Warum für uns die 4-Seen-Wanderung eine 8-Seen-Wanderung ist.

Warum für uns die 4-Seen-Wanderung eine 8-Seen-Wanderung ist.

Unsere mittlere Tochter, mein Mann Andy und ich, entschliessen uns, an Maria Himmelfahrt, Feiertag in Nidwalden, die 4-Seen-Wanderung unter die Füsse zu nehmen. Sie ist für uns aber eine 8-Seen-Wanderung.

  1. See – Vierwaldstättersee
    Wir starten am Ufer unseres schönen Vierwaldstättersees. Das heisst, zuhause ab der Postautostation Beckenried Hungacher unsere Tour und fahren per Poschi nach Stans. Dort lösen wir ein spezielles RailAwayangebot mit 20 Prozent. Wir können uns entscheiden, ob wir im Preis inbegriffen, die Sesselbahn auf den Jochpass oder die Sesselbahn vom Jochpass zum Engstlensee hinunter benutzen möchten und . wählen die Bergfahrt auf den Jochpass. Die Zentralbahn führt uns zusammen mit vielen Indern nach Engelberg. Seitdem die Bahn durch den Tunnel fährt und nicht mehr ein Zahnrad einhängen muss, sind wir noch nie mit der Bahn nach Engelberg gefahren. Schade für das tolle Erlebnis mit dem Einhängen des Zahnrads, dem steilen Zugwaggon, in dem man einen Rucksack von „oben nach unten“ rollen lassen konnte und um die schöne Aussicht – welches jetzt nur noch Erinnerung ist. Doch die Touristen wollen halt immer schneller von A nach B kommen, das Unterwegssein als Erlebnis, ist nicht mehr so wichtig. Am Bahnhof in Engelberg müssen wir das RailAwayticket umwechseln in Tickets für die Gondelfahrt nach Trübsee. Auch hier bei der Talstation der Bergbahnen merken wir, dass wir schon lange nicht mehr hier zu Gast waren, obwohl wir ja keinen langen Anfahrtsweg haben. Die Station wurde in den letzten Jahren stark modernisiert. Beim Verlassen der Talstation, mit einem Blick zurück, staunen wir über die grosse Anzahl an parkierten Cars. Diese Massen an Menschen sind alle da oben? Wow!
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    Und noch etwas sehen wir im Blick nach unten:
  2. See – Eugenisee
    Der Eugenisee liegt mitten in Engelberg. Aber klar – die Wanderung hat ja noch nicht wirklich begonnen und so ist es für uns klar, dass dieser kleine, härzige See nicht zur 4-Seen-Wanderung hinzugezählt wird.
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  3. See – Trübsee
    Wir verlassen die Gondeln auf Trübsee und bewundern diesen See, wie wenn wir ihn das erste Mal in unserem Leben sehen würden. Er ist einfach jedes Mal eine Augenweide. So malerisch gelegen. Eine Postkartenidylle. Wir folgen dem See bis zur Talstation der Sesselbahn auf den Jochpass . Ein paar kurze Gehminuten, um uns einzuwärmen. 😉
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    Während der Sesselbahnfahrt beobachten wir die Bauarbeiten zu einer neuen Mountainbikeroute.

    Als wir die Sesselbahn verlassen, fragen wir uns, warum das Jochseeli nicht offiziell zur 4-Seen-Wanderung gezählt wird.

  4. See – Jochseeli
    Ein kleines, härziges Seeli. Wir sehen Kinder, welche dort Rutschbahn fahren können.
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    Unser Weg führt uns nun bergab und schon von weitem sehen wir ihn: den
  5. See – Engstlensee
    Der Weg ist teilweise etwas steil, aber gut begehbar und man erreicht den Engstlensee in kurzer Zeit.

    Wir picknicken an seinem Ufer, entdecken ein Murmeltier, freuen uns über den Besuch eines Bläulings
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    und staunen nicht schlecht, weil wir zufällig die Eltern meines Gottenkindes treffen. Schade, fährt ein Auto mit ausländischem Kennzeichen, dessen Fahrerin wohl unsere Signalisationen nicht kennt, dem See entlang. Jeder Wanderer wundert sich – nur die Fahrerin und deren Insassen nicht. Der Parkplatz wäre nicht so weit entfernt. Übrigens befindet sich dort auch eine Postautohaltestelle. Es gäbe die Möglichkeit, hier mit dem Postauto nach Innertkirchen zu fahren. Die Häuser der Engstlenalp sind sehr malerisch.

     

    Nun steigt der Weg etwas an und wird kurz eine klitzekleine Herausforderung für mich, denn auf einer Seite ist er ein bisschen abschüssig. Aber ihr merkt es: klitzeklein und ein bisschen…. Er ist immer mindestens 40 Zentimeter, ja teilweise bis über einen Meter breit und so ist er auch für mich ganz gut zu bewältigen.

     

    Im Restaurant der Tannalp gönnen wir uns etwas zu Trinken und einen feinen Meringue-Glacételler! Zu dritt schaffen wir diese grosse Portion. 😉

  6. See – Tannensee

    In etwa 20 Minuten Wanderzeit erreichen wir den Damm des Tannensees und besteigen dort für 3 Stationen den gut besetzten Fruttli-Zug. (Tannendamm bis Distelboden – 3 Stationen Fr. 6.–/Person. Die ganze Strecke wäre Fr. 10.–)
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    Doch wir möchten nicht die gesamte Strecke fahren, sondern auch den letzten See zu Fuss erreichen: den

  7. See – Melchsee
    Auch hier staunen wir über die Neubauten und merken, wie lange wir nicht mehr da waren, an diesem uns im Grunde genommen, gut bekannten Ort. Wir fragen uns, ob man etwas bezahlen muss für die Liftfahrt beim imposanten Gebäude. Nein, sie ist gratis. Der Blick oben über den Melchsee ist wunderschön.

    Die Gondelbahn bringt uns hinunter auf die Stöckalp. Auch diese runde Gondelbahn war für uns neu – wir kannten nur die alten Gondelis. Sie sind zwar rund, drehen aber entgegen unserer Erwartungen nicht, während der Fahrt. Per Postauto fahren wir nach Kerns und erblicken auf der Fahrt einen weiteren See.
  8. See – Sarnersee
    In Kerns wollen wir umsteigen auf ein weiteres Postauto, das uns über Ennetmoos nach Stans bringen soll. Aber wir haben den Fahrplan falsch studiert, denn dieser Kurs fährt am Feiertag vom 15.8. leider nicht. So müssen wir eine halbe Stunde aufs weitere Poschi warten, das uns an den Sarner Bahnhof fährt und dort einen Aufpreis bezahlen, um via Hergiswil nach Stans mit der Zentralbahn zu fahren. Im Zug bestaunen wir den schönen Alpnachersee, der ja aber ein Teil des Vierwaldstättersees ist. 😉 Das Postauto in Stans bringt uns wieder nach Hause und beendet unsere tolle Rundtour.Die reine Wanderzeit, ohne Abkürzungen mit Bahnen würde 6.5 Stunden betragen. Wir selber wanderten so wie beschrieben etwa 2 Std. 45 Minuten. Wenn man die Sesselbahn zum Engstlensee und die gesamte Strecke des Fruttli Zugs benutzen würde, würde die Wanderzeit vielleicht noch etwa 1 Std. 45 Minuten betragen. Statt mit der Gondelbahn nach Stöckalp, könnte man auch Trottinette mieten. Dies haben wir ein anderes Mal ausprobiert, aber ich fand damals, dass die Strecke per Trotti nicht ganz ungefährlich sei, aufgrund von Kieselsteinen auf dem Asphalt…..
Auf der ungewohnt anderen Seite des Schächentals

Auf der ungewohnt anderen Seite des Schächentals

Seit Jahren gehört es zum Herbst, dass wir eine Wanderung auf dem Schächentaler Höhenweg (Kanton Uri) unternehmen und diese wunderschöne Baumgruppe in Urigen jedes Jahr fotografieren. Sie fasziniert einfach immer wieder aufs Neue und das findet dann auch unsere Nidwaldner Zeitung, welche das Leserbild gern Jahr für Jahr abdruckt. 😉

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Wir haben diese Talseite schon auf diversen Abschnitten bewandert und Bahnfahrten in kleinen und einmal sogar einer offenen Kabine gewagt. Auch im Winter ist die Begehung dieses sonnigen Hangs mit Schneeschuhen ein empfehlenswerter Tipp. Denn die Winterlandschaft ist fernab jeglichen Massentourismus herrlich ruhig. Und immer haben wir auf die gegenüberliegende Talseite geguckt. Sie lag jeweils im Schatten und wirkte rauh, gar „gfürchig“ (furchteinflössend). Ob man „da drüben“ auch wandern kann?

