. Als ich ihn um 17.30 Uhr per Auto abhole, wirkt er ziemlich fit. Für mich ist es eine Herausforderung, das Auto durch den Stadtverkehr zu lenken, bin ich doch nicht eine wirklich geübte Autofahrerin.

Dienstag, 7. März: mein Mann und ich fahren auf 8 Uhr per Postauto, Zug und Bus ins Kantonsspital. Der Grund, warum wir nicht per Auto fahren ist, dass wir das Auto nicht über so lange Stunden im Parkhaus stehen lassen wollen. Wir rechneten mit hohen Gebühren. Erst am Abend erfahren wir, dass ab 3 Std. Aufenthalt der Patient das Ticket auf der Tagesklinikstation umtauschen kann und dann nur noch 5.– bezahlen muss. Manchmal wäre man froh, man hätte gewisse Infos im Vorfeld. Ich bin mir diese Informationspolitik eigentlich nicht gewohnt vom Kantonsspital Luzern. Wenn ich mal was hatte, habe ich immer einen Zettel mit allem Wissenswerten im voraus erhalten. Wir nahmen zum Beispiel auch an, dass wir per Auto nicht direkt vor den Haupteingang fahren dürften. Denn vor der Schranke ist ein allgemeines Fahrverbot und zusätzlich heisst es: „Nur für Notfälle“. Also, jemand abzuholen, ist für mich kein Notfall. Und dennoch fuhren soviele Autofahrer durch diese Schranke hindurch? Alles akute Notfälle? Ich hatte mich am Montagabend nicht dafür, meinen Mann dort abzuholen und wartete auf ihn bei der Einfahrt der Mitarbeiterparkplätze. Die Dame am Infoschalter aber klärte mich dann auf meine Frage hin auf: doch für ca. 15 Min. darf man vor dem Haupteingang und dem Platz rundherum parkieren, um jemand auszuladen oder abzuholen. Warum wird einem das nicht vorher gesagt?
Ich leiste meinem Mann bis nach dem Mittagessen Gesellschaft. Es sollte das letzte volle Menü sein, dass er und ich für längere Zeit geniessen können. Doch das ahnen wir da noch nicht. Ich erhalte das komplette Menü mit Getränk als Angehörige eines Patienten gratis. Sehr grosszügig!
Nach dem Mittagessen versuche ich mich ein wenig abzulenken, indem ich in die nahe Stadt etwas lädelen gehe. Mein Mann hält ein Nickerchen.
Später geniessen wir unser Zusammensein trotz allen widrigen Umständen und werden um 17.30 Uhr von unserer lieben Nachbarin per Auto abgeholt. Auch an diesem Tag klagt mein Mann über keine negativen Nebenwirkungen der Chemo.

Mittwoch, 8. März: die Chemo dauert an diesem Tag nur am Vormittag. Die letzten zwei Tage lag mein Mann dazu in einem Zweierzimmer. Heute wird er gefragt, ob er bereit wäre, das Bett mit einer Art bequemem Fernsehsessel in einer Tageskliniklounge zu tauschen. Er findet es grad so bequem und kurzweilig, wie im Zweierbettzimmer. Auf mich wirkt diese „Lounge“ futuristisch. Es kommt mir so vor wie ein Blick in die Zukunft: da liegen Menschen ganz bequem und lassen sich per Infusion das Nötige einflössen. Vielleicht in der Zukunft Vitamine, Mineralstoffe oder gar Nahrungsmittel? :-O Dieser Teil der Tagesklinik wirkt für mich nicht wie ein Spital. Aber der Besucherstuhl ist unbequem. Am Abend habe ich derart Nackenschmerzen, dass ich eine Schmerztablette benötigte. Bequemere Sitzgelegenheiten für Angehörige, wären kein Luxus. Dort stundenlang zu sitzen, hängt mit der Zeit an.
Zuhause kann es vorkommen, dass ich ausser meiner Familie keinen einzigen Menschen sehe. Ein Kantonsspital ist ein Ort, an dem ein Riesenbetrieb herrscht. Als hochsensible Persönlichkeit (HSP) prasseln diverse Gerüche (Desinfektionsmittel? Medi? Menschen, Essens- und Teegerüche), Geräusche, aber auch wahrgenommene Emotionen meiner Mitmenschen ungefiltert auf mich ein. Ich stehe vor der Caféteria und beobachte medizinisches Personal. Sie tauschen miteinander aus. Was besprechen sie? Sie sehen so seriös aus. Gehen ihnen die Schicksale ihrer Patienten zu Herzen oder nicht? Dort sitzt eine Frau, sehr bekümmert. Besucht sie jemanden? Hat sie eine schlechte Diagnose erhalten? Plötzlich ein Notfall in der Caféteria: ein Senior bricht zusammen und eine handvoll Ärzte sind sofort zur Stelle. Der Mann wird mit wachsfarbenem Gesicht auf eine Caféteriabank gelegt. Oh nein! Wie tut mir dieser arme „Grossdädi“ leid. Hoffentlich überlebt er dies schadlos. Auf der Station meines Mannes liegen ein Manager, der während der Infusion am Laptop arbeitet, mit der Sekretärin telefoniert und was wegen „Codierungen“ abmacht. Vis-à-vis liegt ein Jugendlicher, der seine Schularbeiten erledigt und der medizinischen Pflegefachkraft erzählt, am Nachmittag gehe er arbeiten (ist wohl ein Lehrling). Weiter hinten im Raum erklärt ein Arzt einer älteren Patientin, dass die Chemo ganz sicher, aber eine Operation vielleicht auch noch nötig sei. Alle Schicksale berühren mich. Die Krankheit Krebs macht vor keinem Status, keinem Alter Halt. Sie kann jeden treffen. Was ich in diesem Abschnitt geschrieben habe, geht mir in Minutenbruchteilen durch den Kopf und durchs Herz. Am Ende der Woche bin ich erschöpft. Weil ich innerlich mitleide mit meinem Mann – und auch den anderen Patienten, weil ich soviel aufnehme mit allen Sinnen und weil ich jeden Tag den für mich ungewohnten und zudem enorm dichten Verkehr per Auto bewältige. Aber zudem auch noch, weil zuhause unterdessen alles liegenbleibt. Zudem habe ich grad zur Zeit enorm viele Schreibaufträge.

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Aussicht vom 11. Stockwerk. Tagesklinik Kantonsspital Luzern. Im Bild der Rotsee.

Zurück zum Mittwoch: am Mittag darf ich meinen Mann heim chauffieren und zuhause grad sofort an den Herd stehen, um für uns als Familie zu kochen. Am späteren Nachmittag gehts an eine Redaktionssitzung.

Donnerstag, 9. März: meinem Mann ist es wie angerührt schlecht. Geplant wäre gewesen, dass er per ÖV am Mittag ins Spital anreisen und ich ihn am Abend abholen würde. Doch es ist ihm so übel, dass ich ihn sowohl hin- wie auch retour fahre. Der Verkehr ist derart überlastet und das Parkhaus überbelegt, so dass wir für einen Autoweg, der innert 20 Minuten bewältigt werden könnte, eine geschlagene Stunde benötigen. Deshalb tue ich mir das nicht an, diesen Weg mehr als nötig unter die Räder zu nehmen und bleibe lieber im Spital. Ich habe den Laptop von zuhause mitgenommen und der Plan ist, dass ich an einem Schreibauftrag im Spital arbeiten könnte. Doch der „cheiben“ Laptop lässt sich nicht starten. Eine Pflegefachkraft bemüht sich, mein Problem zu bewältigen. Ich drücke meine Dankbarkeit aus, aber auch, dass sie ja bestimmt andere Aufgaben zu erledigen hätte, als ausgerechnet noch bei meinem Laptopproblem eingreifen zu müssen. Sie verlässt, sich einverstanden erklärend, das Zimmer und ich beginne zu schluchzen. Meinen Mann so elend zu sehen, ist der Hauptgrund. Dass der Laptop nicht läuft und zuhause die Arbeit liegen bleibt, sind die Tropfen, welche das Fass zum überlaufen bringen. Meinem Mann geht es nach einer Tablette schnell besser und auch der Laptop startet doch noch.

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Vor einer Minute noch weinte ich, wie wenn die Welt untergehen würde. Mobiler Arbeitsplatz im Kantonsspital Luzern. Mein Mann hat mich vom Bett aus fotografiert.

Ich darf wissen: meine liebe Nachbarin kümmert sich ja wenigstens ums Zusammenfalten unserer Wäsche. Doch zuhause angekommen, erwartet uns eine grosse Überraschung: nicht nur die Wäsche ist zusammengefaltet, auch alle Böden sind staubgesaugt, feucht aufgenommen und das Parket glänzt, weil die Nachbarin es mit Parkettpflegemittel bearbeitet hat. Es ist so schön, von so lieben Mitmenschen umgeben zu sein.