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Früheres Bild von einer Herbstwanderung. Blick auf die gegenüberliegende, dunkle Talseite. 😉

Gestern wagten wir es. Denn die Talseite wirkt ja im Herbst/Winter dunkel. Im Sommer ist sie bestimmt auch sonnenbeschienen, nahmen wir an und das sollte sich als richtige Annahme heraus stellen.

Weil die Parkplatzmöglichkeiten in Flüelen manchmal etwas schwierig sind, parkieren wir als Ausgangspunkt unserer Wanderungen meistens beim Parkplatz der Ruogigbahn, Brügg (Bürglen). Dort stiegen wir auch dieses Mal wieder ins Postauto, das uns bis zum Hotel Balm kutschierte. Hier pausierte es fahrplanmässig eine Stunde und deshalb nahmen wir den etwa 30 minüten Aufstieg zum Klausenpass (1948 Meter über Meer) zu Fuss in Angriff. Da ich stark erkältet bin, musste ich unterwegs einmal inhalieren. Dieser Weg ist leider nicht sehr interessant, folgt unterhalb der Haupstrasse mehr oder weniger auf einem ausgetretenen Kuhpfad. Auf der Klausenpasshöhe fand gerade ein Käsemarkt statt. Wir deckten uns mit Fleisch, Käse und Yoghurt ein und begannen die eigentliche Wanderung auf dem „naturkundlichen Höhenweg Schächental“ auf der anderen, für uns ungewohnten Talseite. Bis zur Chammlialp führte uns der Weg auf einem bequemen, breiten leicht ansteigenden Wanderweg bergaufwärts.

Die Wanderroute ist abwechslungsreich, führt sie doch an vielen Alpen vorbei, an Felswänden, buschigem Gebiet, kleinen Seen, Bächen, Brücken.

Immer wieder lockt die tolle Fernsicht, einen Fotohalt einzulegen. Dieses Mal auf die uns bekannte Seite des Schächentaler Höhenwegs und in die Tiefe. Wir staunen über die Häuser, welche auf der gesamten Hanglänge verstreut liegen, wie wenn sie von der Hand eines Riesen hingeworfen worden wären.

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Während unseres Zvierihalts, bei dem wir den währschaften Käse und die anderen feinen Sachen, welche wir auf der Klausenpasshöhre gekauft hatten, genossen, hörten wir Murmeltierpfiffe und meinten, sie auch gesehen zu haben (sind uns aber nicht ganz sicher). Nebst Kühen begegneten uns auch zwei Esel.

Ab Chammlialp gings dann stetig bergab und geradeaus bis Wannelen.

Auf diesem Link steht, die Tour sei leicht. Geübte Tourenführer, welche solche Schwierigkeitsgrade angeben, haben es aber wohl nie mit Menschen wie mir zu tun, denen es ab und zu schwindlig wird, wenn sie auf einem Weg laufen, der entweder auf der einen oder gar auf beiden Seiten steil abfällt. Wir wandern viel, meiden aber aus Rücksicht auf mich, Gratwanderungen oder sehr schmale Wanderwege, sprich solche, welche weniger als zwei Fuss breit sind und ungesichert auf einer Seite steil abfallen. Diese Tour hier schaffte ich ohne Angstattacken. Aber sie war an ein, zwei Stellen grenzwertig. Also ich persönlich bezeichne sie deshalb nicht als „leicht“, sondern als „mittelschwer“. Nur aus dem einen Grund, weil sie ein paar wenige Stellen enthält, auf denen der Weg etwas ausgesetzt ist. Auf der Webseite besagtem Links steht, man benötige 3 Std. für die Tour. Wir liefen zügig, hatten aber zusammen mit dem Aufstieg zur Klausenpasshöhe insgesamt 3.5 Std.

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In Wannelen führte uns eine Bahn (ohne Stützmasten – spektakulär) nach Ribi und das Postauto an unseren Ausgangspunkt Brügg/Bürglen zurück.

Bestimmt ist dies auch für Kinder eine tolle Wanderung. Dort wo der Weg schmaler und steiler wird, würde ich sie ermahnen, nicht zu rennen – oder sie gar an die Hand nehmen. Aber ansonsten ist sie mit gutem Schuhwerk auch für Familien geeignet. Viel Wanderspass!

Wunderschöne Schweizer Landschaft, auch wenn sie kein Nationalpark ist. ;-)

Wunderschöne Schweizer Landschaft, auch wenn sie kein Nationalpark ist. ;-)

In Amerika haben wir grandiose Landschaften erlebt: schroffe, endlos tiefe Schluchten, kuriose, fantasieanregende Felsformationen, wunderschöne mangifaltige Farbtöne, hohe Berge, uralte, seltene Bäume. Oftmals so ganz anders, als wir es bisher kannten. Zurück in der Schweiz staunen wir über unsere sattgrünen Wiesen und Wälder, die wunderschönen Berge und glasklaren, sauberen, blauen oder türkisfarbenen Seen. 

Gestern (5.8.) waren wir das erste Mal, seit unserer Heimkehr am 2.8. in unserem Schweizerländli wandern. Wir fuhren per Auto bis Göschenen, dann mit dem Postauto bis Göscheneralp, Dammagletscher (Endhaltestelle). Wir dachten nicht daran, die Fahrt auf dem Postauto zu reservieren und hatten Glück, dass der Kurs dennoch fuhr. Es ist ein Rufbus und bitte denkt daran, zu reservieren. Bereits auf der Fahrt mit dem Poschi staunten wir über unsere herrliche Bergwelt, so wie wenn wir sie das erste Mal sehen würden. Es kam uns fast vor wie damals die Fahrt mit dem Shuttlebus durch den Zion Nationalpark – nur dass wir fast die einzigen im Bus waren und sich keine Menschenmasse durch diese Landschaft drängelte. Der Postautofahrer und die einheimische Frau plauderten mit uns und es stellte sich heraus, dass sie beide Andys Cousine und deren Familie kennen. Welch kleine Welt! Zuerst wählten wir den kurzen Weg zum Staudamm. Die Wanderungen rund um den See, haben wir schon ein paarmal unter unsere Wanderschuhe genommen und so wandern wir bloss über den Damm und dann abwärts, Richtung Göschenen.

 

Es ist eine landschaftlich sehr abwechslungsreiche Landschaft. Sie führt vorbei an kleinen Seen, Wälder, Schluchten, offenem Gelände, einem Camping – und immer der Göschener Reuss entlang. Wir kommen ja vom Campen in Amerika und haben zueinander gesagt, dass man hier bestimmt auch ganz schöne Campingferien verbringen kann. Mitten in der Natur, die Kinder kann man am Wasser spielen lassen… Wir haben allerdings nicht gesehen, ob es Wasser- und Stromanschluss geben würde.

Nach kurzweiligen 2.5 Stunden erreicht man den Ausgangsort Göschenen.

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Die Wanderung ist auch für Kinder gut zu begehen. Der Weg fällt nur an wenigen Stellen etwas steiler hinunter, aber nie gefährlich. Manchmal kann man die Muskeln entspannen im Geradeausgehen…. Meistens aber führt er gemütlich bergabwärts. Unterwegs gäbe es manche Gelegenheiten, wieder dem Postauto für eine Rückfahrt zuzusteigen.

 

Weitere Wandervorschläge für diese Gegend. (Klick mich)

 

 

 

 

27. Juli bis 2. August 17, 5. und letzter Teil, Amerika. San Francisco

27. Juli bis 2. August 17, 5. und letzter Teil, Amerika. San Francisco

Donnerstag, 27. Juli

Wir können doch noch den Indoorpool des KOA Williams benutzen und fahren anschliessend in etwa 3 Stunden zum KOA Camping Laughlin, in der Nähe des Lake Mead, der unser erster Stopp auf unserer Campertour war.