Freitag, 10. März: meinem Mann ist es trotz Medis gegen Übelkeit immer noch schlecht. Wir schaffen es, wenigstens einen Spaziergang ins Dorfcafé zu machen und treffen eine liebe Bekannte. Ich fahre ihn zum Coiffeur zu einer anderen Bekannten im Nachbardorf. Auch das geht ihm gut, trotz flauem Magen. Ich nehme einen Interviewtermin wahr. Heute ist zum Glück chemofrei. Die erste Woche ist geschafft. Jetzt gibt es drei Wochen Pause und dann werden wieder 3 Tage Chemoeinheiten dran sein. Dieser Rhythmus wird bis September unseren Alltag prägen.

Samstag, 11. März: noch immer ist es meinem Mann übel. Seit Donnerstag mag niemand von unserer Familie richtig essen. Keiner hat wirklichen Appetit. Mein Mann hat 6 kg abgenommen und das ist nicht so ideal. Wir erholen uns alle etwas an der Sonne auf dem Balkon. Ich pflanze Primeln in Kistchen und hoffe, dass ihre Farben auch uns etwas Lebensfreude bringen. Unsere älteste Tochter macht ein Krankenbsüechli bei ihrem Vater.

Sonntag, 12. März: meinem Mann geht es etwas besser. Die andere Tochter besucht uns. WhatsApp Image 2017-03-12 at 12.04.54Wir schaffen es in den Nachmittagsgottesdienst unserer Freikirche, wo wir immer viel Liebe erfahren und auftanken können.

Montag, 13. März: mein Mann nimmt die Arbeit wieder auf, nachdem er letzte Woche krank geschrieben war. Es geht ihm „ordeli“ (ordentlich/zufriedenstellend). Noch haben wir alle nicht denselben Appetit wie sonst, aber es kommt glaub langsam wieder besser.

Wir sind von vielen lieben Menschen umgeben welche sagen: wenn ihr was braucht, meldet euch. Wir sind gern für euch da. Ihr seid nicht alleine. Was für ein Glück!
Aber es ist schon eine Ausnahmesituation, in der wir stehen. Das Ganze trägt für meine Empfindungen was Surreales. Ich wähne mich manchmal einfach im falschen Film. Nicht als Zuschauerin, sondern mit meinem Mann zusammen als Schauspieler. Das was hier passiert, ist doch nicht wirklich real, oder? Leider aber schon. Die Leukämie und der Kampf gegen sie, ist brutale Realität.

Mascha Kaleko
„Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

Allein im Nebel tast ich todentlang
und lass mich willig in das Dunkel treibe…
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr –
und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
doch mit dem Tod der andren muss man leben!“

Samichlais – St. Nikolaus – Samichlaus

Samichlais – St. Nikolaus – Samichlaus

„Der Samichlaus weiss alles. Wenn du nicht brav bist, wird er schimpfen und dir nichts als eine Rute bringen. Der Schmutzli wird dich in seinem Sack davontragen.“ Solche Drohungen gehörten früher zur Kindererziehung. Heute ist der Samichlausbesuch ein freudiges Ereignis.

Nikolaus von Myra war ein Bischof, der in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts in der heutigen Türkei, lebte. Um sein Leben ranken sich zahlreiche Legenden. So habe er einen Sturm gezähmt und deshalb ist er der Schutzpatron der Seefahrer. Sein ererbtes Vermögen verteilte er unter den Armen. Mehrere Wunderwirkungen werden ihm zugesprochen, so auch solche an Kindern. Daraus entstand das Brauchtum des Beschenkens von Kindern. Dies geschieht an seinem Todestag, dem 6. Dezember. Samichlaus ist eine Wortabwandlung von Sankt (heiliger) Nikolaus (Chlaus).

Samichlausbräuche

In jedem der Länder Österreich, Deutschland, England, Irland, Italien, Frankreich, Spanien, Kroatien, Serbien, Polen, Russland, Griechenland, Ungarn, Bulgarien, Mazedonien und in den Benelux-Staaten heisst der Sankt Nikolaus ein bisschen anders und jedes Land kennt seine eigenen Traditionen. In der Schweiz werden je nach Region entweder Samichlaus Ein- oder Auszüge gefeiert. In Nidwalden sind das wunderschöne Anlässe, an denen Geisslechlöpfer, Trichler und Iffelenträger bestaunt werden können. Am Abend des 6. Dezembers, besucht der Samichlaus die Familien zuhause. Die Kinder sagen ein Samichlausgedicht vor, spielen vielleicht etwas auf einem Instrument und werden dafür vom Samichlaus mit Nüssen, Mandarinen, Orangen, Lebkuchen, Schokolade und anderen Süssigkeiten belohnt. Die Idee, dass unter den Geschenken auch iPods und ähnliches zu sein hat, stammt ursprünglich nicht vom Samichlaus. Er trägt das Gewand eines katholischen Bischofs mit MitraKrummstab und in seinem goldenen Buch sind Lob und Tadel festgehalten. Begleitet wird der Samichlaus nebst seinem Esel von einem oder mehreren Schmutzlis, auch Knecht Ruprecht genannt. Diese gefürchigen, stummen Gesellen, sind in schwarze Kutten gehüllt und mit einer Rute ausgestattet. Der Einsatz dieser Rute ist aber heutzutage verpönt, der Schmutzli klopft höchstens mit einem Augenzwinkern auf seine eigenen Beine, wenn der Samichlaus tadeln muss. Kam es früher tatsächlich vor, dass der Schmutzli hie und da ein Kind zur Abschreckung in den Jutesack steckte, ist das nicht mehr denkbar. In Nidwalden gehören zu den Gehilfen des Samichlaus, je nach Dorf, Laternenträger, Geigel oder Dotschenträger.

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Der Beckenrieder Samichlais bei uns zuhause, vor ein paar Jahren, am alten Wohnort.

Ist der Samichlaus und der Weihnachtsmann ein und derselbe Mann?

Gemeinsam ist beiden älteren Männern ein weisser Bart und rote Kleidung. Und beide beschenken Kinder. Doch es gibt Unterschiede. Die Symbolfigur des Weihnachtsmanns hat sich in Amerika durch europäische Einwanderer vom niederländischen Sinterklaas (Nikolaus) zu Santa Claus entwickelt. Statt des liturgischen Gewandes und der Bischofmütze, trägt er rote Hosen, Oberkleid und Zipfelmütze. Der amerikanische Santa Claus kommt vom finnischen Lappland. Unser Samichlaus wohnt hingegen der Legende nach im Wald. Der Weihnachtsmann bringt Geschenke, indem er auf einem von Rentieren gezogenen Schlitten durch den Himmel fährt. Am 24. Dezember steigt er nachts durch die Kamine in die Häuser ein und verteilt seine Geschenke unter dem Christbaum. Dieses Märchen ist zurückzuführen auf ein anonym veröffentlichtes Gedicht von 1823 „The Night before Christmas.“ Der Mythos des Weihnachtsmanns wird vor allem in Amerika, aber auch in Grossbritanien, Deutschland und den Benelux-Ländern gepflegt.

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Samichlais im roote Gwand

Mit em Goldstab i de Hand,

mit de schwääre Winterschuä,

hesch i eysem Dorf vil z’tuä.

Jetzt chlopfids a dr Tiirä scho,

ich ha so planged und bi froh.

Dr Samichlais bringt d’Liäbi mit,

d’Wiähnachtszeyt isch nimmä wiit.

————-

Es Licht chunnt de Fäldwäg yy.

Ich glaub, das muess de Samichlais sey.

Jetzt ghört me s’Glöggli – still los guet,

wie’s über d’Wiese leyte tuet.

Meys Härz chlopft ganz fescht,

ich hoff, du weisch vo mir nur s’Bescht.

Diä andere chleyne, dummä Sachä,

möchte ich s’nächscht Jahr besser machä.

Drum bitte lueg in Sack jetzt drii,

eb’s eppis het fir mich derbie.

————-

Taif verschniit sind Fäld und Wald

De Samichlais chunnt scho bald.

Äs schneyelet ganz lys und fin.

Jetzt gsehn ich det ä Liächterschyn.

De Chlais chund mit em rote Gwand.

Är trait de Goldschtab i de Hand.

Und s’Eseli tramped hindedrey.

Chund är ächt ai bi miär verbey?

Jetzt chlopfeds a de Tiire scho,

ich ha planged und bi froh.