In der direktesten Linie wären wir in 2.5 Std. am neuen Übernachtungsort. Wir wählen aber die Route 66 und nehmen so einen Umweg von einer halben Stunde auf uns. Es ist „speziell“, auf der berühmten Route 66 zu fahren. Wir sind enttäuscht darüber, wie touristisch vermarktet Seligman ist. Der berühmte Coiffeur Angels ist nicht vor Ort, aber wir erfahren, dass er kürzlich bei bester Gesundheit seinen 90. Geburi feiern konnte. Seligman ist ein kleines „Disneyland“, genauso wie die „Geisterstadt“ (alte Goldgräberstadt) Oatman. Die Route 66 dorthin führt über eine abenteuerliche Passfahrt. Doch der Ort selber ist nicht mehr eine Geisterstadt, ausser man bezeichnet die allzuvielen Touristen und Esel, welche sich dort aufhalten so. Die „Kulissen“ der Stadt sind hübsch, aber die vielen Menschen und Souvenirläden in jedem Haus, zerstören den historischen und authentischen Eindruck.

Um 16.50 Uhr erreichen wir den Campingplatz Laughlin. Doch um 16.30 Uhr schliesst der Campingempfang bereits seine Pforten und wir müssen ein kompliziertes Eincheckprozedere durchlaufen bei der unfreundlichsten Amerikanerin, welche ich auf unserer Reise traf (AVI Resorts und Casino-Hotels, das zum Camping gehört). Doch das Positive an diesem Camping ist, dass wir den Coloradoriverbeach und den Pool dieses Hotels mitbenutzen können. Der Pool ist zwar mehr ein Kinderplanschbecken, als wirklich tief genug zum Schwimmen, aber für eine einzige Benutzung ist es ok. Auch das Schwimmen im Colorado River ist ein tolles Erlebnis. Der River hat mehr Zug als erwartet.

Freitag, 28. Juli

Wir stehen früh auf, denn um 10.30 Uhr müssen wir den Camper abgegeben haben, unser mobiles Zuhause, das uns zwei Wochen lang ein Zuhause war. Ich hätte es schon noch länger ausgehalten darin, obwohl ich mir mindestens 5 Mal den Kopf am einen Kästchen angeschlagen habe. Für uns drei war er gross genug, war leicht zu fahren und gut eingerichtet. Ich schätzte es, dass wir unsere Koffer auspacken und beim Wohnwagenvermieter deponieren konnten. Wir fahren etwa 2.5 Std. bis nach Las Vegas, packen beim Campervermieter unsere 7 Sachen in unsere Koffer, putzen dem Camper grob und müssen uns doch noch beeilen, um die Abgabezeit einhalten zu können. Ein Shuttlebus des Camperanbieters fährt uns gratis zum Flughafen.

Unser Flug nach San Francisco geht erst abends. Wir müssen leider 2 Std. warten, bis wir die Koffer einchecken können und fahren per Flughafenshuttle zum anderen Teil des Flughafens, um etwas zu essen. Als wir endlich einchecken können, vergisst Tobias dabei seine Kamera auf dem Apparat und als wir es 10 Minuten später entdecken, ist sie weg. Das Fundbüro hat zu, obwohl es eigentlich offen haben sollte und so suchen wir zusammen die Polizeistation auf. Schon wieder ein Polizeipostenbesuch im Ausland. Im Gegensatz zur italienischen Polizei ist es hier eine bessere Erfahrung. Der Polizist ist derart einfühlsam, dass mir später, als er uns erklärt, wie hoch die Kriminalitätsrate in Las Vegas ist und uns Bilder von Polizisten zeigt, welche jung im Dienst gestorben sind, die Tränen kommen. Er meint, er wollte mich nicht traurig machen, plaudert mit uns über amerikanische Erziehung, Lebensweise und dass er uns Schweizer dafür bewundert, wiesehr wir Ordnung, Disziplin, Sauberkeit, Anständigkeit, Respekt etc. hoch halten würden und dies unsere Kriminalitätsrate gering halte. So nebenbei erledigen wir das mit dem Rapport für die Diebstahlversicherung. Schade und traurig wegen der sehr guten und neuen Sonykamera, aber es war klar Fahrlässigkeit von unserer Seite und zum Glück hat Tobias am Vorabend alle Bilder auf der Festplatte gespeichert. Wir schaffen es dann nicht mehr, die Stadt nochmals zu besuchen – es wäre auch zu teuer gekommen mit dem Transport hin- und retour und so verbringen wir die Zeit bis zum Abflug  halt am Flughafen.

Der Flug Las Vegas – San Francisco dauert nur etwas mehr als eine Stunde. Per Metro fahren wir zum Opalhotel. Es ist 110 Jahre alt und mir gefällt diese authentische Nostalgie. Wir haben mit Frühstück gebucht, aber dieses wurde in den Social Media zussehr kritisiert. So hat das Management dieses Angebot, welches im Grunde genommen gratis war für die Gäste, gestrichen. Doch weil wir noch vor dieser Änderung gebucht hatten, kommt uns das Hotel entgegen, indem es das Zusatzbett für Tobias nicht berechnet. Auf der anderen Strassenseite befindet sich ein Trendrestaurant, das wir zum Abendessen aufsuchen. Der Receptionist meint, es gäbe Leute, die würden extra im Opal übernachten, weil sie in der Nähe von Tommy’s Joynt logieren möchten. Wir sind dann auch wirklich super zufrieden.

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Samstag, 29. Juli

Wir frühstücken im Restaurant, das sich Tür an Tür zum Opal befindet. Es ist sehr fein, aber etwas teuer.

Zu Fuss erkunden wir den nördlichen Teil San Franciscos. Im Chinatown halten wir uns etwas länger auf, weil gerade irgendein chinesisches Fest stattfindet. Diese fremdländischen Aktivitäten faszinieren uns. Wir wähnen uns nicht in den USA, sondern in China. Wir kaufen eine Gopro und ein Weitwinkel und Makroobjektiv für die Nikon. Beides weit unter dem Katalogpreis.

Die Stadt fasziniert uns. Sie ist bunt, freakig, pulsierend und gleichzeitig sind die Leute easy drauf. Mir kommt es so vor, dass jeder ein Stück weit origineller sein will, als sein Mitmensch. Wir Landeier staunen einfach nur noch über soviele interessante, ausgefallene Menschentypen. Leider sind auch viele Homeless (Obdachlose) in dieser Stadt. Wir beobachten, dass sie einander viel helfen und es lustig untereinander haben trotz ihrer schwierigen Lebenslage. Ob ihnen jemand hilft, Unterstützung gibt? Wir haben nicht herausgefunden, was die Stadt oder Christen für die wirklich auffallend vielen Obdachlosen tut.

Am Pier 39 lachen wir über die trolligen Seelöwen, ein Automatikmuseum am Pier mit Gratiseintritt fasziniert, aber die Preise, um was zu essen, erscheinen uns zu überrissen. Wir frieren trotz Daunenjacken, fahren per Bus zurück zum Hotel und essen bei Tommy’s Joynt wieder z’Nacht.

Sonntag, 30. Juli

Wir frühstücken bei Jane und nehmen eine Warteschlange in Kauf. Wir staunen darüber, wie oft Amerikaner bereit sind, anzustehen. Aber sie tun das diszipliniert und fair. Bei uns entsteht schnell ein Gedränge und ein „Ellbögeln“. Der Stärkere ist der Geschwindere. Hier kann man eine Wartezeit eher abschätzen und stresslos abwarten, bis man an der Reihe ist. Wir wären aber nie bereit gewesen, so lange in einer „Line“ zu stehen, wie es Leute taten, um mit einem Cabelcar zuunterst zu starten. Die standen um etwa 3 Häuserblocks und ich schätze, mindestens 3 Stunden lang!

Jane bietet sogar Ruchbrot an und wir sind mit dem Preis- Leistungsverhältnis sehr zufrieden.

Nachdem wir unterdessen ein paarmal die Ubertaxis ausprobiert haben, fahren wir nun das erste Mal per Lyft. Es ist kein wirklicher Unterschied. Die beiden Systeme funktionieren tadellos. Innert weniger Minuten nach Onlinebuchung ist ein Taxi vor Ort. Je mehr Personen man ist, umso eher rentiert es sich, gegenüber dem öffentlichen Verkehr und man spart im Durchschnitt die Hälfte an Zeit. Wir lassen uns zur Bethel Church bringen und besuchen dort einen Gottesdienst. In den Freikirchen, welche unser Sohn und Andy und ich besuchen, singen wir deren Lieder und es ist für uns etwas ganz Besonderes, am Ursprungsort dieser Lieder zu sein. (Jedenfalls fast am Ursprungsort. Sie werden in Reddings komponiert, einem anderen Ort in San Fran, aber die beiden Orte gehören zu einer einzigen Bethelchurch.) Die Menschen sind sehr freundlich und hilfsbereit, was unsere weitere Tagesplanung betrifft. Der Gottesdienst unterscheidet sich in seiner Art nicht von unseren freikirchlichen in der Schweiz.