De Samichlais bringt d’Liäbi mit,

denn d’Wiähnachtszeyt isch nimma wit.


Mein Artikel erschien am Mittwoch, 23. November 2016 im Nidwaldner Blitz.

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Ein Landei erlebt Züri

Ein Landei erlebt Züri

Aufgewachsen in Emmenbronx und ein Landei? Nun ja – Emmenbronx hiess in meiner Kindheit noch „Ämmebrögg“ und war tatsächlich ländlich. Neben unserem Hochhaus weideten Kühe und ich lernte Skifahren dort, wo das Emmen Center steht. Ich zügelte vom Land in die Stadt, ohne wirklich umzuziehen. Denn die Stadt zügelte zu uns aufs Land. Doch seit 30 Jahren wohne ich wieder auf dem Land – in Nidwalden. Wenn ich einmal eine grössere Stadt besuche, komme ich mir oft so vor, wie ein Marsmensch auf Erden. 😉 Erstens sehe ich so viele Menschen in einer Minute, wie ich an meinem Wohnort in einem Jahr nicht sehen würde und zweitens haben es alle diese Leute immer extremst eilig. Alle hetzen ständig äusserst dringlichen Terminen nach. In Städten bewegen sich wahrscheinlich besonders wichtige Menschen und die müssen das auch zeigen. Nicht nur mit ihren eiligen Schritten, sondern auch mit ihrer Mimik und ihrer pressanten (schnellen) Sprache. Dann stehe ich inmitten eines solchen Stadtgewühls und staune ab dem, was Normalzustand zu sein scheint, aber auch ab Originalen, nach denen sich auf dem Land alle Passanten kopfschüttelnd umdrehen würden, hier aber niemandem aufzufallen scheinen.

Als Kind reisten meine Eltern mit mir einmal im Jahr per SBB nach Zürich. Wir besuchten immer hauptsächlich den Globus. Ich erinnere mich nicht daran, was meine Eltern dort jeweils kauften. Für mich war es das Allergrösste, einen aussergewöhnlichen Radiergummi oder sonst was aus der Papeterie zu erhalten. Das grosse Kaufhaus war für mich ein Schloss und ich stellte mir vor, als Prinzessin dort zu wohnen und treppauf, treppab in meinem Prinzessinnengewand zu schweben. Ab und zu besuchten wir auch den Züri Zoo.

Sonst kenne ich Zürich hauptsächlich vom Flughafen her. Als Transit- und  Einsteigort ins Flugzeug für unsere Ferien.

In den letzten Wochen aber war ich grad öfters in Zürich. Weil wir als Familie zu den Testern der Preview Mobile App der SBB gehörten, war ich zu einem feinen Abendessen eingeladen und traf vorher Andreas Schweizer, der mir einen kleinen Teil Zürichs im Vorfeld etwas vorstellte. Ich kenne ihn vom SOME SBB (Social Media Treffen).

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Auch für den SCM Bundes-Verlag war ich schon ein paarmal in Zürich. So habe ich Artikel über die Streetchurch und das Stadtkloster Zürich verfasst. Derjenige über das Stadtkloster wird erst im Januar 2017 im Magazin 3E erscheinen. Um einen Artikel über die Fyrabigchile Sihlfeld zu schreiben, war ich letzte Woche wieder in Zürich. Ich verband diesen Interviewtermin mit einer Erkundungstour durch „Tsüri“ und fragte vorher über Twitter, ob mir jemand Tipps liefern könnte. Diese erhielt ich wirklich. Und so sah dann meine Stadterkundung aus:

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Ich löste via SBB Mobile App auf mein normales Billet das City Ticket für Zürich und durfte somit ohne weitere Kosten die Polybahn zur Uni Terrasse benutzen. Dies war ein langgehegter Wunsch von mir. Die Fahrt dauerte kürzer, als ich gedacht hatte, aber es ist eine hübsche, härzige Bahn. Oben bot sich mir ein schöner, leicht dunstverhangener Blick über die Stadt.

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Ich wagte mich durch die Türen des Hauptgebäudes der ETH zu treten und fragte mich, ob die jungen Studenten mich wohl eher als Mitstudentin oder als Professorin einordneten. Am Vorabend hatte ich mich auf der ETH Seite erkundigt, ob es eine öffentliche Veranstaltung geben würde. So war ich dann unter so vielen Studenten der einzige Mensch, über ein paar Vitrinen beugend, um unbekannte Seiten von Max Frisch als Architekten zu studieren.

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Von der Ausstellung selber war ich eher enttäuscht, aber umso faszinierter vom Gebäude der ETH.

 

Per Polybahn wieder unten angekommen, lädelte ich (für Deutsche: den Geschäften entlang bummeln) ein wenig im Niederdorf

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und staunte über die hohen Preise, welche ich nicht gewillt war, hin zu blättern. Mir gefielen vor allem die Ladenräumlichkeiten in den alten Gebäuden.

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Mein Weg führte über den Mühlesteg mit seinen Liebesschlössern

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zur Josefstrasse. Diese wandere ich entlang bis zum Viadukt. Wandern ist dabei nicht übertrieben, denn an diesem Tag zeigt mein Schrittmesser 3 Stunden aktive Minuten und 19036 Schritte. 😉 Die Josefstrasse begeisterte mich denn wirklich mit den versprochenen, alternativen, kleinen, originellen Geschäften.

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Aber noch überraschter war ich, als ich am Ende der Josefstrasse beim erwähnten Viadukt angekommen war. Unter den Bögen befanden sich hübsche Cafés, originelle Geschäfte und sogar eine ganze Markthalle. Aber auch hier waren die Preise für meine Gewohnheiten und mein Portemonnaie überrissen teuer. Gekauft habe ich innert 3 Stunden lädelen in Züri bloss zwei Postkarten. 😀

Zu meinem Interviewtermin beim Monolith der Andreaskirche, führte mich das Tram. Über den Freitagabendgottesdienst mit Eltern-Kind-Singen, Flöten, Funk, Soul – und Orgelkonzert, Suppe, Chor, Abendmahl, Schreckmümpfeli, habe ich einen Artikel verfasst, welcher im Magazin 3 E erscheinen wird.

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Foxtrail Delémont/Jura

Foxtrail Delémont/Jura

Zum 10. Geburtstag unseres jüngsten Sohns wollte ich zusammen mit seinen Gspänli etwas besonders unternehmen. Es sollte etwas Spannendes, Exklusives, Unvergessliches sein. So stiess ich bald auf das Angebot von Foxtrail. Dies ist eine Art Schnitzeljagd für die ganze Familie oder für sonstige Gruppen. Man jagt einem „virtuellen“ Fuchs nach, der seine Spuren hinterlassen hat und lernt eine Stadt oder eine Region jeweils auf ganz neue Art kennen.

Auf dem Parcour in der Stadt Luzern hatten die Jungs und ich wirklich jede Menge zu tüfteln und dabei viel Spass. Die originellen Installationen begeisterten uns. Hier zwei Fotos der Tour von 2012:

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Im Mai diesen Jahres absolvierten Andy, Tobias und ich einen Foxtrail in Basel. Ich habe darüber hier gebloggt.

Am 3.Sept. 16 jagten etwa 30 Frauen der Sport Union Beckenried dem Fuchs auf verschiedenen Fährten wiederum in der Stadt Luzern nach. Ich mittendrin – und nicht mehr auf demselben Trail wie vor 10 Jahren. Die Tour führte uns treppauf-, treppab durch Luzern und war für manch ältere Dame eine sportliche Herausforderung. Aber ja – es waren ja alles aktive Turnerfrauen. 😉

Auf Facebook bin ich mit der Foxtrailgruppe verbunden und entdeckte einen Wettbewerb, der vom Tourismusverband Jura Drei-Seen-Land ausgeschrieben wurde, weil im Jura der erste Foxtrail eröffnet wurde. Ich habe mitgemacht – und zwei Tickets gewonnen! 🙂 Gelegen kam uns, dass man grad bei der Migros Foxtrailtickets gegen Cumuluspunkte eintauschen kann. So bezahlten wir für unseren 16 jährigen Junior grad noch einen Franken für sein Foxtrailticket.

Wir buchten extra Ferien rund um unsere geplante Foxtrailtour herum, weil wir nicht von der Zentralschweiz ins Jura und wieder heim fahren wollten, bloss für einen einzigen Tag. So entschlossen wir uns, ein paar Tage im Elsass zu verbringen. Wie wir unseren Elsassaufenthalt erlebt haben, erzähle ich  hier.