Nach dem Gottesdienst mieten wir Velos im Golden Gatepark. In 4 Stunden per Velo erkundigen wir einen weiteren Teil der Stadt, u.a. die Golden Gate Brücke. Es ist ein grandioses Erlebnis. Wir hätten nicht erwartet, dass wir per Velo so lange haben, bis wir am anderen Ende der Brücke ankommen. Wie lange dauert es wohl zu Fuss? Das Velofahren in der Stadt ist insofern anstrengend, weil es oft hinauf geht. Die Stadt ist ja an einen Hügel gebaut. Ich muss das Velo oft stossen, was Tobias an seine Geduldsgrenze bringt. Aber wir haben halt keine E Bikes. 😉 Aber das Velo ist dennoch eine gute Art, in der Stadt unterwegs zu sein. Per öffentlichen Verkehr hat man einfach zu lang und obwohl Uber oder Lyft günstig ist, geht es mit der Zeit doch auch ans Budget….

Wir essen dieses Mal indisch z’Nacht, sind aber nur mässig zufrieden.

Montag, 31. Juli

Wir fahren per Fähre nach Sausalito. Das ist ein wunderschönes Erlebnis, denn die Stadt mit der Golden Gate Brücke und die Alcatraz-Gefängnisinsel, sehen vom Wasser her einfach toll aus.

Per Lyft lassen wir uns zum Muir Woods National Monument fahren. Ein würzig-süsslicher Geruch liegt in der Luft. Wir kommen grad rechtzeitig, um einen Rangervortrag über diese seltenen, uralten Bäume anzuhören. Auf gut ausgebauten Wegen erkundigten wir diesen Park. Zurück bringt uns gratis ein Bus (er wäre sonst nicht gratis, aber der Fahrer liess uns einfach so mitfahren). Er fährt aber eben statt der 20 Minuten per Lyft 45 Minuten. Wieder in Sausalito fahren wir per Lyft bis zur Hoteltüre und essen wieder bei Tommy’s Joynt.

Dienstag, 1. August

Frühmorgens bringt uns Uber an den Flughafen. Wir starten am Nationalfeiertag der Schweiz unseren Flug von den USA nach Hause und kommen (Zwischenhalt in New York)  am

Mittwoch, 2. August 

todmüde eine halbe Stunde vor dem Fahrplan in Zürich Kloten an. Geschlafen haben wir alle nicht viel. Vielleicht 2-3 Std. Wir fahren per Zug nach Luzern. Tochter Petra chauffiert uns von da nach Beckenried.

Wir haben Mühe wach zu bleiben, trotzdem wir im See schwimmen gehen.

Um 20 Uhr gehen wir schlafen. Andy beginnt am anderen Tag mit der Arbeit. Tobias hat noch einen Tag länger frei. Ich bin am

Donnerstag, 3. August

trotz 14 Stunden Schlaf tagsüber immer noch müde und schreibe diesen Blog.

Fazit unserer Ferien: es war ein total spannendes, lohnendes, unvergessliches Erlebnis. Wir haben ja unseren 30. Hochzeitstag und Andys 20. Arbeitsjubiläum beim RAV auf diese Weise gefeiert. Dass wir die Reise antreten konnten, war ein Riesengeschenk. Denn er leidet ja unter CLL und wir wussten lange nicht, ob er überhaupt verreisen darf.

Amerika ist in vieler Hinsicht soviel anders als die Schweiz oder gar Europa. Am meisten beeindruckt hat uns die unverbaute Weite der Landschaft, die Grosszügigkeit, Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und schnelle Kontaktaufnahme der Amerikaner. Staunenswert waren alle Nationalparks, welche wir besucht haben. Wir sind uns einig: der Antelope Canyon war am faszinierendsten von allen. Mit seinen orange-gelb-braunen-grauen Farben. Soviel anders als alles, was wir bisher gesehen oder erlebt haben. Auf zweitem Platz folgt bei mir das Goblin Valley, bei Andy der Bryce und bei Tobias entweder das Valley of Fire oder auch der Bryce. Aber jeder Nationalpark ist einzigartig und im Grunde genommen unvergleichlich anders. Beim einen faszinieren die Farben, beim anderen die Tiefe, in die man blickt, beim anderen Felsbrücken und beim weiteren Strukturen und Formationen, von Wind und Wetter geformt wie von Künstlerhand. Und je nach Menschentyp faszinieren den einen halt ungeheure, nicht abschätzbare Tiefen, Weiten, Formen oder Farben. Generell hat es uns dort besser gefallen, wo nicht Massen an Touristen vor Ort waren und man ein bisschen das Gefühl hatte, selber etwas entdecken zu können, als im Gegensatz dazu, ein Touristenbild präsentiert zu bekommen, das schon soviele vor uns abgelichtet hatten. Und manchmal störte die Masse an Menschen einfach auch die Ruhe und Erhabenheit eines Naturortes.

Gefreut haben wir uns darüber, dass wir soviele Wildtiere gesehen haben: Vögel, welche wir hier nicht kennen, zweierlei Typen von Hasen, Rehe und Hirsche, jede Menge Eichhörnchen, Raten, welche zur Famile der Känguruhs gehören, ein Erdmännchen, eine Luchsfamilie, eine Seelöwenkolonie, grosse Eidechsen, Wildpferde, aber leider keinen Bären. 😉 In Seligman haben wir wilde Esel gesehen. Es hingen Schilder, wir sollten sie nicht füttern, denn sie seien wild und könnten beissen, aber in jedem Souvenirgeschäft konnte man Eselsfutter kaufen. Ein paar wurden dann tatsächlich wild, stoben auseinander und einer jagte Tobias nach! :-O

Wir haben erst vor Ort gemerkt, dass wir noch soviel Lohnenswertes hätten anschauen können an der Westküste. Ich dachte vorher wirklich, wenn wir die bekanntesten Nationalparks wie Bryce, Arches, Grand Canyon gesehen hätten, dann hätten wir alles gesehen von der Gegend. Aber es gäbe noch soviel Sehenswertes. Nur die Reise ist halt wirklich etwas lang. 😉

Was uns total schockierte und erschütterte, waren die vielen Obdachlosen, vor allem in San Fran. Und was uns nervte, war der schlechte Ausbau im öffentlichen Verkehr. Wir sind wieder neu dankbar für das gute Liniennetz in der Schweiz. Auf die andere Seite funktioniert dort Uber oder Lyft sehr gut, welche bei uns überhaupt noch nicht bekannt sind. Viele Menschen können mit Taxidiensten ohne komplizierte Lizenzen ein Zusatzbrot verdienen. Wir würden ein anderes Mal viel häufiger auf Uber/Lyft zurückgreifen, statt den ÖV zu benutzen in den USA. Aber am Anfang hatten wir halt noch nicht überall Internet und so konnten wir sie leider nicht immer dann buchen, wenn wir Bedarf hatten. Erst im zweiten Walmart wurden wir wegen einer SIM Karte für Tobias Handy, das zwei Karten aufnehmen kann, gut beraten. Wenn wir Uber benutzt hätten, dann wäre in LA viel mehr an Programm drin gelegen.

Andys Planung war perfekt. Ich kann unsere Route gern weiter empfehlen. Die Fahrzeiten waren sogar weniger lang, als berechnet. Und dies per Camper.

USA

Es war gut, dass wir einen Camper hatten. Der Vorteil ist, dass man sein Zuhause immer dabei hat und nicht aus dem Koffer leben muss. Der Nachteil ist, dass man damit nicht überall durchkommt. Es wäre auch möglich per PW zu fahre und in Motels zu übernachten für dieselbe Strecke. Wir fuhren in 14 Tagen 1800 Meilen, also rund 2’900 Kilometer, was für uns eine gute Streckenlänge war. Wir hatten nie Stress. Die durchschnittlichen 2 bis 3 Stunden Fahrzeit waren gut zu bewältigen. Und nicht jeden Tag fuhren wir, sondern wir hatten auch noch Zeit, die Ferien einfach zu geniessen, mit Lesen, baden, fein essen, einfach „sein“. Aber gleichzeitig haben wir jeden Tag etwas Spezielles erlebt, keinen einfach so „verplämpert“.

Wir hatten voll Wetterglück und danken Gott dafür. Denn wie wir zum Beispiel von einem Mann erfuhren, der im Shuttlebus des Grand Canyon mit uns plauderte, konnten sie die geplante Antelope Tour nicht machen, aufgrund schlechten Wetters. Die Canyons waren abgesperrt. Wo wir hinkamen, verzog sich der Regen schnell oder trat nach uns ein. Auch vom Arches hörten wir von Touristen aus der Schweiz, welche am selben Abend wie wir dort waren, dass sich ein so starkes Gewitter über den Nationalpark entlud, dass nur noch Leute mit PW oder Allrad den Park verlassen konnten. Mit dem Camper konnte man den Heimweg nicht mehr antreten und musste im Park übernachten.

Die Karte unserer besuchten Orte in den USA sieht nun so aus:

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An dieser Stelle danke ich unserem Reisebüro Preisig Reisen in Stansstad. Sie haben uns im Vorfeld geduldig und fachkundig beraten. Die Flüge (auch Las Vegas-San Fran) und den Camper buchten wir über sie. Alles hat tip top geklappt und bei Problemen wären sie rund um die Uhr für uns da gewesen. Das gab ein beruhigendes Gefühl. Wir hoffen, noch so manche Reise zusammen unternehmen zu können. Und buchen gern wieder über Preisig Reisen. P.S. Dies ist ein nicht gesponserter Beitrag. 😉

Und last but not least danken wir Gott für seine Bewahrung vor Unfällen und Krankheiten und allen Betern. ❤ Wir sind überglücklich, dass wir diese Reise unternehmen durften und es vor allem Andy so gut ging. Wir konnten dieses Abenteuer voll geniessen und liessen alle Sorgen hinter uns. Der Alltag hat uns wieder und Andy beginnt nächste Woche wieder eine Chemoeinheit….

Wir werden noch lange zehren von den superschönen Erinnerungen. Die kann uns niemand nehmen, auch keine Krankheitszeit.

 

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Canyonland, Monument Valley, Lake Powell, Grand Canyon, 4. Teil USA, 22. – 26. Juli

Canyonland, Monument Valley, Lake Powell, Grand Canyon, 4. Teil USA, 22. – 26. Juli

Samstag, 22. 7.

Sowohl im Pool des Campings KOA Moab, wie auch am nahe gelegenen Ken’s Lake lässt es sich herrlich baden. Wir sind froh drum, denn die Durchschnittstemperatur auf unserer gesamten Reiseroute beträgt immer gegen 35-40 Grad.  (Durchschnitt – es war auch mal kühler oder heisser als 40) Beim See weht ein kühles Windchen.

Später fahren wir mit dem Camper durchs Canyonland. Eine bequeme Art, aber von den diversen Parkplätzen (Outlooks) sieht man wirklich toll in die faszinierende Schluchtenwelt. Es ist uns schlicht zu heiss für eine Wanderung. Vom Camping aus bis zum Eingang des Nationalparks fahren wir 45 Min. Bis zum hintersten Aussichtsort sind es 1 Std. reine Fahrzeit.

 

Sonntag, 23. 7.

Wir baden nochmals im Pool und fahren dann weiter zum Monument Valley. Die Fahrzeit beträgt mit dem Camper ungefähr 2.5 Std. Wir haben in unserem Reiseführerbuch gelesen, dass man sich am Infodesk nach Jeeptouren erkundigen kann, denn mit dem RV Camper können wir die Strassen rund um die imposanten felsigen Berge nicht befahren. Doch wir müssen einmal ums gesamte Visitorcenter laufen und entdecken dann den Infodesk im Untergeschoss, wo man uns aber nicht wirklich Auskunft geben kann über diese Jeeptouren. Wir sollen uns draussen auf dem Parkplatz bei den Jeeps selber grad erkundigen. Dort sind verschiedene Anbieter von solchen Touren – man könnte auch das Ganze auf einer Reittour erkundigen. Wir haben einen Reiseführer von diesem Jahr, die Preise sollten also aktuell sein. Sind es aber nicht. Die Navajo Indianer wollen 85 Dollar pro Person verlangen. In unserem Buch steht, 60 Dollar seien ok. So handeln wir den Preis auf diese 60 Dollar herunter. Die Tour lohnt sich. So sehen wir nicht nur die bekannte Filmkulisse so manch eines Westernfilms als Skyline, sondern auch von Nahem. Wir bemerken auch ein paar Lehmhütten, in denen bis heute ein paar Navajos leben. Doch so abgeschieden leben sie nicht, denn quasi vor ihrer Haustüre schlängeln sich Jeeps und Privatautos vorbei und hunderte Kameras klicken in der Vorbeifahrt. Wir entdecken Wildpferde und ich sah ein Tierskelett am Wegrand liegen

Auf der Strecke halten wir ein paarmal an und die Navajofrau erzählt uns indianische Mythen zu den Felsstrukturen. Auf einem Felsen posiert dauernd ein Cowboy und stellt damit eine Filmszene nach. Wer will, kann ihm 2 bis 5 Dollar bezahlen. Also das Ganze ist sehr touristisch aufgezogen. Wir merken je länger je mehr, dass uns diejenigen Nationalparks am besten gefallen, welche nicht derart stark von den Touristen überlaufen sind. Die Souvenirs, welche angeboten werden, ähneln sich überall ein bisschen und sind sehr teuer. Uns sagt das Angebot nicht wirklich zu.

Unser Campingplatz „Gouldings Campground“ liegt inmitten des Nationalparks. Leider aber bekommen wir einen Übernachtungsplatz zugewiesen, der sich eher auf einem Parkplatz ausserhalb des eigentlichen Campings, als unter einem lauschigen Baum mit Aussicht auf die tolle Bergkulisse befindet. Vielleicht waren wir zu spät dran mit der Buchung dieses Platzes. Auf unserem Platz stinkt es. Ein wilder Hund hat dort sein Geschäft verrichtet. Die Internetverbindung ist lausig. Die Sanitäranlagen veraltet und der Innenpool ist mehr ein Kinderplanschbecken, als zum Schwimmen geeignet und sehr kalt. Doch der Camping hat auch seine Vorteile: er ist verbunden mit einem Motelgelände und einem Museum, wo man den Pionieren Gouldings auf die Spur kommen kann. Das Ehepaar Gouldings kam um 1920 nach Monument Valley. Sie hatten vor, hier Schafszucht zu betreiben, gründeten dann aber ein Postbüro und ein Verkaufsgeschäft. Sie handelten mit den damals dortig ansässigen Paiute Indiandern. 1930 holten sie Hollywood ins Monument Valley und der erste Film von vielen, entstand. „Stagecoach“ mit John Wayne, den wir dann am Abend auch im Filmgebäude dieser Siedlung anschauen. Zwischendurch ist es uns aufgrund der zu stark eingestellten Klimanalage zu kalt im Gebäude und wir fliehen nach draussen. Gerade rechtzeitig, um den Sonnenuntergang in dieser nostalgischen Kulisse mit zu erleben. Sozusagen vom Film in die Realität, welche aber – sieht man von den Autos ab – immer noch wie zu diesen Filmzeiten aussieht.

 

Montag, 24. Juli

Geburtstag unserer ältesten Tochter zuhause. Wir gratulieren ihr nach unserer amerikanischen Zeit bereits am 23. Juli. 😉

In der Nacht und am Morgen regnet es. Eine kurze Regenpause benutzen Andy und ich, um direkt vom Camping aus ein bisschen den Hügel hinauf zu spazieren. Etwa 10 Gehminuten entfernt, befindet sich ein schöner Arche (natürlicher Felsbogen, wie im Arches Nationalpark). Die ganze Zeit werden wir begleitet vom wilden Hund und ich fühle mich irgendwie wie beschützt. Ich habe das Gefühl, er mag uns, obwohl wir ihn weder streicheln noch füttern.

Vor der Weiterfahrt besichtigen wir das Gouldings Museum. Es befindet sich im ersten Wohnhaus des Ehepaars, welches 1981 (Harry) und 1992 (Mike) verstarb.