Wir freuten uns schon lange auf den 1. Oktober 16 und den Trail TheSaurus. Am Bahnhof Delémont merkte unser Sohn, dass wir im französichen Teil der Schweiz angelangt waren. 😉 Alle Befürchtungen waren umsonst. Denn die Sprache war kein Problem. Sowohl die Startunterlagen, wie auch die Infos, welche der Fuchs unterwegs für uns hinterlegt hatte, waren deutsch/französisch verfasst. In keinem der Trails, welche ich vorher absolviert hatte, legte man eine derart lange ÖV Strecke zurück, wie auf diesem Juratrail. Bloss ein kleiner Part findet in Delémont statt. Von uns aus gesehen, hätte die Erkundung des Städtchen selber ruhig etwas ausführlicher ausfallen können. Der Fuchs aber führt seine Verfolger per SBB in ein schönes Städtchen ausserhalb und dann dort auf einen Wanderweg. Leider spoilern die Bilder dieser SBB Seite etwas – schaut euch die Seite vorher ruhig an, nicht aber die Fotos, wenns geht. Ihr nehmt euch sonst einen Entdeckerspass weg. Ich selber poste extra keine zu genauen Bilder der einzelnen Posten. Diese sind sehr überraschend und humorvoll gestaltet – ich staune auf jedem Foxtrailparcour neu über die Kreativität der Postengestalter. Um die Tickets für den ÖV muss man sich als Fuchsverfolger nie kümmern, denn wenn man eine Tour bucht, ist die Benutzung von benötigten Trams, Bussen, Schiffen (Luzern), Fähren (Basel) oder des Zuges (Jura) inbegriffen. Für uns erfahrene Fuchsjäger war dieser Juratrail etwas zu einfach. Wir lieben das Knobeln und es war manchmal nicht so befriedigend für uns, festzustellen, dass man den weiteren Verlauf der Fährte auch ohne Lösen des Rätsels gefunden hätte. Etwas seltsam erschien es uns, dass auch Kirchenräume durchquert werden mussten. Es wurde zwar deutlich darauf hingewiesen, dass man sich in solchen sakralen Räumen bitte nur im Flüsterton oder besser lieber nur mit Gesten miteinander austauschen, am besten aber ganz auf die Kommunikation verzichten sollte. Und dass man diese Räume nicht betreten sollte, wenn eine Veranstaltung stattfinden würde. In so einem Fall, wenn diese Gebäude nicht betreten werden könnten, würden grosse Teile des Rätselspass wegfallen. Dennoch – wir meinen: ein Kirchenraum sollte im Grunde genommen nicht für eine Schnitzeljagd dienen.

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Wir haben erst zum Schluss bemerkt, dass TheSaurus gar nichts mit einem Dino-Saurier zu tun hat, sondern dass es um einen verschwundenen Schatz ging. Die Lösung des Rätsels verrate ich euch nicht. Aber für die Betreiber: der zweitletzte Posten hinter der Holztüre ist nicht mehr ganz in Ordnung. Die Klappe lässt sich nicht gut öffnen, dafür aber die ganze Türe und ich hoffe, dass das, was wir dahinter fanden, auch noch bei Besuchern, welche nach uns diesen Trail absolvieren, vorhanden ist. Für diese nächsten Besucher habe ich einen wichtigen Tipp: zieht Wanderschuhe an!

Danke, Foxtrail und dem Juratourismusverein für die gewonnenen Tickets. Sie haben uns als Familie ein tolles, spannendes Erlebnis beschert. Sowas fördert den Zusammenhalt in der Familie oder einer Gruppe, denn nur mit vereinten Kräften kommt man dem Fuchs jeweils auf die Spur. Leider habe ich noch nie von keiner Gruppe gehört, welche den Fuchs gefangen hätte. 😉


Erneut im Juni 2017 einen Foxtrail besucht: Wer den Trail Wasserschloss (nicht Wildegg) ab Bahnhof Brugg besuchen will, wie wir heute, sollte wissen, dass er teilweise den Legionärspfad Vindonissa kreuzt und man dieselben Einrichtungen besucht. Wir kannten den Legionärspfad schon, aber es waren ja andere Rätsel und von daher dennoch wieder interessant. Was in den Startunterlagen fehlt, ist der Hinweis, dass die Kirche, welche man gegen den Schluss hin besucht, nur bis 17 Uhr offen hat. Wenn man eine längere Pause macht zwischendurch und diese Zeit verpasst, der bekommt Probleme – kann den Trail eigentlich nicht zu Ende machen..