Nach ca. 2.5 Std. Fahrt mit dem Camper, erreichen wir die ersten Anbieter von Touren in den Antelope Canyon. Uns erscheint das Ganze nicht sehr professionell. Wir erhalten die Infos, welche wir wünschen in spärlicher, verwirrender Art und Weise. Also entschliessen wir uns, zum Camping Page Lake Powell zu fahren und dort zu schauen, ob wir uns einer Tour zur oberen oder unteren Schlucht anschliessen können. Die Uhren können wir übrigens wieder eine Stunde zurück stellen. Auch für diese Ausflüge sind die Preise unseres Reiseführerbuches (aktualisiert in diesem Jahr 2017) nicht mehr aktuell. Sie betragen für den Upper Antelope zwischen 50 bis 170 Dollar pro Person. Dies erscheint uns etwas viel und wir entscheiden uns für eine wesentlich günstigere Tour im Lower Antelope für 25 Dollar pro Person plus Parkingebühren. Der Unterschied ist dieser: das Lower Antelope ist eine V Form und man bewandert es zuunterst. Das Licht fällt spärlich hinein, was aber eine sehr mystische Stimmung erzeugt. Im Upper Antelope wandert man in einer etwas weiteren, helleren Schlucht.

Wir können grad noch kurz etwas trinken, uns mit Sonnencrème einschmieren, die Wanderschuhe anziehen und schon startet unsere Tour mit dem Navajomann Jonah. Wir spazieren zusammen zum Treppenabgang in die Schlucht und müssen dort dann aber etwa eine halbe Stunde warten, weil sich vor uns ein Car voll Asiaten befindet. Diese bekunden Mühe, mit ihren „Schläppli“ (Sandalen, leichte Halbschuhe), die Treppen hinunter zu steigen. Wir benutzen die Wartezeit, Jonah zu seiner Kultur, Traditionen, Sprache, früherem und heutigen Leben zu befragen. Er erzählt bereitwillig und erzählt auch sonst manch Interessantes zur Schlucht, welche zufällig von einem Kind entdeckt wurde, dessen Ziege, welche es zu hüten hatte, entlaufen war. Wir haben schon manche Tropfsteinhöhlen der Welt besichtigt. Aber was wir hier am Boden dieser Schlucht oder „Kamins“ entdecken, haben wir noch nie gesehen. Nach jeder Kurve staunen wir erneut. Das Farbspiel der orange-gelb-braun-grau-beig-schwarzen Felsen ist überwältigend. Atemberaubend. Dies übertrifft unsere vorherigen Favoriten der anderen Nationalparks. Klar, jeder Park birgt seine einzigartig, unverwechselbare Schönheit. Doch sowas wie hier – verschlägt jedem Schreiberling die Sprache. Dafür knipsen wir eine riesige Menge an Fotos. Jonah ermutigt uns, sich Zeit zu lassen – wir müssten uns überhaupt nicht beeilen. Und er stellt sich als fachkundiger Fotograf heraus und zeigt uns für jede Kamera und jedes Handy die optimale Einstellung und knipst und hie und da als Familie.

Das ganze Gebiet hier nennt sich Glen Canyon. Dazu gehört auch der atemberaubende Aussichtspunkt Horseshoe Bend. Der Fels sieht wirklich aus wie ein Riesen-Pferdehuf, der sich ins Wasser gesetzt hat. Auch hier sind wir nicht die einzigen Touristen. Ein paar wagen sich so weit wie möglich an den Abgrund, um möglichst spektakuläre Fotos schiessen zu können. Dies lässt nicht nur mich den Kopf schütteln, sondern sogar auch Tobias, unseren 16 jährigen Sohn. Auf den Fotos sieht man doch gar nicht, ob man einen Meter weiter vom Abgrund steht, als genau an der Kante. Es kommt auf die Perspektive drauf an….. Ich kann fast nicht hinschauen. Das Gebaren mancher Touristen ist fast genauso atemraubend, wie die tolle Aussicht.

Ob der Grand Canyon uns morgen noch mehr beeindrucken kann, als das Lower Antelope?

Dienstag, 25. Juli

Wir frühstücken im Mac Donald, was mir auf Facebook mehr Kommentare beschert, als irgendwas sonst, das ich über unsere Amerikatour teile. Wir Schweizer sind halt amüsiert darüber, dass man in einem Mac Donald frühstücken kann. Das kann man bei uns nicht. Es ist nicht so ungesund, wie uns und diesem Geschäft „vorgeworfen“ wird. Die Pancakes sind Pancakes, die Eier sind Eier, die Früchte im Müesli normale Früchte….

Wir müssen im Walmart einen Teller, Abwaschlappen, Feueranzünder und Backofengeschirr kaufen, was zur Camperausrüstung gehört und wir kaputt gemacht haben. (Billige Ware) Anschliessend besichtigen wir den Glen Canyon Dam. Das ist der Damm zum Lake Powell. Auch der Grand Canyon wird von diesem Wasser gespiesen.

Wir fahren heute mit dem Camper ca. 3.5 Std. Eingeschlossen in diese Zeit ist die Fahrt durch den gesamten Grand Canyon Nationalpark. Wir bestaunen beim Watchtower und an diversen Aussichtsplätzen die grandiose Aussicht und die enorme Tiefe, welche wir nicht zu schätzen vermögen. Gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang erwischen wir einen Shuttle zum Yaki Point. Was für ein romantischer Sonnenuntergang. Leute klatschen sogar und eine Frau spielt Amazing Grace auf der Flöte. Irgendwie kitschig und doch echt berührend.

Wir kommen spät an beim KOA Circle Pins Camping in Williams. Leider liegt er eine Autofahrstunde vom Grand Canyon entfernt. (In den 3.5 Std. oben eingerechnet). Wir fanden nichts Näheres. Für Spätankommende liegt jeweils eine Infoschrift an der Pinnwand vor der geschlossenen Recéption bereit.

Mittwoch, 26. Juli

Weil wir uns noch ordentlich einchecken müssen und der Empfang erst um 8 Uhr öffnet, können wir nicht allzu früh starten, für unseren zweiten Ausflug in den Grand Canyon. Entgegen unserer Befürchtungen, hat es noch genügend RV Parkplätze so gegen 10 Uhr beim Visitor Center. Das Warten auf die Shuttle Busse, welche einen an die diversen Aussichtspunkte führen, wird allerdings zur Geduldsprobe. Es ist eben nicht möglich, mit dem Privatauto jede Strasse zu befahren. Jedenfalls in den Sommermonaten. Im Winter ist dies anders. Nicht immer mögen wir auf freie Plätze in einem Shuttle warten, sondern wandern hie und da den Klippen entlang. Dies auf sehr gut ausgebauten, ungefährlichen Wegen. Wir wagen uns im Gegensatz zu anderen Touristen nicht über Abschrankungen und verzichten darauf, möglichst spektakuläre Bilder am Abgrund zu knipsen. Unser Leben ist uns zu teuer. Mit der Zeit wird es immer heisser zum Wandern. Beim Aufstehen zeigte das Thermometer noch erstaunlich kühle 15 Grad – wir befinden uns immerhin auf etwa 2’100 Meter über Meer – aber die Temperaturen steigen im Tagesverlauf schnell auf gegen 30 Grad.

Am Abend mache ich nochmals eine Wäsche, dann geniessen wir die weiteren super Infrastrukturen dieses Campings. Das heisst, wir spielen Minigolf, schauen den Kindern beim Trampolinspringen zu, Tobias fährt Go Cart. Es ist der beste Camping, den wir je erlebten – nicht nur in Amerika. Leider ist der Pool defekt. Und die nahe Autobahn und der Zug, der selbst nachts hie und da laut hupt, nerven. Die Mitarbeiter aber sind allesamt sehr freundlich und aufmerksam. So können wir diesen Ort nur wärmstens empfehlen. Er bietet auch Tipis und Bungalows.

 

 

 

 

 

 

 

 

Von Kobolden und Brücken, USA, 3. Teil, 19. – 21. Juli 17

Von Kobolden und Brücken, USA, 3. Teil, 19. – 21. Juli 17

Mittwoch, 19. 7.

Wir frühstücken feine, hausgemachte Pancakes mit Speck auf dem KOA Bryce Valley Cannonville Campingplatz und tauschen uns dabei mit einem deutschen Ehepaar aus. Er ist pensionierter Lehrer, sie aktive Schulleiterin.

Die Weiterfahrt mit dem  Camper führt uns durch den Staircase Escalante National Monument Park. Wir wandern zum 1.15 Std. lang durch die brütend heisse Wüstensonne – links und rechts türmen sich imposante Felswände – und sind, obwohl wir wussten, dass da ein Wasserfall kommen wird, überrascht, als wir uns plötzlich fast frieren, weil wir uns an einem Schattenplatz vor dem Calf Creek Falls wiederfinden, dessen vom Winde verwehte Gischt uns ansprüht. Trotzdem wir bereits durch diese Gischt abgekühlt sind, wagen wir ein sehr erfrischendes Bad im natürlichen Pool vor dem Wasserfall. Wir wissen ja: 1.5 Std. Rückwanderung in der immer noch heissen Sonne erwartet uns. Das Wetter ist etwas unsicher. Es wurden Sturmwinde und Gewitter gemeldet. Doch mehr als drohende Wolken und ein paar winzige Regentropfen erleben wir nicht.

Zwischen dem letzten Campingplatz, dem Bryce Valley Cannonville und unserem nächsten Übernachtungsplatz, dem Thousand Lake RV Pak in Torray liegen insgesamt ca. 2. Std. 15 Min. Trotz des Namens 1000 Seen, entdecken wir keinen einzigen. 😉 Aber im Grunde genommen, gibt es nichts zu bemängeln an diesem Campingplatz, wie auch an den vorherigen nicht. Der Pool ist leider aufgrund der Wetterunsicherheit geschlossen.

Andy grilliert – ich koche Teigwaren dazu und Gemüse und mache unsere zweite Wäsche seit unserer Reise.

 

 

Donnerstag, 20. 7.

Wir frühstücken wieder fein. Dieses Mal sind es vom Campingplatz aus selbstgebackene Muffins in 4 verschiedenen Sorten.

Wir fahren weiter durch den Capitol Reef Nationalpark und wandern dort zum zur Hickman Bridge. Dies ist eine etwa 40 Meter lange, natürliche „Brücke“. Auch heute wandern wir nicht an einem kühlen Tag. 😉 Doch die verschiedenen Felsformationen und unser Ziel, diese Hickman Bridge, entschädigen uns für die schweisstreibende Wanderung. Insgesamt sind wir 1.5 Std. unterwegs.

Wir fahren mit dem Camper weiter zum Goblin RV, welches sich nach Hanksville befindet. Und was wir hier erleben, sprengt alles, was wir bisher gesehen und erlebt haben! Wir befinden uns in einer surrealen Welt, umgeben von versteinerten Gnoms, oder wie es mir vorkam: versteinerte Krieger aus Narnia. Natürlich kann sich jeder selber vorstellen, was die fantastischen Säulen, Köpfe, Gestalten, darstellen können. Ein absolutes Märchenparadies für Kinder – oder Erwachsene, welche noch ein kleines bisschen Kind geblieben sind. Dies gäbe eine grandiose FilmkulisWeitse für irgendeinen Science Fiction oder Fantasiefilm. Auf dem Abendspaziergang fühlen wir uns im wahrsten Sinn „ab von dieser Welt“. Hier wäre der funkelndste und klarste Sternenhimmel der USA zu bestaunen. Leider erleben wir ihn wolkenverhangen.

Wir übernachten hier am bisher einfachsten Campingplatz. Ohne Strom- und Wasseranschluss und ohne Internet und Telefonempfang (Tobias hat ja eine US SIM Karte), aber es hat ein Sanitärgebäude mit Duschen und Toiletten.

Mir gefällt dieser Park bisher am besten – sogar mehr als der Bryce Canyon. Einfach, weil er so total anders ist, als ich es bisher auf Fotos sah. Wie eine ganz persönliche Neuentdeckung. Und auch deswegen, weil auf dem Campinplatz hier eine familiäre Athmosphäre herrscht, denn er ist noch nicht so bekannt unter den Reisenden…..

 

Freitag, 21. 7.

Weiterfahrt zum Arches Nationalpark. Hier sind wir natürlich im Gegensatz zu gestern wieder inmitten des Massentourismus. Doch wir verlassen die rollstuhlgängigen Pfade und nehmen einen, der als schwierig ausgeschrieben ist. Wir vermuten, dass das amerikanische „schwierig“, nicht dasselbe wie das unsrige, berggewohnte ist. Denkste… habe ich schon ein paarmal im Blog festhalten müssen…. Der Wanderweg stellt sich wirklich als grosse Herausforderung heraus und ich wundere mich, wie die Kletter- und Rutschpartien von jenen Menschen bewältigt werden kann, welche bloss mit Sandalen oder Ballerinas beschuht sind. Ich bin so froh um meine Mammutwanderschuhe mit festen, griffigen Sohlen, aber auch um meine vier starken Männerhände 😉 , welche mir hie und da zu Hilfe kommen müssen. Das Schlimmste war nicht die Gratwanderung für mich, obwohl ich nicht schwindelfrei bin und auch nicht die Klettereien, auch nicht die heisse Wüstensonne und noch nicht mal das unfreiwillige Bad in fast hüfthohem Wasser (und das Weiterwandern in pflotschnassen Schuhen)…. Sogar dass wir die Steinmanndli, welche den Weg markierten, hie und da suchen und uns nicht ausmalen wollten, was wäre, wenn wir uns verirren würden… Nein, das alles war nichts gegen die eine Partie am Fels, den wir queren mussten und der rutschig war. Es war kein eigentlicher Weg, aber wir mussten da durch. Die schräge Felswand queren wollte ich, indem ich mich an den Fels lehnte und nur mit den Aussenseiten der Schuhe aufstand. Das war natürlich zu rutschig. Doch ganz aufzutreten wagte ich nicht, weil ich mich auf diese Weise nicht mehr ganz so schräg an die Felswand schmiegen konnte. Doch ich musste es wagen, die Füsse ganz aufzustellen und voll auf den Halt der Wanderschuhe zu vertrauen. Das war für mich wirklich etwas zuviel Action. Ich hatte nur noch pure Angst. Da erwies sich Tobias, mein Sohn als wirklicher Helfer in der Not. Er sprach fest und beruhigend auf mich ein, fasste mich mit starker Hand, zeigte, wo meine linke Hand am Fels Halt finden konnte und stützte mich einmal gar mit einem Fuss. Sogar Andy, dem ja solche Touren sonst überhaupt keine Schwierigkeiten bereiten, brauchte einmal die Hilfe von Tobias. Gott-sei-Dank haben wir alle Strapazen gut überlebt, hatten auch genügend zu Trinken dabei. Diese Wanderung dauerte 3 Std.

Lieber Blogleser: solltest du dies hier lesen, weil du auch eine Wanderung im Arches Nationalpark planst: der Devils Garden lohnt sich auf jeden Fall. Auf breiten Pfaden sieht man den Tunnel, Pine Tree, Landscape, Partition und Navajo Arch. Erst ab da beginnt der wirklich schwierige Teil zum Double O, Dark Angel und Private Arch. Glaube mir: auch wir dachten zuerst, als wir die Leute beim ersten Felsen hinaufklettern sahen, das sei ja nichts für uns berggewohnte Schweizer. Wir wandern wirklich viel. Nein, dieser erste Felsen war wie oben beschrieben, noch nicht die wirkliche Herausforderung. Es wird einfach nur noch krasser. Falls dir das nichts ausmacht: nimm auf jeden Fall genug Wasser mit und trag keine anderen, als gute Wander- oder Treckingschuhe.

Und über die Arches – also die natürlichen Brücken habe ich ja noch gar nichts gesagt. Ziel dieses Nationalparkbesuches. 😉 Ja, sie sind beeindruckend. Aber sie kommen bei mir nicht an die Gobelin-Kobolde ran.  😀

Insgesamt dauerte unsere heutige Fahrt bis zum KOA Campingplatz Moab 3 Stunden. Aber in dieser Zeit ist die Fahrt (eine halbe Stunde ein Weg) durch den Nationalpark mit eingerechnet.

Auch dieser Campingplatz hat wieder einen Pool, den aber nur Andy benutzt, denn das Wetter verschlechtert sich. Nun regnet es ziemlich stark und wir essen das erste Mal im Camper drin.

Fotos sind übrigens immer von Tobias (16) und mir – durcheinandergewürfelt….

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bryce Canyon – USA, 2. Teil, 17. bis 18. Juli 2017

Bryce Canyon – USA, 2. Teil, 17. bis 18. Juli 2017

Montag, 17. Juli

Die Fahrt vom Camping am Zion Nationalpark bis zum Bryce Canyon dauert 2.5 Stunden. Wir nehmen dabei nicht den Weg über den Tunnel beim Zion Nationalpark, sondern die Autobahn. Unterwegs tanken wir das erste Mal, was uns 90 US Dollar kostet und kaufen erneut beim Walmart ein. Überrascht stellen wir fest, dass man in Amerika in einem normalen Supermarkt Waffen kaufen kann. Wir kochen meistens selber in unserer Wohnwagenküche.

Der Himmel wird immer dunkler und so sind wir ganz verunsichert, als wir das Eingangstor zum Bryce Canyon passieren. Sollen wir die geplante Wanderung wagen oder nur per Wohnmobil oder Gratisshuttle eine Sightseeingtour durch den Park unternehmen? Wir packen unsere Regenjacken und Regenschirme ein und steigen mal in den Shuttle ein. Dies sei ein Happybus, lacht der Chauffeur. Und Regen würde ihm persönlich nichts machen. Auch als die Tropfen heftiger gegen die Scheiben trommeln und wir unterwegs durchnässte Nationalparkbesucher zusteigen lassen, reisst der Fahrer weiterhin ununterbrochen seine Witzchen. Er ist von derselben „Natur“ wie unser Reitführer – ihr erinnert euch? Wir steigen bei der Sunset-Station (Sonnenuntergang-Station) aus. Nachdem wir vorher durch einen ebenen Wald gefahren sind, ist der erste Blick in den Bryce Canyon hinunter überwältigend schön. Sowas Grandioses habe ich noch nie in meinem über 50 ig jährigen Leben gesehen. Klar auf Fotos – aber das ist was komplett anderes, als wenn man mitten in dieser Naturkulisse steht, das wird mir jetzt klar. Anders als beim blossen Betrachten von Bildern oder Filmen, nimmt man beim persönlichen Erleben die Naturschönheit mit allen Sinnen auf und der Rundumblick lässt sich mit keiner Kamera wirklich festhalten. Noch nie in meinem Leben war ich mir der Grenze so bewusst, was es heisst, Erinnerungen in Bildern und Worten festhalten zu wollen. Ich habe ein Foto im Buch „Dieser Moment“ veröffentlicht via Vidal Verlag. Da schrieb ich: „Halte diesen Moment nicht fest – geniesse ihn.“ Ja, solch kostbare Augenblicke wollen einfach nur genossen und im Herzen verinnerlicht werden. Dennoch knipsen Sohnemann und ich unzählige Fotos. 😉 Letzterem hat zwar das Valley of Fire besser gefallen. Nicht zuletzt auch deswegen, weil wir dort (im Valley of Fire) fast alleine inmitten der puren Natur unterwegs waren und nach der Fahrt durch eine Wüstenlandschaft völlig perplex waren ob der Felsen, welche morgens beim Aufwachen in vielen Farbtönen strahlten. Hier im Bryce Canyon sind wir nicht alleine. Warum müssen Asiaten immer so aufgeregt hin- und her wuseln und einander anschreien, wenn sie sich was erzählen wollen? Ok – ist etwas fies – ist wohl einfach ihre Kultur und auch sie sind geliebte Geschöpfe Gottes. Dennoch nervt dieses Getue und wir steigen den Wanderweg in die Schlucht herunter und lassen diese vielen Touristen nach und nach hinter uns. Zuerst müssen wir die Regenschirme aufspannen und der Weg ist etwas glitschig. Wir sind froh um unsere Wanderschuhe und schütteln erneut die Köpfe über die paar Asiaten, welche hinaufsteigen und dabei Sandaletten und Ballerinas tragen. Bald schon scheint die Sonne wieder von einem wolkenlosen Himmel.

Der Weg hinunter ist spektakulär, aber super und breit angelegt. Unterwegs freuen wir uns an den vielen neugierigen, putzigen Eichhörnchen. Einen blauen Vogel wollen wir fotografieren, aber er meint, ich solle es eben lernen, den Augenblick nicht festhalten zu wollen, sondern zu geniessen. 😉 Er lässt das Fotografieren jedenfalls nicht zu. Die Felsstrukturen inspirieren die Fantasie. Es ist wie eine Märchenlandschaft und man könnte soviel in den Säulen und Formationen sehen. Foto- und Trinkpausen eingerechnet, sind wir zwischen dem Sunset- und dem Sunriseplace 2 Stunden unterwegs. Wir wählen den längeren Aufstieg, der nicht so steil ist, wie ein anderer, direkter. Es wird heiss….

Bevor wir zu unserem Campingplatz fahren, suchen wir das Visitorcenter auf und sind enttäuscht über die schlechte Filmqualität, welche uns dort vorgesetzt wird. Eine monotone Stimme lullt uns ein. Die Bilder sind zu dunkel und unscharf. Schade, denn mit kleinem Aufwand und Budget liesse sich doch etwas viel Moderneres, Ansprechendes produzieren. Aber die Touristen kommen halt so oder so – Werbung hat dieser Nationalpark wohl nicht nötig. Der Rest der Ausstellung ist – hm – soso lala. Man hat nichts verpasst, wenn man das Visitorcenter auslässt. Leider.

20 Autofahrminuten vom Bryce Canyon entfernt, liegt der Camping KOA Bryce Valley Cannonville. Unser Zuhause für zwei Nächte. Ein schöner Platz mit Pool, auf Wunsch mit Frühstück, Waschmaschinen und Tumbler, Propangastankstelle, kleiner Shop, wie schon der Camping beim Zion. Leider wurden wir direkt an der etwas vielbefahrenen Strasse platziert.

Wir baden im Pool und sind dabei nicht allein. 😉 Das erste Mal sehen wir Mormonen. Oder sind es Amish People? Sie sind jedenfalls so gekleidet und frisiert, wie ich es von Filmen kenne, aber ich war mir nicht bewusst, dass sie ein Wohnmobil steuern dürfen. Die Kinder und nur diese durften im Pool mit Kleidern (….) schwimmen.

Ein heftiges Gewitter zieht erneut auf – und wir gehen früh schlafen, denn wir haben uns entschlossen, morgen noch früher als sonst schon aufzustehen. Also, ich bin ja keine Frühaufsteherin in der Schweiz. Aber hier entwickle ich mich geradezu zu einer solchen. Haha.

Dienstag, 18. Juli

Der Wecker klingelt, wie von uns gewünscht 😉 bereits um 5 Uhr und wir fahren um halb 6 ohne Frühstück zum Bryce Canyon. Weil wir ein RV Fahrzeug haben, dürfen wir nur bis zum Northern Parkplatz fahren. Autos dürfen weiter in den Park hinein fahren. Wir parkieren also dort und wandern – man erinnere sich: ohne Frühstück (!) zackigen Schrittes eine Viertelstunde zum Sunrise Punkt. Wir dachten, dass wir als einzige die Idee hatten, so früh aufzustehen, um den Sonnenaufgang dort zu erleben. Haha! Die Asiaten sind auch schon auf den Beinen – und auch französisch sprechende Besucher. Wir finden dennoch einen Platz ganz für uns allein und sind etwa eine Viertelstunde vor dem eigentlichen Sonnenaufgang (Sonnenaufgang 6.20 Uhr) dran. Zeit genug also, um die Kamera einzustellen und schön zu positionieren. Zeit auch, zur Ruhe zu kommen und die Stimmung zu geniessen. Die Luft ist noch kühl und wir sind froh um unsere langen Hosen und Jacken. Ein paar andere Leute um uns herum frieren in ihren Jäckchen und Shorts. Sonst haben wir halt schon eine Durchschnittstagestemperatur von um die 40 Grad. Es wird immer romantischer… Die aufgehende Sonne setzt die Felsstrukturen in ein immer wieder anderes Licht, je höher sie steigt. Traumhaft und unvergesslich! Die ganze Schlucht ist in diesem ersten Morgenlicht noch viel schöner anzusehen, als bei praller Sonne.

 

 

Wir frühstücken auf der Retourfahrt zum Campingort in der Ortschaft Tropic im Bryce Pioneer Village Motel Restaurant. Auch als Nicht-Übernachtungsgäste können wir uns für 4 Dollar pro Person vom Frühstücksbuffet „all you can eat“ bedienen. Es ist ein einfaches Zmorge aus Pappgeschirr, aber für den Preis ganz gut.

Den Rest des Tages geniessen wir auf dem Camping mit Lesen, Baden, Nickerchen machen, diesen Blogbeitrag schreiben, Whatsapp, Messenger, Facebook, Twitter, Instagram checken…. 😉

Morgen gehts zu einem Nationalen Monument: den Grand Staircase-Escalante. Wir rechnen mit ein bisschen mehr als 2 Std. Fahrt.